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Terraristik-Ratgeber für Einsteiger
Lochblechabdeckung
Um zu verhindern, dass Bartagamen
oder auch andere Echsen mit den Krallen am Lochblech der Terrariumbelüftung
hängen bleiben und sich verletzen, sollten Lochbleche in Pogona-Terrarien auf
jeden Fall abgedeckt werden. Dabei muss natürlich beachtet werden, dass die
Luftzirkulation im Terrarium nicht beeinträchtigt wird. Eine Möglichkeit, die
sich bei mir seit Jahren bewährt, ist folgende:
Abdeckung des Standardlochbleches im Pogona-Terrarium mittels eines
Kabelkanals aus dem Baumarkt. Der Kanal ist mit
6mm-Löchern versehen und mit Epoxydharz bestrichen, welcher mit rotem Terrariumsand beworfen wurde. Der Kanal ist mit Silikon festgeklebt. Durch diese
Abdeckung können die Bartagamen nicht mehr mit den Krallen hängen bleiben und
werden so von bösen Verletzungen verschont.
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Lampenkorb als
Verbrennungsschutz
Bei gut kletternden
Terrariumbewohnern wie Schlangen oder Geckos reicht es nicht, dass Heiz-
und Beleuchtungsmittel an der Terrariumdecke angebracht werden, sondern
sie müssen zusätzlich geschützt werden. Nebst den im Handel erhältlichen
Lampenkörben, die meistens relativ gross und unhandlich sind, kann man
mit verlötetem Maschendraht (10 oder 13 mm) aus dem Baumarkt relativ
einfach "massgeschneiderte" Lampenkörbe anfertigen. Es muss allerdings
darauf geachtet werden, dass die Befestigung der Körbe den
Terrarientieren standhalten und dass keine Verletzungen durch
vorstehende Drahtenden entstehen können.
Ein Spargelsieb aus der Migros eignet sich übrigens auch vorzüglich als
Schutzkorb, insbesondere für grosse UV-Strahler wie Ultra Lux, UV Heat,
MegaRay oder andere.
Auf untenstehenden Bildern sind einige Beispiele aus meinen Schlangen-,
Phelsumen- und Dendrobatenterrarien abgebildet.
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Halogenspot bei den Phelsumen |

Spot bei den Boas |

Spot bei den Dendrobaten |

Elsteinstrahler bei den Boas |

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Haushaltsboxen für Futtertiere
Futtertiere können sehr gut
in Faunaboxen gehalten und gezüchtet werden. Faunaboxen haben aber zwei
entscheidende Nachteile: Sie sind relativ teuer und sie lassen sich
nicht stapeln. Ich verwende aus diesem Grund seit Jahren normale
Haushaltboxen, die ich leicht modifiziere. Auf beiden Stirnseiten wird
zur Belüftung mit dem Lötkolben ein Loch in die Box gebrannt, welches
dann mittels Drahtgaze und Heissleim wieder dicht verschlossen wird.
Fliegengitter aus Kunststoff eignet sich nicht, da dieses von Grillen
problemlos durchgefressen wird. Ich halte/züchte in solchen Boxen
Zophobas, Mehlwürmer, Grillen, Heuschrecken, Arg. Waldschaben (Blaptica
dubia / können an glatten Wänden nicht hochklettern, im Gegensatz zu
anderen Arten) und Achatschnecken. Bei Heuschreckenboxen baue ich noch
eine leistungsschwache Energiesparlampe in die Box ein, um die
Heuschrecken mit Licht und insbesondere ausreichend Wärme zu versorgen.
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Die Drahtgaze ist mit Heissleim von aussen
aufgeklebt. |

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Drainagesystem mit Wasserfall
Um in ein Feuchtterrarium
einen Wasserfall einzubauen, empfiehlt es sich, das Ganze mit einem
Drainagesystem zu versehen. Dies hat mehrere Vorteile: Die Pumpe ist
sauber untergebracht, das Wasser lässt sich einfach wechseln, es
entsteht keine Staunässe und das Substrat ist immer gut durchfeuchtet.
Ich habe unter anderen mein Dendrobatenterrarium so aufgebaut.
Untenstehende Zeichnung zeigt einen Querschnitt:
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Diese Drainage einget sich natürlich auch
für Feucht- und Regenwaldterrarien ohne Wasserfall. Insbesondere beim
Einsatz einer Beregnungsanlage lohnt sich der Einbau auf jeden Fall, da
Staunässe verhindert wird und überschüssiges Wasser problemlos abgesaugt
werden kann (was bei Drainageschichten aus Blähton oder Rundkies nicht
unbedingt gegeben ist). Ich rüste auf jeden Fall alle Feucht- und
Regenwaldterrarien damit aus. |

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Einfache und billige
Terrariumverriegelung
Um bei einem Terrarium mit
Schiebetüren zu verhindern, dass die Türen unbeabsichtigt geöffnet
werden oder von den Tieren aufgedrückt werden können, kann man ein
teures Terrariumschloss einsetzen. Es gibt aber auch eine einfache,
günstige und bewährte Möglichkeit. Diese besteht aus einem Stück
Schweissdraht, der entsprechend der untenstehenden Bilder gebogen wird.
Einzig als Kindersicherung und als Sicherung von Terrarien mit
gefährlichen Tieren (Giftschlangen usw.) ist diese Lösung ungeeignet und
ein richtiges Terrariumschloss unabdingbar.
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Terrariumverriegelung aus Schweissdraht |
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Ausbruchsschutz für
kleine Terrariumtiere und Futterinsekten
Um zu verhindern, dass kleine
Terrariumtiere und Futterinsekten (Grillen, Fliegen, Drosophilas usw.) durch
den Spalt zwischen den beiden Frontscheiben abhauen können, klebe ich ein
Tesa Moll-Band (V-Profil aus Hartkunststoff) auf die innere Frontscheibe.
Dieses macht den Spalt fast vollständig dicht, auch dann, wenn sich der
Spalt nach oben oder unter verjüngt. Im Gegensatz zum Tesa Moll aus
Schaumgummiprofil, wird dieses Profil von den Grillen auch nicht
angefressen. Vor dem Aufkleben muss die Scheibe gut gereinigt und
abgetrocknet werden. Die Methode eignet sich auch für Regenwaldterrarien, da
sich das einmal aufgeklebte Profil auch durch anfallendes Kondenswasser auf
den Scheiben nicht ablöst.

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Schlupfbox für die
Winterruhe
Die Winterruhe wirft bei
Bartagamen, Blauzungenskinken und ähnlichen Tieren immer wieder Fragen auf.
Zwei typische Probleme sind folgende:
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Im
Terrarium werden nicht die notwendigen Temperaturen erreicht (zu warm).
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Es
werden mehrere Tiere überwintert, die dann nicht gleichzeitig wieder aktiv
werden.
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Ich habe diese
Probleme mit einer Schlupfbox (Bild) gelöst. Diese besteht aus aus einer
flachen, handelsüblichen Kunststoffbox mit Deckel, die mit einer
Eintrittsöffnung und Luftlöchern versehen wurde. Die Boxengrösse ist
natürlich der Grösse und der Anzahl der Tiere anzupassen (für 3 adulte
Bartagamen verwende ich eine Box mit den Abmessungen 40x30x10 cm). Diese
Box wird zu Beginn der Winterruhe mit Zeitungspapier ausgekleidet und
ins Terrarium gelegt. Nach meinen Erfahrungen wird die Box von den
Tieren recht gut angenommen, notfalls muss sachte nachgeholfen werden.
Nachdem sich die Tiere in die Box zurückgezogen haben, wird diese noch
ein paar Tage im Terrarium belassen. Anschliessend kann sie mitsamt den
Tieren an einen geeigneten Ort (z.B. grosse Plastikbox im Keller oder
Ausweichterrarium in einem kühlen Raum) verfrachtet werden.
Selbstverständlich muss dort eine minimale Beleuchtung (Tagesrhythmus)
und ein Wassergeschirr zur Verfügung stehen. Dort wird die Box nun
während der ganzen Winterruhe gelassen und periodisch kontrolliert. Wenn
eins der Tiere frühzeitig wieder Aktivität zeigt, wird es zurück ins
Terrarium gesetzt, während die anderen noch in der Schlupfbox
verbleiben. Soll die Winterruhe langsam beendet werden, wird die ganze
Box zurück ins Terrarium gelegt und die Temperaturen werden langsam
wieder hochgefahren. |

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Ich
verwende dieses System seit Jahren bei meinen Tiliquas. Bei den Bartagamen
habe ich es im Winter 2005 erstmals angewandt. Es hat sich bei beiden
Tierarten sehr gut bewährt, so dass ich die Boxen auch in Zukunft weiterhin
verwenden werde. Sie haben auch den grossen Vorteil, dass sie sehr einfach
sauber gehalten werden können und dass die Tiere durch den aufklappbaren
Deckel sehr gut zu kontrollieren sind, ohne sie gross stören zu müssen.
Wichtig: In einem
Keller muss immer damit gerechnet werden, dass sich, vor allem im Winter,
Mäuse einnisten. Es ist deshalb unabdingbar, dass Terrariumtiere während der
Winterruhe im Keller nagerfest "verpackt" werden.

Gleithilfe bei
Terrariumscheiben
Wer liebt das nicht. Die lieben
Tierchen (z.B. Bartagamen) graben das halbe Terrarium um und befördern dabei
Sandkorn um Sandkorn in die Führungsschiene der Frontscheiben. Diese klemmt
und quietscht nun, was das Zeug hält.
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Ich habe schon etliche Versuche unternommen,
dieser Quietscherei ein Ende zu setzen, insbesondere da meine
Führungsschienen nach ein paar Jahren Gebrauch schon einen ziemlich
ausgelatschten Eindruck machen. Zufällig habe ich letztens festgestellt,
dass meine Nylonkabelbinder aus dem Baumarkt genau in die Nut der
Führungsschiene passen. Also kurzerhand ausprobiert, ein knappes Duzend
Kabelbinder geköpft und in der Nut verstaut. Nach dem Einsetzen der
Scheiben machten sich ganz neue Gefühle breit. Es gibt tatsächlich auch
Frontscheiben die mühelos gleiten. Dabei stellte sich der befürchtete
Nachteil, dass mehrere Kabelbinder eingelegt werden müssen, da sie zu
kurz sind, sogar als Vorteil heraus. Sand, der von den Tieren natürlich
immer noch mit Ausdauer in die Schiene befördert wird, fällt beim
nächsten Öffnen der Scheibe zwangsläufig in die Zwischenräume zwischen
den Bindern, wo er den Scheiben nicht mehr in die Quere kommt. Natürlich
muss die Nut nach wie vor gelegentlich gereinigt werden, aber die
Quietscherei hat ein wohltuendes Ende. Und sollten die Kabelbinder mal
durchgescheuert sein, können sie einfach durch neue ersetzt werden. So
macht es doch meine schon ziemlich lädierte Schiene locker nochmals 10
Jahre.
Es kommt übrigens gelegentlich vor, dass der Kabelbinder mit der Scheibe
mitläuft. Da schaffen ein paar Tropfen Silikon zwischen Schiene und
Kabelbinder Abhilfe. |
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