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Orangeaugen-Helmskink, Buschkrokodil
© by Dieter M. Humbel


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Orangeaugen-Helmskink (Tribolonotus gracilis)

( DE ROOIJ, 1909 )

Klasse: Kriechtiere - Reptilia
Ordnung: Schuppenkriechtiere - Squamata
Unterordnung: Echsen - Lacertilia
Familie: Glattechsen - Scincidae

 

Weibchen (ca. 5 Mt.)
Weibchen (ca. 5 Mt.)
Weibchen (ca. 5 Mt.)
Weibchen (ca. 5 Mt.)
Weibchen (ca. 5 Mt.)
Weibchen (ca. 5 Mt.)
Pärchen
Pärchen
Weibchen (ca. 5 Mt.)
Weibchen (ca. 5 Mt.)
Männchen (ca. 4 Mt.)
Männchen (ca. 4 Mt.)
Weibchen (ca. 5 Mt.)
Weibchen (ca. 5 Mt.)
drohen
 drohen
ca. 10 Monate alt
  ca. 10 Monate alt
 1 1/2-jährig
 1 1/2-jährig
 vorsichtig ...
 vorsichtig ...
 ... und doch neugierig
 ... und doch neugierig
... und noch neugieriger
... und noch neugieriger
Portrait
Portrait
2 1/2-jährig
2 1/2-jährig
     

Verbreitung: Neuguinea, Irian Jaya Indonesien
Grösse: bis 20 cm (KRL: 9 - 11 cm)
Aktivität: dämmerungs- und nachtaktiv
Charakter: sehr scheu, intraspezifisch sehr aggressiv
Klima: Tag ca.23-28°C/70-80% rel.F. - Nacht ca. 18-22°C/90% rel.F.
Nahrung: Grillen, Heimchen, Maden, Würmer
Lebenserwartung: > 10 Jahre
Fortpflanzung:
Weibchen legt ein Ei
Geschlecht: ♂ hat Schwielen auf der 2. und 3. Zehe der Hinterfüsse

     

Der Orangeaugen-Helmskink oder das Buschkrokodil, wie er auch häufig genannt wird, gehört zur Familie Scincidae und bildet zusammen mit derzeit 7 weiteren Arten die Gattung Tribolonotus. Tribolonotus gracilis kommt aus Iran Jaya, Indonesien, und bewohnt dort die feuchtwarmen Bergwälder, meistens in der Nähe kleiner Bäche. Sie sind dämmerungs- und nachtaktive Bodenbewohner, die im Terrarium aber auch gerne mal klettern.

Verhalten:
Die Tiere sind eher als scheu zu bezeichnen und führen auch im Terrarium ein verstecktes Leben. Vor allem Nachzuchten können aber während der Dämmerung oder nachts (vor allem bei der Fütterung) schon gelegentlich beobachtet werden. Werden die Tiere gestört oder angefasst, geben sie ein hohes Quicken von sich und drohen mit aufgerissenem Maul. Intraspezifisch sind die Tiere sehr aggressiv. Es können weder mehrere Männchen, noch mehrere Weibchen zusammen gehalten werden. Die Tiere sind gute Schwimmer und Taucher, die es durchaus auch mal ein Weilchen unter Wasser aushalten. Auch die Häutung erfolgt normalerweise im Wasser, wobei die alte Haut im Gegensatz zu anderen Skinkarten am Stück abgestossen wird. Dieser Verhaltensweise muss natürlich auch im Terrarium durch einen entsprechenden Wasserteil Rechnung getragen werden.
Helmskinke beherrschen sowohl die Autotomie (Abwerfen des Schwanzes) wie auch die Akinese (totstellen). Beide Verhaltensweisen dienen dem Schutz vor Fressfeinden, die sich durch einen abgeworfenen Schwanz ablenken lassen oder an einem irrtümlich tot geglaubten Skink schnell ihr Interesse verlieren.

Buschkrokodile häuten sich am Stück
Buschkrokodile häuten sich am Stück und
normalerweise im Wasser

Ernährung:
Buschkrokodile sind carnivor. Sie ernähren sich von kleinen Insekten und deren Larven, sowie auch von Würmern und Schnecken. Das Futter sollte regelmässig mit einem Präparat wie Korvimin ZVT +Reptile oder Herpetal complete T bestäubt werden.
Meine beiden Tiere fressen problemlos ab Pinzette, sofern man sie während der ersten Stunde nach dem Ausschalten der Beleuchtung füttert und sich dabei ruhig verhält. Kleinste Störungen veranlassen sie aber zur Flucht und sie ziehen sich wieder in ihre Verstecke zurück.

Terrarium:
Mein Terrarium hat die Masse 100x50x60. Ein Drittel der Grundfläche ist als Wasserteil ausgelegt. Ein grosser Tuffstein dient als Wasserfall. Eine Bepflanzung mit Ficus pumila, Epipremnum und Neoregelia, sowie einige halbierte Korkröhren dienen als Verstecke. Eine grosse Wurzel und ein Korkast ermöglichen es den Tieren, auch mal zu klettern. Eins meiner Tiere macht auch regelmässig von diesem Kletterangebot gebrauch und verbringt oft die halbe Nacht "in luftiger Höhe".
Beleuchtet ist das Becken mit einer 39W-Vollspektrum-T5 und 2 Niedervolt-Halogen-Spots. UV ist nicht notwendig. Um die Tiere auch nachts ohne grosse Beeinträchtigung beobachten zu können, habe ich mittels blauer LED eine Nachtbeleuchtung installiert.

Fortpflanzung:
Die Meinungen, ab wann ein Tribolonotus gracilis geschlechtsreif ist, gehen zum Teil weit auseinander. Meistens wird angenommen, dass dies bei Männchen ab drei, bei Weibchen ab vier Jahren der Fall ist. Fortpflanzungsfähige Tiere zeichnen sich durch einen gelb-orangen Kehlfleck aus. Die Männchen lassen sich durch die Brunstschwielen (Drüsen) an den 2. und 3. Zehe der Hinterfüsse von den Weibchen unterscheiden.
Da der linke Eierstock des Weibchens verkümmert ist, legt dieses immer nur ein einzelnes bräunlich gestreiftes Ei im Substrat ab. Bei einer Temperatur um 25°C schlüpft das Jungtier nach etwa 75 Tagen. Die Jungtiere können anfänglich im Terrarium der Eltern belassen werden. Sie müssen aber vor dem Erreichen der Geschlechtsreife separiert werden. Vorsicht ist bei Jungtieren auch bezüglich des Wasserteils geboten. Im Gegensatz zu adulten "Buschkrokodilen" sind Jungtiere schlechte Schwimmer und es gibt immer wieder Berichte über ertrunkene Tiere, teils schon bei sehr geringer Wassertiefe von wenigen Millimetern.

Brunstschwielen an der 2. und 3. Zehe der Hinterfüsse der Männchen

 

   

Der Neuguinea-Helmskink (Tribolonotus novaeguineae)
Schon öfter habe ich auf Börsen angebotene Tribolonotus novaeguineae gesehen, die keine waren. Es handelte sich bei den Tieren immer um Tribolonotus gracilis, oder allenfalls um Hybriden. Anhand einiger Bilder, die mir freundlicherweise von www.helmskink.eu zur Verfügung gestellt wurden, möchte ich hier auch den Neuguinea-Helmskink kurz vorstellen, um solche Verwechslungen und die oft damit verbundene Hybridisierung zu verhindern. Im Gegensatz zum Orangeaugen-Helmskink besitzt diese Art keine orangen Augenringe, dafür geht  ihr Gesamtbild eher ins Orange-bräunliche als ins Dunkelbraune bis fast Schwarze der Tribolonotus gracilis.

 

Tribolonotus novaeguineae
Tribolonotus novaeguineae
 
Tribolonotus novaeguineae
Tribolonotus novaeguineae
 
Tribolonotus novaeguineae
Tribolonotus novaeguineae
 
leere Eihülle
leere Eihülle
Jungtier
Jungtier
Geschlechtsunterscheidung
Geschlechtsunterscheidung
     

Copyright der Tribolonotus novaeguineae-Bilder: www.helmskink.eu

     

Weitere Tribolonotus-Arten

 

Tribolonotus annectens

ZWEIFEL, 1966   Neu Britannien, Bismarck-Archipel

Tribolonotus blanchardi

BURT, 1930   Salomonen

Tribolonotus brongersmai

COGGER, 1973   Admiral-Inseln, Bismarck-Archipel

Tribolonotus novaeguineae

SCHLEGEL, 1834   Irian Jaya, Papua-Neuguinea

Tribolonotus ponceleti

KINGHORN, 1937   Salomonen

Tribolonotus pseudoponceleti

GREER & PARKER, 1968   Salomonen

Tribolonotus schmidti

BURT, 1930   Salomonen
       
   
   
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