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Die Streifenköpfige Bartagame (Pogona vitticeps) ist eine kräftige
Echse der Gattung Pogona, die im östlichen Outback von Australien vorkommt. Sie
gehört zur Familie der Agamen (Agamidae).
Zurzeit sind 8 Arten der Gattung beschrieben. In der Terraristik spielen vor
allem die Arten P. vitticeps und P. henrylawsoni eine Rolle. Pogona vitticeps
werden über 50 cm lang, bleiben im Terrarium aber meistens deutlich darunter.
Bartagamen sind Ansitzjäger, die oft stundenlang fast regungslos auf einem
Baumstrunk o.ä. ausharren und auf Beute hoffen. Sie sind als Einzelgänger
unterwegs und treffen sich nur zur Paarung. Männchen sind absolut unverträglich
und liefern sich wüste Beissereien. Charakteristisch für Bartagamen sind ihre
kegelförmig, spitz zulaufenden Schuppen um den Kopf und an den Körperseiten, die
bei gewissen Arten sehr ausgeprägt, bei anderen kaum vorhanden sind.
Ernährung:
Pogonas sind
omnivor, das heisst sie fressen pflanzliche wie auch tierische
Kost. Sie fressen Insekten, andere Gliederfüsser und junge Nager, andere Echsen
und auch kleinere Artgenossen. An Grünzeug
werden Kräuter, Gemüse und Obst gerne angenommen, wobei das Ca/P-Verhältnis
immer berücksichtigt werden sollte (1.5 - 2 : 1). Die Versorgung mit den lebensnotwendigen
Vitaminen und mit Kalzium erfolgt über ein geeignetes Vitaminpräparat (z.B. Korvimin ZVT
oder Herpetal Complete T) und über zerbröselte Sepiaschale. Jungtiere ernähren sich fast
ausschliesslich von Lebendfutter. Trotzdem ist es zu empfehlen, von Beginn weg
immer Grünzeug anzubieten. Ältere Tiere sollten zu etwa 70% mit Grünfutter
gefüttert werden.
Geeignetes Grünfutter sind zum Beispiel verschiedene Blattsalate (ohne Kopfsalat
und Kohl), Spinat, Petersilie, Löwenzahn (auch die Blüten), Peperoni (Paprika),
Zucchetti (Zucchini), Rüebli (Karotten) und Fenchel. Mit Obst sollte man
zurückhaltend sein, denn normales Obst wie Äpfel, Birnen und Bananen haben ein
schlechtes Ca/P-Verhältnis. Exotische Früchte wie Kiwi oder Papaya können aber
sehr gut in kleinen Mengen verfüttert werden.
Da Bartagamen ja bekanntlich Steppentiere sind, bekommen sie im Terrarium in der
Regel viel zu feuchtes und ballaststoffarmes Futter. Um diesem Umstand Rechnung
zu tragen, mische ich immer kurzgeschnittenes Heu aus dem Kleintierbedarf unters
Grünfutter. Dies führt dazu, dass die Tiere viel weniger Verdauungsprobleme
haben.
Lebensraum:
Pogona vitticeps hat ein sehr grosses
Verbreitungsgebiet, das sich im Norden
vom Barkly-Highway (NT), über die östliche Hälfte Südaustraliens bis nach
Victoria zieht. Entsprechend vielfältig sind die verschiedenen Lebensräume, von
"Open Forest" und Buschland im Norden, Wüsten und Steppen in Südaustralien bis
zu ausgedehnten Eukalyptuswäldern in Victoria (The Grampians). Die vielgehörte
Aussage "Bartagamen (Pogona vitticeps) sind Wüstentiere" ist meines
Erachtens falsch, da wohl die wenigsten Tiere tatsächlich in reinen
Wüstengebieten leben. Vielmehr würde ich sie als Steppentiere oder
Buschlandtiere bezeichnen. Entsprechend der vielfältigen Lebensräume variieren
natürlich auch die verschiedenen Klimate. Während sich im Norden Trocken- und
Regenzeiten abwechseln, gibt es ganz im Süden warme Sommer und kühle Winter mit
Tiefsttemperaturen bis gegen 0°C. Dazwischen gibt es eine trockenheisse Zone, in
welcher zum Teil während Jahren kein nennenswerter Regen fällt.

"Open Forest" mit Bach im NT |

wüstenähnliche Steppe in SA |

Felsdurchzogene Eukalyptuswälder in VIC |
Terrarium:
Pogona vitticeps braucht ein geräumiges, artgerecht eingerichtetes
Terrarium. Als Substrat wird ein Sand-/Lehmgemisch verwendet, das grabfest ist.
Ich habe einen Teil des Terrariums mit feiner Pinienrinde ausgelegt. Das ist
zwar etwas umstritten, ich habe aber gute Erfahrungen damit gemacht, zudem
entspricht es durchaus auch dem natürlichen Lebensraum, der auch nicht nur aus
Sand besteht. Ein grosser
Wurzelstock. ein paar Äste, eine Höhle und eine stabile Rückwand (Bartagamen
haben scharfe Krallen) mit verschiedenen Liegeflächen vervollständigen die
Einrichtung. Für die Beleuchtung kommen bei mir T5-Vollspektrumröhren mit 5900
Kelvin, 1 Halogenspot und eine
Bright Sun Desert 70W für die UV-Versorgung zum Einsatz. Um den Sand während der Legeperiode etwas
vorzuwärmen, habe ich noch eine Heizplatte verbaut, die im Normalfall aber
ausgeschaltet ist. Bartagamen brauchen in der Regel weder Heizmatten noch –steine.
Die Grundtemperatur beträgt zwischen 26 und 35°C, unter den Spots dürfen es bis
50°C sein. Bartagamen bewohnen offene Steppen und Halbwüsten und brauchen eine
entsprechende Versorgung mit UVA und UVB, also ist eine Bestrahlung mit einer
guten UV-Lampe unverzichtbar.
Achtung: Horizontal angebrachte
Lochbleche müssen unbedingt abgedeckt werden (ohne die Belüftung zu behindern),
da die Tiere sonst mit den Krallen hängen bleiben und sich diese ausreissen. Ich
habe dies mit einem Kabelkanal
aus dem Baumarkt gelöst.
Fortpflanzung und
Geschlecht:
Bartagamen legen weichschalige Eier, wobei 5-6 Gelege pro Jahr durchaus
vorkommen können, meistens sind es aber 3-4 Gelege im Jahr. Während der Tragzeit
ist darauf zu achten, dass stets ein geeigneter Legeplatz mit genügend feuchtem
Sand zur Verfügung steht. Nach der Tragzeit von etwa 3 – 4 Wochen beginnt das
Weibchen mit intensiven Probegrabungen und legt zum Schluss bis zu 25 Eier in
die gegrabene Höhle. Diese wird anschliessend sorgfältig wieder verschlossen und
der Sand mit dem Kopf festgepresst. Beim überführen der Eier in den Inkubator
ist darauf zu achten, dass diese nicht gedreht werden. Unter Umständen ist es
sinnvoll, die Eier oben mit einem weichen Bleistift (nicht Filzer oder so) zu
markieren. Die Eier werden bei etwa 28°C und 85 – 95% rLF inkubiert. Nach etwa
60 – 70 Tagen schlüpfen die Jungtiere. Diese werden einen Tag nach dem Schlupf,
sie haben eine Gesamtlänge von etwa 11 – 12 cm, gruppenweise in Aufzuchtbecken
überführt, wobei immer darauf zu achten ist, dass etwa gleich starke Jungtiere
zusammengehalten werden. Zu hoher Besatz führt meistens zu Schwanzbeissereien
und sollte daher vermieden werden. Mit 10 - 14 Monaten erreichen die Jungtiere
die Geschlechtsreife. Spätestens jetzt müssen Männchen getrennt werden.
Steht kein geeigneter Legeplatz zur Verfügung, werden entweder die Eier
verworfen oder es kommt zu einer Legenot, die unbehandelt zum Tode des Weibchens
führen kann. Auch übermässiger Stress kann zu einer Legenot führen und sollte
daher vermieden werden. Bartagamenweibchen legen übrigens, wie die meisten
Echsen, auch dann Eier, wenn sie keinen Kontakt zu Männchen hatten. Die Eier
sind dann natürlich unbefruchtet.
Hinweis: Aufgrund der derzeitigen
Bartagamenschwemme sollte auf das Inkubieren von Pogona vitticeps-Eiern bis auf
Weiteres verzichtet werden oder es sollten nur wenige Eier inkubiert werden.
Überzählige Eier können 24 Stunden in den Tiefkühler
gelegt und anschliessend entsorgt werden.
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Überwinterung:
Für die Gesundheit der Tiere sollte man ihnen eine Winterruhe gewähren.
Dadurch erhalten sie auch einen Jahresrhythmus und zeigen ihr angestammtes
Verhaltensspektrum im Laufe des Jahres.
Etwa im August kann noch eine Kotuntersuchung vorgenommen werden, so ist bei
einem positiven Ergebnis auch noch eine Behandlung vor der Winterruhe möglich.
Ich verzichte aber schon seit einigen Jahren auf eine solche Untersuchung, da
ich meine Tiere inzwischen so gut kenne, dass ich gesundheitsbedingte
Veränderungen auch ohne Kotuntersuchung relativ schnell feststelle. Anfängern
ist diese Untersuchung aber auf jeden Fall anzuraten.
Zur Einleitung der Winterruhe, im Normalfall merkt man es den Tieren an, wenn es
soweit ist (meistens im Oktober), wird die Fütterung ganz eingestellt und die
Beleuchtung in kleinen Schritten reduziert. Es ist darauf zu achten, dass die
Tiere beim Einleiten der Winterruhe wenn möglich einen leeren Darm haben. Ich
setze den Echsen eine Schlupfbox aus Kunststoff ins Terrarium, welche sie in der
Regel sehr gerne annehmen und sich darin verkriechen, wenn nicht, wird etwas
nachgeholfen. Die Beleuchtung schalte ich vollständig aus. In der Box ist eine
Kontrolle der Tiere sehr einfach möglich ohne sie zu stören. Nach 2-3 Tagen im
Terrarium wird die Box mit samt den Tieren in eine grosse Kiste im Keller
verfrachtet. Dort verbringen die Agamen nun die nächsten Monate bei etwa
13-16°C, wobei die Temperatur durchaus auch mal bis auf ca. 10 °C runtergehen
darf, ohne dass negative Auswirkungen auf die Tiere zu befürchten sind. Nach
etwa 4 Monaten wird die Box wieder ins inzwischen gereinigte Terrarium
zurückgesetzt und nach ein paar Tagen die Beleuchtung langsam wieder
hochgefahren. Die Tiere kommen dann relativ schnell wieder aus ihrem Versteck.
Nach einer guten Woche beginne ich wieder mit füttern.
Während der Winterruhe dürfen die Tiere keinesfalls gefüttert werden, auch
nicht, wenn sie mal 2-3 Tage Aktivität zeigen. Ihr Stoffwechsel ist so stark
reduziert, dass eine Verdauung nicht möglich ist und die unverdaute Nahrung
Probleme machen könnte. Meine Tiere pennen aber so oder so 4-5 Monate durch,
praktisch ohne sich je zu rühren. Deshalb biete ich ihnen auch keine
Wasserschale an. Sollten sie aber zwischendurch mal aktiv sein, ist eine
Wasserschale in der Kiste aber sicher nicht falsch.
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Meine Tiere in der Schlupfbox
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Literatur:
Die Bartagame, Peter Maria Müller, Kirschner & Seufer Verlag, ISBN: 3-980207-5-2
Bartagamen, Giesshammer Köhler Schuster, Herpeton
Verlag, ISBN: 3936180040
Die Bartagame, Andree Hauschild, Natur und Tier-Verlag,
ISBN: 3937285202
Bartagamen und Kragenechsen, Hauschild Bosch Gassner,
ISBN: 3931587177
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