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Streifenköpfige Bartagame
© by Dieter M. Humbel


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Streifenköpfige Bartagame (Pogona vitticeps)
( Synonym: Amphibolurus vitticeps )

( AHL, 1926 )

Klasse: Kriechtiere - Reptilia
Ordnung: Schuppenkriechtiere - Squamata
Unterordnung: Echsen - Lacertilia
Familie: Agamen - Agamidae

Geschlechtsbestimmung / Nachzuchten / Tipps

Mein Daisy ist leider am 8.3.2004 an einem Nierenversagen gestorben.
Am 28.5.2006 musste ich schweren Herzens auch mein Männchen Mickey euthanasieren (Gicht).
 

 Zuchtgruppe
Zuchtgruppe (Tutti, Daisy und Mikey )
Weibchen hat heiss
Weibchen hat heiss (Tutti)
Weibchen vor Nesthöhle
Weibchen vor Bruthöhle (Tutti)
Relax !
Relax ! (Tutti)
Männchen beim Imponieren
Männchen beim Imponieren (Mickey )
Pärchen
Pärchen (Daisy und Mickey )
Bartagame
Männchen (Mickey )
Bartagame
Männchen (Mickey )
Bartagame
Weibchen (Daisy )
Mini beim Eier legen
Mini beim Eier legen (entsorgt)
Drohhaltung (Josy)
Drohhaltung (Josy)
Drohhaltung (Josy)
Drohhaltung (Josy)
Freigang im Garten (Josy,Tutti,Mini)
Freigang im Garten (Josy,Tutti,Mini)
Sonnenbad (Mini)
Sonnenbad (Mini)
Kühlen (Mini)
Kühlen (Mini)
Auch Tutti kann drohen
Auch Tutti kann drohen
Komm ja nicht näher !
Komm ja nicht näher !
 
 
Verbreitung:
trockene Halbwüsten und Steppen im östlichen australischen Outback
Grösse: ca. 40 - 50 cm, im Extremfall bis 55 cm
Aktivität: tagaktiv
Charakter: friedlich, neugierig, nie aggressiv
Klima: Tag ca. 26 - 35°C/30% rel.F., Sonnenplatz bis 50°C / Nacht ca. 20°C/50% rel.F.
Nahrung: Grillen, Heuschrecken, nestjunge Mäuse, Salat, Gemüse, Obst (Löwenzahnblüten !)
Fortpflanzung: legen bis ca. 20 Eier, Tragzeit ca. 30 - 40 Tage
Inkubation: ca. 80 Tage bei 27°C und > 80% rel.F.
   

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Die Streifenköpfige Bartagame (Pogona vitticeps) ist eine kräftige Echse der Gattung Pogona, die im östlichen Outback von Australien vorkommt. Sie gehört zur Familie der Agamen (Agamidae). Zurzeit sind 8 Arten der Gattung beschrieben. In der Terraristik spielen vor allem die Arten P. vitticeps und P. henrylawsoni eine Rolle. Pogona vitticeps werden über 50 cm lang, bleiben im Terrarium aber meistens deutlich darunter. Bartagamen sind Ansitzjäger, die oft stundenlang fast regungslos auf einem Baumstrunk o.ä. ausharren und auf Beute hoffen. Sie sind als Einzelgänger unterwegs und treffen sich nur zur Paarung. Männchen sind absolut unverträglich und liefern sich wüste Beissereien. Charakteristisch für Bartagamen sind ihre kegelförmig, spitz zulaufenden Schuppen um den Kopf und an den Körperseiten, die bei gewissen Arten sehr ausgeprägt, bei anderen kaum vorhanden sind.

Ernährung:
Pogonas sind omnivor, das heisst sie fressen pflanzliche wie auch tierische Kost. Sie fressen Insekten, andere Gliederfüsser und junge Nager, andere Echsen und auch kleinere Artgenossen. An Grünzeug werden Kräuter, Gemüse und Obst gerne angenommen, wobei das Ca/P-Verhältnis immer berücksichtigt werden sollte (1.5 - 2 : 1). Die Versorgung mit den lebensnotwendigen Vitaminen und mit Kalzium erfolgt über ein geeignetes Vitaminpräparat (z.B. Korvimin ZVT oder Herpetal Complete T) und über zerbröselte Sepiaschale. Jungtiere ernähren sich fast ausschliesslich von Lebendfutter. Trotzdem ist es zu empfehlen, von Beginn weg immer Grünzeug anzubieten. Ältere Tiere sollten zu etwa 70% mit Grünfutter gefüttert werden.
Geeignetes Grünfutter sind zum Beispiel verschiedene Blattsalate (ohne Kopfsalat und Kohl), Spinat, Petersilie, Löwenzahn (auch die Blüten), Peperoni (Paprika), Zucchetti (Zucchini), Rüebli (Karotten) und Fenchel. Mit Obst sollte man zurückhaltend sein, denn normales Obst wie Äpfel, Birnen und Bananen haben ein schlechtes Ca/P-Verhältnis. Exotische Früchte wie Kiwi oder Papaya können aber sehr gut in kleinen Mengen verfüttert werden.
Da Bartagamen ja bekanntlich Steppentiere sind, bekommen sie im Terrarium in der Regel viel zu feuchtes und ballaststoffarmes Futter. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, mische ich immer kurzgeschnittenes Heu aus dem Kleintierbedarf unters Grünfutter. Dies führt dazu, dass die Tiere viel weniger Verdauungsprobleme haben.

Lebensraum:
Pogona vitticeps hat ein sehr grosses Verbreitungsgebiet, das sich im Norden vom Barkly-Highway (NT), über die östliche Hälfte Südaustraliens bis nach Victoria zieht. Entsprechend vielfältig sind die verschiedenen Lebensräume, von "Open Forest" und Buschland im Norden, Wüsten und Steppen in Südaustralien bis zu ausgedehnten Eukalyptuswäldern in Victoria (The Grampians). Die vielgehörte Aussage "Bartagamen (Pogona vitticeps) sind Wüstentiere" ist meines Erachtens falsch, da wohl die wenigsten Tiere tatsächlich in reinen Wüstengebieten leben. Vielmehr würde ich sie als Steppentiere oder Buschlandtiere bezeichnen. Entsprechend der vielfältigen Lebensräume variieren natürlich auch die verschiedenen Klimate. Während sich im Norden Trocken- und Regenzeiten abwechseln, gibt es ganz im Süden warme Sommer und kühle Winter mit Tiefsttemperaturen bis gegen 0°C. Dazwischen gibt es eine trockenheisse Zone, in welcher zum Teil während Jahren kein nennenswerter Regen fällt.



"Open Forest" mit Bach im NT


wüstenähnliche Steppe in SA


Felsdurchzogene Eukalyptuswälder in VIC

Terrarium:
Pogona vitticeps braucht ein geräumiges, artgerecht eingerichtetes Terrarium. Als Substrat wird ein Sand-/Lehmgemisch verwendet, das grabfest ist. Ich habe einen Teil des Terrariums mit feiner Pinienrinde ausgelegt. Das ist zwar etwas umstritten, ich habe aber gute Erfahrungen damit gemacht, zudem entspricht es durchaus auch dem natürlichen Lebensraum, der auch nicht nur aus Sand besteht. Ein grosser Wurzelstock. ein paar Äste, eine Höhle und eine stabile Rückwand (Bartagamen haben scharfe Krallen) mit verschiedenen Liegeflächen vervollständigen die Einrichtung. Für die Beleuchtung kommen bei mir T5-Vollspektrumröhren mit 5900 Kelvin, 1 Halogenspot und eine Bright Sun Desert 70W für die UV-Versorgung zum Einsatz. Um den Sand während der Legeperiode etwas vorzuwärmen, habe ich noch eine Heizplatte verbaut, die im Normalfall aber ausgeschaltet ist. Bartagamen brauchen in der Regel weder Heizmatten noch –steine. Die Grundtemperatur beträgt zwischen 26 und 35°C, unter den Spots dürfen es bis 50°C sein. Bartagamen bewohnen offene Steppen und Halbwüsten und brauchen eine entsprechende Versorgung mit UVA und UVB, also ist eine Bestrahlung mit einer guten UV-Lampe unverzichtbar. 

Achtung: Horizontal angebrachte Lochbleche müssen unbedingt abgedeckt werden (ohne die Belüftung zu behindern), da die Tiere sonst mit den Krallen hängen bleiben und sich diese ausreissen. Ich habe dies mit einem Kabelkanal aus dem Baumarkt gelöst.

Fortpflanzung und Geschlecht:
Bartagamen legen weichschalige Eier, wobei 5-6 Gelege pro Jahr durchaus vorkommen können, meistens sind es aber 3-4 Gelege im Jahr. Während der Tragzeit ist darauf zu achten, dass stets ein geeigneter Legeplatz mit genügend feuchtem Sand zur Verfügung steht. Nach der Tragzeit von etwa 3 – 4 Wochen beginnt das Weibchen mit intensiven Probegrabungen und legt zum Schluss bis zu 25 Eier in die gegrabene Höhle. Diese wird anschliessend sorgfältig wieder verschlossen und der Sand mit dem Kopf festgepresst. Beim überführen der Eier in den Inkubator ist darauf zu achten, dass diese nicht gedreht werden. Unter Umständen ist es sinnvoll, die Eier oben mit einem weichen Bleistift (nicht Filzer oder so) zu markieren. Die Eier werden bei etwa 28°C und 85 – 95% rLF inkubiert. Nach etwa 60 – 70 Tagen schlüpfen die Jungtiere. Diese werden einen Tag nach dem Schlupf, sie haben eine Gesamtlänge von etwa 11 – 12 cm, gruppenweise in Aufzuchtbecken überführt, wobei immer darauf zu achten ist, dass etwa gleich starke Jungtiere zusammengehalten werden. Zu hoher Besatz führt meistens zu Schwanzbeissereien und sollte daher vermieden werden. Mit 10 - 14 Monaten erreichen die Jungtiere die Geschlechtsreife. Spätestens jetzt müssen Männchen getrennt werden.
Steht kein geeigneter Legeplatz zur Verfügung, werden entweder die Eier verworfen oder es kommt zu einer Legenot, die unbehandelt zum Tode des Weibchens führen kann. Auch übermässiger Stress kann zu einer Legenot führen und sollte daher vermieden werden. Bartagamenweibchen legen übrigens, wie die meisten Echsen, auch dann Eier, wenn sie keinen Kontakt zu Männchen hatten. Die Eier sind dann natürlich unbefruchtet.

Hinweis: Aufgrund der derzeitigen Bartagamenschwemme sollte auf das Inkubieren von Pogona vitticeps-Eiern bis auf Weiteres verzichtet werden oder es sollten nur wenige Eier inkubiert werden. Überzählige Eier können 24 Stunden in den Tiefkühler gelegt und anschliessend entsorgt werden.

 

Überwinterung:
Für die Gesundheit der Tiere sollte man ihnen eine Winterruhe gewähren. Dadurch erhalten sie auch einen Jahresrhythmus und zeigen ihr angestammtes Verhaltensspektrum im Laufe des Jahres.
Etwa im August kann noch eine Kotuntersuchung vorgenommen werden, so ist bei einem positiven Ergebnis auch noch eine Behandlung vor der Winterruhe möglich. Ich verzichte aber schon seit einigen Jahren auf eine solche Untersuchung, da ich meine Tiere inzwischen so gut kenne, dass ich gesundheitsbedingte Veränderungen auch ohne Kotuntersuchung relativ schnell feststelle. Anfängern ist diese Untersuchung aber auf jeden Fall anzuraten.
Zur Einleitung der Winterruhe, im Normalfall merkt man es den Tieren an, wenn es soweit ist (meistens im Oktober), wird die Fütterung ganz eingestellt und die Beleuchtung in kleinen Schritten reduziert. Es ist darauf zu achten, dass die Tiere beim Einleiten der Winterruhe wenn möglich einen leeren Darm haben. Ich setze den Echsen eine Schlupfbox aus Kunststoff ins Terrarium, welche sie in der Regel sehr gerne annehmen und sich darin verkriechen, wenn nicht, wird etwas nachgeholfen. Die Beleuchtung schalte ich vollständig aus. In der Box ist eine Kontrolle der Tiere sehr einfach möglich ohne sie zu stören. Nach 2-3 Tagen im Terrarium wird die Box mit samt den Tieren in eine grosse Kiste im Keller verfrachtet. Dort verbringen die Agamen nun die nächsten Monate bei etwa 13-16°C, wobei die Temperatur durchaus auch mal bis auf ca. 10 °C runtergehen darf, ohne dass negative Auswirkungen auf die Tiere zu befürchten sind. Nach etwa 4 Monaten wird die Box wieder ins inzwischen gereinigte Terrarium zurückgesetzt und nach ein paar Tagen die Beleuchtung langsam wieder hochgefahren. Die Tiere kommen dann relativ schnell wieder aus ihrem Versteck. Nach einer guten Woche beginne ich wieder mit füttern.
Während der Winterruhe dürfen die Tiere keinesfalls gefüttert werden, auch nicht, wenn sie mal 2-3 Tage Aktivität zeigen. Ihr Stoffwechsel ist so stark reduziert, dass eine Verdauung nicht möglich ist und die unverdaute Nahrung Probleme machen könnte. Meine Tiere pennen aber so oder so 4-5 Monate durch, praktisch ohne sich je zu rühren. Deshalb biete ich ihnen auch keine Wasserschale an. Sollten sie aber zwischendurch mal aktiv sein, ist eine Wasserschale in der Kiste aber sicher nicht falsch.
 


Meine Tiere in der Schlupfbox

Literatur:
Die Bartagame, Peter Maria Müller, Kirschner & Seufer Verlag, ISBN: 3-980207-5-2
Bartagamen, Giesshammer Köhler Schuster, Herpeton Verlag, ISBN: 3936180040
Die Bartagame, Andree Hauschild, Natur und Tier-Verlag, ISBN: 3937285202

Bartagamen und Kragenechsen, Hauschild Bosch Gassner, ISBN: 3931587177

 

   

Weitere Pogona-Arten:

 

Pogona henrylawsoni

WELLS & WELLINGTON, 1985

Zwergbartagame

Nordwest- bis Zentral-Queensland

Pogona barbata

CUVIER, 1929

Östliche Bartagame

östliche Küstenregionen und um Adelaide

Pogona mitchelli

BADHAM, 1976

Mitchells Bartagame

Nordwestaustralien bis zentrales NT

Pogona microlepidota

GLAUERT, 1952

Kimberly-Bartagame

Nördlichstes Westaustralien, Kimberly-Range

Pogona minima

LOVERIDGE, 1933

Kleine Bartagame

Insel Houtman Abrolhos vor austr. Westküste

Pogona nullarbor

BADHAM, 1976

Nullarbor-Bartagame

südöstl. Westaustralien bis westl. Südaustralien

Pogona minor

STERNFELD, 1919

Westliche Bartagame

Westaustralien

   
Weitergehende Infos: http://www.agamen.de

Forum:

http://www.agamen-forum.de

   
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