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Wussten Sie ....,
© by Dieter M. Humbel


dass ...

... Riesenschlangen (Boidae) gar nicht riesig sein müssen. Die kleinsten Riesenschlangen sind ausgewachsen deutlich kleiner als ein Meter. Die Zusammenfassung zur Familie der Riesenschlangen erfolgt anhand verschiedener Körpermerkmale und Verhaltensweisen, nicht aber aufgrund ihrer Gesamtlänge. Von daher ist der deutsche Name "Riesenschlange" völlig verwirrend. Nur gerade ein paar Arten können Körperausmasse erreichen, die sie für den Menschen gefährlich machen (z.B. Felsen- oder Netzpython, Grüne Anakonda). Die meisten Arten bleiben unter drei Metern und sind für Menschen völlig ungefährlich. Zwar können auch kleinere Schlangen zubeissen, ihr Biss hat aber deutlich kleinere Auswirkungen, als ein Katzen- geschweige denn ein Hundebiss.
 

... Pfeilgiftfrösche, obschon immer wieder anderes behauptet wird, keine Menschen umbringen können. Sie haben zwar ein relativ starkes Hautgift (je nach Art), dieses müsste aber direkt in die Blutbahn eines Menschen gelangen, um schaden anzurichten. Dazu ist das kleine Fröschchen nicht in der Lage. Kommt dazu, dass Pfeilgiftfrösche, die im Terrarium leben, ihre Giftigkeit innerhalb kurzer Zeit verlieren, da sie ihr Gift nicht produzieren können, wenn ihnen die notwendigen "Rohstoffe" (Futter) fehlen. Der viel sympathischere Trivialname von Pfeilgiftfröschen lautet übrigens Baumsteigerfrösche. Dieser wird den "bunten Perlen des Regenwaldes" auch eher gerecht.
 

... Reptilien kein Zuneigungsempfinden und keinen Spieltrieb besitzen. Den Begriff "kuscheln" kennen sie daher nicht, auch brauchen sie kein "Unterhaltungsprogramm". Das Schliessen der Augen bei "Streicheleinheiten" hat nichts mit Wohlbefinden (wie bei einer Katze) zu tun, sondern dient dem Schutz der Augen vor Fremdkörpern. Im Terrarium sollten möglichst viele artgerechte Verhaltensweisen (jagen, klettern, graben, fortpflanzen, ...) ermöglicht werden, menschliche Verhaltensweisen gehören aber vor und nicht ins Terrarium.
 

... Schaben keine Hausschädlinge sind, zumindest bis auf ganz wenige Arten (z.B. Gemeine Küchenschabe (Blatta orientalis)). Einige wenige Arten können als Krankheitsüberträger auftreten, die allermeisten der über 3500 Schabenarten sind aber unscheinbare Waldbewohner, die die meisten Menschen nie zu Gesicht bekommen und die so gut wie nie in menschliche Behausungen eindringen.
 

... einheimische Reptilien und Amphibien alle unter Schutz stehen und weder getötet noch gefangen werden dürfen (dazu gehören auch Kaulquappen, die auch heute noch häufig in Kinderzimmern landen). Viele dieser Arten sind stark gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht und auf unsere aktive Hilfe angewiesen um zu überleben. Die beste Hilfe ist, wenn man ihre Lebensräume schützt und ihnen womöglich neue schafft. Jeder kann dazu was beitragen.
 

... Chamäleons ihre Farbe nicht ändern, um sich vor dem Hintergrund unsichtbar zu machen. Chamäleons brauchen ihre Fähigkeit die Farbe zu ändern vor allem zur intraspezifischen Kommunikation. Sie bringen damit Ärger, Angst, Paarungsbereitschaft usw. zum Ausdruck. Es gibt aber durchaus Reptilien, die ihre Farbe zu Tarnzwecken verändern. So passen zum Beispiel einige Geckoarten ihre Farbe dem Untergrund an, wenn sie schlafen.
 

... Spinnen nicht zu den Insekten gehören. Alle Insekten haben sechs Beine, Spinnen aber deren acht. Beide Klassen (Insecta und Arachnida) gehören, zusammen mit anderen, zum Stamm der Gliederfüsser (Arthropoda), sind sonst aber nicht näher verwandt.
 

... in Madagaskar bereits etwa 95% der Regenwaldflächen abgholzt sind. Sehr viele der dort vorkommenden Tiere und Pflanzen sind endemisch (kommen nur dort vor) und ihr Überleben hängt unmittelbar vom Erhalt dieser kleinen Restflächen ab. Verschwinden diese übriggebliebenen Regenwaldflächen, verschwinden auch die dort lebenden Organismen, unwiederbringlich. Hauptverursacher dieser dramatischen Situation sind die französische Kolonialmacht, die im letzten Jahrhundert riesige Waldflächen zur Holzgewinnung gerodet haben, und deren Abnehmer.
 

... derzeit weltweit ein Amphibiensterben im Gange ist, das einmal mehr indirekt vom Menschen verursacht wird. Die Tiere sterben an einer Krankheit namens Chytridiomykose, die durch einen Pilz (Batrachochytrium dendrobatidis) verursacht wird. Dieser Pilz wurde nach aktuellen Erkenntnissen im letzten Jahrhundert durch den Menschen weltweit verbreitet (Krallenfrösche aus Südafrika für Schwangerschaftstests). In Südamerika sind schon ganze Amphibienbestände ausgelöscht worden und mehrere Arten sind bereits ausgestorben. Aber auch in Europa und auf anderen Kontinenten hat die Krankheit schon grossen Schaden unter den Amphibienbeständen angerichtet. Eine Behandlung der Krankheit, die auch im Freiland einsetzbar wäre, gibt es bis heute nicht. Wissenschafter sprechen vom grössten Massensterben einer Wirbeltierklasse seit dem Aussterben der Dinosaurier.
 

... in Japan immer noch jährlich zig-tausende von Delfinen auf brutalste Art und Weise abgeschlachtet werden, nur weil man das schon immer gemacht hat (-->) und dass Pelztieren in China das Fell bei lebendigem Leibe abgezogen wird, damit sich die Schönen und Reichen "mit fremden Federn (Pelzen) schmücken können" (-->).
 

 

 

 

 

 

 

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