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Tipps und Tricks
© by Dieter M. Humbel


Lochblechabdeckung, Lampenkorb, Futtertierboxen, Drainage, Terrariumverriegelung, Ausbruchsschutz, Schlupfbox, Gleithilfe


Terraristik-Ratgeber für Einsteiger

Lochblechabdeckung
Um zu verhindern, dass Bartagamen oder auch andere Echsen mit den Krallen am Lochblech der Terrariumbelüftung hängen bleiben und sich verletzen, sollten Lochbleche in Pogona-Terrarien auf jeden Fall abgedeckt werden. Dabei muss natürlich beachtet werden, dass die Luftzirkulation im Terrarium nicht beeinträchtigt wird. Eine Möglichkeit, die sich bei mir seit Jahren bewährt, ist folgende:
Abdeckung des Standardlochbleches im Pogona-Terrarium mittels eines Kabelkanals aus dem Baumarkt. Der Kanal ist mit 6mm-Löchern versehen und mit Epoxydharz bestrichen, welcher mit rotem Terrariumsand beworfen wurde. Der Kanal ist mit Silikon festgeklebt. Durch diese Abdeckung können die Bartagamen nicht mehr mit den Krallen hängen bleiben und werden so von bösen Verletzungen verschont.


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Lampenkorb als Verbrennungsschutz
Bei gut kletternden Terrariumbewohnern wie Schlangen oder Geckos reicht es nicht, dass Heiz- und Beleuchtungsmittel an der Terrariumdecke angebracht werden, sondern sie müssen zusätzlich geschützt werden. Nebst den im Handel erhältlichen Lampenkörben, die meistens relativ gross und unhandlich sind, kann man mit verlötetem Maschendraht (10 oder 13 mm) aus dem Baumarkt relativ einfach "massgeschneiderte" Lampenkörbe anfertigen. Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Befestigung der Körbe den Terrarientieren standhalten und dass keine Verletzungen durch vorstehende Drahtenden entstehen können.
Ein Spargelsieb aus der Migros eignet sich übrigens auch vorzüglich als Schutzkorb, insbesondere für grosse UV-Strahler wie Ultra Lux, UV Heat, MegaRay oder andere.
Auf untenstehenden Bildern sind einige Beispiele aus meinen Schlangen-, Phelsumen- und Dendrobatenterrarien abgebildet.
 


Halogenspot bei den Phelsumen

Spot bei den Boas

Spot bei den Dendrobaten

Elsteinstrahler bei den Boas

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Haushaltsboxen für Futtertiere
Futtertiere können sehr gut in Faunaboxen gehalten und gezüchtet werden. Faunaboxen haben aber zwei entscheidende Nachteile: Sie sind relativ teuer und sie lassen sich nicht stapeln. Ich verwende aus diesem Grund seit Jahren normale Haushaltboxen, die ich leicht modifiziere. Auf beiden Stirnseiten wird zur Belüftung mit dem Lötkolben ein Loch in die Box gebrannt, welches dann mittels Drahtgaze und Heissleim wieder dicht verschlossen wird. Fliegengitter aus Kunststoff eignet sich nicht, da dieses von Grillen problemlos durchgefressen wird. Ich halte/züchte in solchen Boxen Zophobas, Mehlwürmer, Grillen, Heuschrecken, Arg. Waldschaben (Blaptica dubia / können an glatten Wänden nicht hochklettern, im Gegensatz zu anderen Arten) und Achatschnecken. Bei Heuschreckenboxen baue ich noch eine leistungsschwache Energiesparlampe in die Box ein, um die Heuschrecken mit Licht und insbesondere ausreichend Wärme zu versorgen.
 


Die Drahtgaze ist mit Heissleim von aussen
aufgeklebt.

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Drainagesystem mit Wasserfall
Um in ein Feuchtterrarium einen Wasserfall einzubauen, empfiehlt es sich, das Ganze mit einem Drainagesystem zu versehen. Dies hat mehrere Vorteile: Die Pumpe ist sauber untergebracht, das Wasser lässt sich einfach wechseln, es entsteht keine Staunässe und das Substrat ist immer gut durchfeuchtet. Ich habe unter anderen mein Dendrobatenterrarium so aufgebaut. Untenstehende Zeichnung zeigt einen Querschnitt:
 


Diese Drainage einget sich natürlich auch für Feucht- und Regenwaldterrarien ohne Wasserfall. Insbesondere beim Einsatz einer Beregnungsanlage lohnt sich der Einbau auf jeden Fall, da Staunässe verhindert wird und überschüssiges Wasser problemlos abgesaugt werden kann (was bei Drainageschichten aus Blähton oder Rundkies nicht unbedingt gegeben ist). Ich rüste auf jeden Fall alle Feucht- und Regenwaldterrarien damit aus.

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Einfache und billige Terrariumverriegelung
Um bei einem Terrarium mit Schiebetüren zu verhindern, dass die Türen unbeabsichtigt geöffnet werden oder von den Tieren aufgedrückt werden können, kann man ein teures Terrariumschloss einsetzen. Es gibt aber auch eine einfache, günstige und bewährte Möglichkeit. Diese besteht aus einem Stück Schweissdraht, der entsprechend der untenstehenden Bilder gebogen wird. Einzig als Kindersicherung und als Sicherung von Terrarien mit gefährlichen Tieren (Giftschlangen usw.) ist diese Lösung ungeeignet und ein richtiges Terrariumschloss unabdingbar.
 

Terrariumverriegelung aus Schweissdraht

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Ausbruchsschutz für kleine Terrariumtiere und Futterinsekten
Um zu verhindern, dass kleine Terrariumtiere und Futterinsekten (Grillen, Fliegen, Drosophilas usw.) durch den Spalt zwischen den beiden Frontscheiben abhauen können, klebe ich ein Tesa Moll-Band (V-Profil aus Hartkunststoff) auf die innere Frontscheibe. Dieses macht den Spalt fast vollständig dicht, auch dann, wenn sich der Spalt nach oben oder unter verjüngt. Im Gegensatz zum Tesa Moll aus Schaumgummiprofil, wird dieses Profil von den Grillen auch nicht angefressen. Vor dem Aufkleben muss die Scheibe gut gereinigt und abgetrocknet werden. Die Methode eignet sich auch für Regenwaldterrarien, da sich das einmal aufgeklebte Profil auch durch anfallendes Kondenswasser auf den Scheiben nicht ablöst.

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Schlupfbox für die Winterruhe
Die Winterruhe wirft bei Bartagamen, Blauzungenskinken und ähnlichen Tieren immer wieder Fragen auf. Zwei typische Probleme sind folgende:

  • Im Terrarium werden nicht die notwendigen Temperaturen erreicht (zu warm).

  • Es werden mehrere Tiere überwintert, die dann nicht gleichzeitig wieder aktiv werden.

Ich habe diese Probleme mit einer Schlupfbox (Bild) gelöst. Diese besteht aus aus einer flachen, handelsüblichen Kunststoffbox mit Deckel, die mit einer Eintrittsöffnung und Luftlöchern versehen wurde. Die Boxengrösse ist natürlich der Grösse und der Anzahl der Tiere anzupassen (für 3 adulte Bartagamen verwende ich eine Box mit den Abmessungen 40x30x10 cm). Diese Box wird zu Beginn der Winterruhe mit Zeitungspapier ausgekleidet und ins Terrarium gelegt. Nach meinen Erfahrungen wird die Box von den Tieren recht gut angenommen, notfalls muss sachte nachgeholfen werden.
Nachdem sich die Tiere in die Box zurückgezogen haben, wird diese noch ein paar Tage im Terrarium belassen. Anschliessend kann sie mitsamt den Tieren an einen geeigneten Ort (z.B. grosse Plastikbox im Keller oder Ausweichterrarium in einem kühlen Raum) verfrachtet werden. Selbstverständlich muss dort eine minimale Beleuchtung (Tagesrhythmus) und ein Wassergeschirr zur Verfügung stehen. Dort wird die Box nun während der ganzen Winterruhe gelassen und periodisch kontrolliert. Wenn eins der Tiere frühzeitig wieder Aktivität zeigt, wird es zurück ins Terrarium gesetzt, während  die anderen noch in der Schlupfbox verbleiben. Soll die Winterruhe langsam beendet werden, wird die ganze Box zurück ins Terrarium gelegt und die Temperaturen werden langsam wieder hochgefahren.

Ich verwende dieses System seit Jahren bei meinen Tiliquas. Bei den Bartagamen habe ich es im Winter 2005 erstmals angewandt. Es hat sich bei beiden Tierarten sehr gut bewährt, so dass ich die Boxen auch in Zukunft weiterhin verwenden werde. Sie haben auch den grossen Vorteil, dass sie sehr einfach sauber gehalten werden können und dass die Tiere durch den aufklappbaren Deckel sehr gut zu kontrollieren sind, ohne sie gross stören zu müssen.

Wichtig: In einem Keller muss immer damit gerechnet werden, dass sich, vor allem im Winter, Mäuse einnisten. Es ist deshalb unabdingbar, dass Terrariumtiere während der Winterruhe im Keller nagerfest "verpackt" werden.

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Gleithilfe bei Terrariumscheiben
Wer liebt das nicht. Die lieben Tierchen (z.B. Bartagamen) graben das halbe Terrarium um und befördern dabei Sandkorn um Sandkorn in die Führungsschiene der Frontscheiben. Diese klemmt und quietscht nun, was das Zeug hält.
 

Ich habe schon etliche Versuche unternommen, dieser Quietscherei ein Ende zu setzen, insbesondere da meine Führungsschienen nach ein paar Jahren Gebrauch schon einen ziemlich ausgelatschten Eindruck machen. Zufällig habe ich letztens festgestellt, dass meine Nylonkabelbinder aus dem Baumarkt genau in die Nut der Führungsschiene passen. Also kurzerhand ausprobiert, ein knappes Duzend Kabelbinder geköpft und in der Nut verstaut. Nach dem Einsetzen der Scheiben machten sich ganz neue Gefühle breit. Es gibt tatsächlich auch Frontscheiben die mühelos gleiten. Dabei stellte sich der befürchtete Nachteil, dass mehrere Kabelbinder eingelegt werden müssen, da sie zu kurz sind, sogar als Vorteil heraus. Sand, der von den Tieren natürlich immer noch mit Ausdauer in die Schiene befördert wird, fällt beim nächsten Öffnen der Scheibe zwangsläufig in die Zwischenräume zwischen den Bindern, wo er den Scheiben nicht mehr in die Quere kommt. Natürlich muss die Nut nach wie vor gelegentlich gereinigt werden, aber die Quietscherei hat ein wohltuendes Ende. Und sollten die Kabelbinder mal durchgescheuert sein, können sie einfach durch neue ersetzt werden. So macht es doch meine schon ziemlich lädierte Schiene locker nochmals 10 Jahre.
Es kommt übrigens gelegentlich vor, dass der Kabelbinder mit der Scheibe mitläuft. Da schaffen ein paar Tropfen Silikon zwischen Schiene und Kabelbinder Abhilfe.


 

Wichtiger Hinweis
Alle auf dieser Seite publizierten Tipps und Hilfsmittel sind nach bestem Wissen und Gewissen beschrieben und stehen beim Autor seit längerer Zeit erfolgreich im Einsatz. Trotzdem kann dieser keine Verantwortung über die einwandfreie Funktionsweise übernehmen und lehnt daher sämtliche Garantie-, Schadensersatz- und sonstigen Ansprüche ab.

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