Home

Endoparasiten
© by Dieter M. Humbel


 

Hinweis: Ich bin weder Tierarzt noch Biologe. Alle hier gemachten Angaben basieren auf Erfahrungen, die ich Laufe der Zeit mit meinen eigenen Tieren gemacht habe und Informationen, die ich in diesem Zusammenhang zusammengetragen habe. Die Aufstellung erhebt keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit. Ferner möchte ich in aller Deutlichkeit darauf hinweisen, dass eine allfällige Behandlung nur in Absprache mit einem reptilienkundigen Tierarzt erfolgen sollte und von Selbstmedikationen auf jeden Fall abzusehen ist.

Nematoden: Ascariden, Oxyuren, Strongyliden, Rhabdiasiden, Filarien, Trematoden, Cestoden
Weitere Würmer: Acanthocephala
Protozoen: Kokzidien, Flagellaten, Kryptosporidien, Amöben, Ciliaten, Hexamiten

Als Endoparasiten bezeichnet man Organismen, die sich zumindest zeitweise in anderen Lebewesen (dem Wirt) aufhalten und von diesen profitieren, ohne selbst für den Wirt einen Nutzen zu bringen, ganz im Gegenteil. Vielfach verursacht der parasitierende Organismus direkt (z.B. Verletzungen) oder indirekt (durch Nährstoffentzug) Schäden am befallenen Individuum. Man unterscheidet zwischen apathogenen, fakultativ pathogenen und pathogenen Parasiten. Während erstere in der Regel keine gravierenden Auswirkungen auf das Wirtstier haben, muss beim zweiten und dritten Typ damit gerechnet werden, dass ein Tier ernsthaft erkrankt. Ein Unterschied zwischen den einzelnen Parasitenarten besteht auch in deren Fortpflanzungsverhalten. Während bei den Einen der Ganze Lebenszyklus im selben Wirt stattfindet, brauchen andere einen oder gar mehrere Zwischenwirte, um sich sexuell vermehren zu können. Speziell Parasiten mit einem direkten Fortpflanzungszyklus stellen für Terrarientiere ein grosses Risiko dar, da es durch den eingeschränkten Lebensraum immer wieder zu Reinfektionen kommt. Braucht ein Parasit einen artfremden Zwischenwirt, der im Terrarium normalerweise fehlt, ist eine sexuelle Fortpflanzung nicht möglich. Diese Parasiten beschränken sich in der Regel auf Wildfänge.
Terrarientiere sind häufig von Endoparasiten befallen, ohne dass eine Erkrankung erfolgt. Das Abwehrsystem gesunder Tiere ist häufig in der Lage, die Parasiten in Schach zu halten. Durch einen äusseren Einfluss wie eine andere Erkrankung, Stress, Klimawechsel usw. kann aber dieses Gleichgewicht schnell aus den Fugen geraten und die Parasiten können sich unkontrolliert vermehren.
Es ist nicht anzuraten, grundsätzlich jeden Endoparasitenbefall sofort medikamentös zu behandeln. Erstens bedeutet eine solche Behandlung immer auch eine Belastung für das behandelte Tier und zweitens töten Medikamente meistens nebst dem Parasiten auch erwünschte oder gar notwendige Organismen (Darmflora) ab. Zeigt ein Tier aber deutliche Symptome oder soll es mit einem anderen, "sauberen" Tier zusammengeführt werden, ist eine Behandlung sicher angebracht.
Die beste Behandlung nützt natürlich nichts, wenn sich das behandelte Tier anschliessend sofort wieder infiziert. Deshalb gehört zu jeder Behandlung auch eine minutiöse Reinigung und Desinfektion des Terrariums. Dabei ist zu beachten, dass nicht jedes Desinfektionsmittel gegen jeden Parasiten hilft. So werden zum Beispiel Kokzidien-Oozysten durch Alkohol oder Essig, sowie andere normale Mittel nicht abgetötet. Hier braucht es spezielle Mittel wie Neopredisan 135-1 oder Interkokask®. Während der Behandlung sollten die Tiere in einem spärlich eingerichteten und einfach zu reinigenden Quarantänebecken untergebracht werden.
 

1. Nematoden

Nematoden (Fadenwürmer) bilden eine sehr artenreiche Gruppe, deren Arten stark  verbreitet sind. Fadenwürmer kommen fast überall vor. Viele von ihnen leben als Parasiten in anderen Organismen, unter anderem auch in uns Menschen oder in unseren Terrarientieren. Die Infektion erfolgt i.d.R. über die Nahrungsaufnahme durch fäkal verunreinigtes Futter oder Wasser oder auch über Einrichtungsgegenstände, die mit Wurmeiern behaftet sind.
Parasitisch lebende Nematoden haben zum Teil ein sehr komplexes Fortpflanzungsverhalten mit Wirten und Zwischenwirten. Es gibt aber auch Arten, die eine direkte Entwicklung kennen.
Eine Behandlung befallener Reptilien und Amphibien drängt sich vor allem dann auf, wenn das Wirtstier Symptome einer Erkrankung zeigt. Ob eine Behandlung von an sich gesunden Tieren angebracht ist, löst immer wieder grosse Diskussionen aus. Ich bin der Ansicht, dass es letztendlich immer eine Abwägungssache ist. Will ich das Tier mit einem nicht befallenen vergesellschaften, drängt sich wohl eine Behandlung auf. Auf der anderen Seite hatte ich schon Tiere, die mitsamt ihren Oxyuren ein hohes Alter erreicht haben.
Eine Behandlung sollte immer in Absprache mit einem reptilienkundigen Tierarzt erfolgen. Ein Nematodenbefall bei poikilothermen Tieren wird häufig mit dem Wirkstoff Fenbendazol behandelt, der zum Beispiel in Panacur enthalten ist. Die genaue Bestimmung des Medikamentes und dessen Dosierung ist abhängig von der Tierart, der Kondition und des Gewichtes des Tieres und somit Sache des Tierarztes. Ich mache hier ganz bewusst keine Dosierungsangaben.

Häufig bei Terrarientieren auftretende Gruppen sind:
 

1.1 Ascariden (Spulwürmer)
Ascariden sind grosse Rundwürmer, die einen direkten oder indirekten Fortpflanzungszyklus haben. Während Arten mit direkter Entwicklung zu einem Massenbefall mit entsprechenden Konsequenzen für das Wirtstier führen können, spielen diejenigen mit indirektem Zyklus eine untergeordnete Rolle, da sie sich bei einem ungeeigneten Wirt nicht mehr weiterentwickeln. Stark befallene Tiere leiden unter Fressunlust (Anorexie) und können auch öfter halbverdaute Nahrung wieder auswürgen.
 

1.2 Oxyuren (Madenwürmer)
Oxyuren kommen ohne Zwischenwirte aus. Dadurch können sich im Terrarium mit der Zeit hohe Populationen aufbauen, die, obschon Oxyuren nur eine geringe pathogene Wirkung haben, den Terrarieninsassen arg zusetzen können. Durch hygienische Massnahmen kann die Vermehrung der Würmer in Schach gehalten werden. Zeigen sich aber Anzeichen einer Erkrankung bei den Terrarienbewohnern, ist eine Behandlung anzuraten.
 

1.3 Strongyliden (Zwergfadenwürmer)
Strongyliden sind kleine Würmer, die den Verdauungstrakt vor der Speiseröhre bis zum Dünndarm befallen können. Bei starkem Befall treten nekrotische Stellen auf, die zu bakteriellen Infektionen führen können.  Strongyliden werden normalerweise übers Wasser aufgenommen.
 

1.4 Rhabdiasiden (Lungenwürmer)
Rhabdiasiden befallen vorzugsweise die Lungen von Reptilien und Amphibien und führen dort zu einer Beeinträchtigung des Gasaustausches. Dies zeigt sich durch eine röchelnde Atmung und durch vermehrten Schleimausfluss in den Rachen- und Maulbereich. Befallene Tiere leiden unter Fressunlust und magern schnell ab. Unter Umständen kann auch der Maulbereich befallen werden, was zu einer nekrotischen Zerstörung der Maulschleimhaut führen kann.
 

1.5 Filarien (Fadenwürmer)
Filarien spielen bei Terrariumtieren wohl eine eher untergeordnete Rolle, da sie von blutsaugenden Ektoparasiten übertragen werden. Bei Wildfängen können diese dünnen, im Gewebe lebenden Würmer durchaus auftreten, wo sie Gefässverschlüsse verursachen können.
 

1.6 Trematoden (Saugwürmer)
Die Klasse Trematoda besteht aus parasitär lebenden Plattwürmern, mit sehr komplexen Entwicklungszyklen. Da sie alle mindestens einen Zwischenwirt, der in Gefangenschaft in der Regel fehlt, spielen Trematoden in der Terraristik eine eher untergeordnete Rolle. Wildfangtiere können aber sehr wohl von Trematoden befallen sein, was zu einem erheblichen Entzug von Nährstoffen und Mineralien führt. Ferner kann es durch die Anheftung der Parasiten an der Darmwand zu Blutverlusten und Sekundärinfektionen kommen. Eine Behandlung erfolgt üblicherweise mit dem Wirkstoff Praziquantel, der zum Beispiel in Cestocur enthalten ist. Näheres über die Anwendung und die Dosierung ist beim reptilienkundigen Tierarzt zu erfahren.
 

1.7 Cestoden (Bandwürmer)
Auch die Klasse Cestoda gehört zu den Plattwürmern und auch sie brauchen mindestens einen Zwischenwirt zur Fortpflanzung. Deshalb gilt für diese Klasse dasselbe wie für die oben genannten Trematoden. Ein Befall bei Wildfängen führt in erster Linie zu einem Nährstoffentzug beim Wirtstier. Zudem führt die Anheftung der Würmer zu Schädigungen der  Darmwand, was wiederum infektiöse bakterielle Entzündungen hervorrufen kann. Behandelt werden Cestoden ebenfalls mit dem Wirkstoff Plaziquantel. Der Tierarzt weiss näheres.
 

 
 

2. Weitere Würmer

Neben den Nematoden gibt es noch andere Stämme von zum Teil parasitär lebenden Würmern:


2.1 Acanthocephala (Kratzwürmer)
Kratzwürmer sind getrenntgeschlechtliche Darmparasiten, die zwingend einen oder zwei Zwischenwirte brauchen. Dies sind meistens Gliederfüsser wie Insekten oder Krebstiere. Als Endwirte kommen Fische, Amphibien, Reptilien, Säuger und Vögel in Frage. Durch den obligatorischen Zwischenwirt kommen Kratzwürmer in der Terraristik selten vor, können aber z.B. durch die Verfütterung von Bachflohkrebsen auf Terrarientiere übertragen werden. Üblicherweise wird ein Kratzwurmbefall mit dem Wirkstoff Ivermectin behandelt. Da Besonders Reptilien sehr empfindlich auf Ivermectin reagieren, ist in jedem Fall ein reptilienkundiger Tierarzt zu konsultieren.
 

 

 

3. Protozoen (Einzeller)

Neben den Nematoden spielen im Terrarium vor allem auch verschiedene Einzeller eine wesentliche Rolle. Diese Einzeller sind heute in einem eigenen Reich der Protista zusammengefasst. Einige dieser Einzeller führen ein parasitäres Leben und spielen deshalb in der Terraristik  ebenfalls eine tragende Rolle.
Auch bei Protozoen hängt eine allfällige Behandlung der befallenen Tiere von einer Vielzahl von Faktoren ab. Dabei muss man sich immer vor Augen halten, dass eine medikamentöse Behandlung für den Patienten auch eine ziemliche Belastung darstellt und dem Tier vielleicht mehr schadet als die Parasiten selber. So sind mir vor Jahren zwei Bartagamen langfristig durch die Therapie mit Baycox eingegangen, während andere Tiere seit langem problemlos mit einem Befall leben. Es ist auch immer zu bedenken, dass ein Medikament in der Regel nicht nur den Zielorganismus eliminiert, sondern auch die ganze sonstige (und notwendige) Darmflora arg beeinträchtigt. Letztendlich ist auch hier wieder ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem Tierarzt angebracht.

Die wichtigsten Ordnungen:
 

3.1 Coccidia (Kokzidien)
Die in der Terraristik wohl am meisten verbreitete Ordnung sind die Kokzidien. Dabei dürfte vor allem die Gattung Eimeria eine wesentliche Rolle spielen. Eimeria vermehrt sich ohne Zwischenwirt, was natürlich zu einem stark erhöhten Infektionsrisiko bei Terrariumtieren führt. Kokzidiose, so nennt man die durch Kokzidien hervorgerufene Krankheit, kann zu Durchfall, Anorexie, Apathie und schlimmstenfalls zum Tod des Patienten führen. Eigene Erfahrungen zeigen aber, dass Tiere auch über Jahre völlig problemlos mit Kokzidien leben können. Speziell bei Bartagamen muss man, aufgrund der sehr häufigen Befallmeldungen davon ausgehen, dass wahrscheinlich ein grosser Teil des heutigen Bestandes von Kokzidiose betroffen ist. Der Umstand, dass Kokzidien nicht immer im Kot nachgewiesen werden können, führt dazu, dass trotzdem ein grosser Teil der Kotproben negativ ausfällt. Eine wissenschaftlich begleitete Studie über Kokzidiose bei Bartagamen (oder auch bei anderen Terrariumbewohnern) ist mir aber nicht bekannt und so bleibt das Ganze natürlich auch etwas spekulativ.
Die Behandlung von Kokzidiose erfolgt häufig mit dem Wirkstoff Toltrazuril, der unter anderem in Baycox enthalten ist. Der Tierarzt kann sicher weiterhelfen. Eine Behandlung macht natürlich, wie auch bei allen anderen Parasiten, nur dann Sinn, wenn sie mit einer Gesamtsanierung des Terrariums einhergeht. Die Tiere werden zur Behandlung in ein rudimentär eingerichtetes Quarantänebecken gesetzt und parallel wird ihr Terrarium vollständig ausgeräumt, gereinigt und desinfiziert. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Dauerform von Kokzidien, die so genannten Oozysten, sehr widerstandsfähig sind und herkömmliche Desinfektionsmittel problemlos überstanden werden. Hier ist zu speziellen Mitteln wie Neopredisan 135-1 oder Interkokask® zu greifen und die Gebrauchsanweisung genau einzuhalten. Über die Hitzebeständigkeit der Oozysten gehen die Meinungen stark auseinander, während die einen sagen, dass sie bei 80°C während 2 Minuten absterben, sprechen andere davon, dass sie kurzzeitig bis zu 400°C überstehen. Die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen.
Eine andere Kokzidiengattung, die einem in der Terraristik über den Weg laufen kann, ist Isospora. Diese hat vor allem die unangenehme Eigenschaft, dass sie auch den Menschen befallen kann (Isospora belli). Hier sind natürlich spezielle Hygienemassnahmen sicher nicht fehl am Platz.
Eine weitere Gattung, die gemäss gültigem Taxon zu den Kokzidien gezählt wird, sind Choleo-Eimerien. Neuere Erkenntnisse zeigen aber, dass diese Zuordnung wohl falsch sein dürfte. Darin lässt sich auch begründen, dass Choleo-Eimeria resistent gegen Toltrazuril ist und daher gegen diese Einzeller zurzeit keine wirksame Therapiemöglichkeit existiert. Hier helfen nur optimale Haltungsparameter und eine gesunde Hygiene.
Ebenfalls zu den Kokzidien werden aktuell (noch) Kryptosporidien gezählt. Da dies aber berechtigterweise sehr umstritten ist, habe ich diesen einen eigenen Abschnitt gewidmet.
 

3.2 Flagellaten (Geisseltierchen)
Auch Flagellaten gehören zu den Protozoen und sind in der Terraristik ziemlich verbreitet. Insbesondere die Gattung Trichomonas ist hier von Bedeutung. Obschon Trichomonaden zur normalen Darmflora gehören, können sie bei einem Massenbefall zu Problemen führen. Eine der möglichen, durch Trichomonaden verursachten Krankheiten, ist die Enteritis, eine Entzündung des Darmes. Zur Behandlung von Flagellaten wird normalerweise der Wirkstoff Metronidazol, der zum Beispiel in Flagyl enthalten ist, eingesetzt. Bei meinen Uroplaten habe ich die Erfahrung gemacht, dass Metronidazol nicht sehr gut vertragen wird. Sämtliche behandelten Tiere (Uroplatus sikorae und Uroplatus fimbriatus) stellten während oder nach der Behandlung für mehrere Tage (bis etwa 2 Wochen) das Fressen vollständig ein und gingen auch anschliessend nur sehr schlecht ans Futter, obschon sie vor der Behandlung sehr gute Fresser waren. Von daher stellt sich für mich die Frage: Ist eine Behandlung überhaupt sinnvoll und wenn ja, ab welcher Befallstärke. Ich denke, diese Frage muss im Einzelfall unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände geklärt werden. Der reptilienkundige Tierarzt kann dabei sicher helfen.
 

3.3 Cryptosporidium (Kryptosporidien)
Auch Kryptosporidien sind Einzeller, die bei Reptilien gelegentlich auftreten. Sie werden derzeit (noch) zu Coccidia gezählt, wobei diese Zuordnung umstritten ist. Für Reptilien sind vor allem Cryptosporidium serpentis und Cryptosporidium saurophilum gefährlich. Die Hauptprobleme bei diesen Parasiten liegen darin, dass sie einen direkten Fortpflanzungsprozess haben und dass es aktuell keine Therapiemöglichkeit gibt und die Krankheit dadurch über kurz oder lang meistens tödlich verläuft. Terrariumtiere, die ohne ersichtlichen Grund, plötzlich tot im Terrarium liegen, sollten, um den restlichen Bestand zu schützen, auf Kryptosporidien untersucht werden.
Mittels einer normalen parasitologischen Kotuntersuchung (Flotation, M.I.F.C.) kann eine Kryptosporidiose m.W. nicht nachgewiesen werden. Dazu muss die Probe mittels einer Kontrastfärbung (Ziehl-Neelsen-Färbung) untersucht werden. Dies muss in der Regel beim Labor separat beantragt werden.
Hier sei noch ein zusätzlicher Hinweis, den ich in einem Reptilienforum erhalten habe, angebracht: Die Durchführung einer Immunoassay (Nachweis von Antigenen mittels eines Standardverfahrens der Immundiagnostik) stellt beim Vorliegen von nativem Gewebematerial (verendetes Tier) eine sichere Methode dar, um Kryptosporidien oder auch ihre Abwesenheit eindeutig nachzuweisen (danke, Sven :-) )
Kryptosporidien sind wohl der Alptraum jedes Terrararianers. Deshalb hier noch ein Link zu detaillierten Informationen über diese Endoparasiten.
 

3.4 Amöben (Wechseltierchen)
Amöben siedeln sich bei Reptilien im Darm und in der Leber an und verursachen Blutungen und Geschwüre. Meistens handelt es sich dabei um Entamoeba invadens. Eine Übertragung von Entamoeba invadens auf den Menschen ist nicht möglich. In der Terraristik stellen bezüglich Amöben vor allem Schildkröten ein Problem dar, da sie häufig latent von Entamoeba invadens befallen sind, ohne an einer Amöbiasis zu erkranken. Kommen diese Tiere mit anderen Reptilien in Kontakt, können die Amöbenzysten über den Kot übertragen werden und zu ernsthaften Erkrankungen und innerhalb weniger Wochen zum Tod des Tieres führen. Deshalb sollten Schildkröten nie mit anderen Reptilien zusammen gehalten werden. Befallene Tiere fallen durch Futterverweigerung und durch blutigen, schleimigen Kot auf. Amöben werden mit dem Wirkstoff Metronidazol (z.B. Flagyl) bekämpft.
 

3.5 Ciliata, Chilophora (Wimpertierchen)
Ciliaten kommen vor allem im Wasser vor, weshalb vorwiegend Amphibien und Fische von den parasitär lebenden Arten dieser Lebewesen betroffen sind. Wimpertierchen können aber auch bei Reptilien, Säugern und Vögeln auftreten. Die meisten Arten gelten als apathogen bis nur gering pathogen, das heisst, sie sind nicht als Erreger ernsthafter Krankheiten bekannt, so dass eine Behandlung in der Regel nicht erforderlich ist.
Eine Ausnahme bildet die Gattung Balantidium, welche auch bei Reptilien zu Problemen führen kann. Aber vor allem beim Menschen kann Balantidium coli zu ernsthafen Erkrankungen führen (Balantidenruhr). Deshalb sind hygienische Massnahmen in diesem Fall absolut unerlässlich und eine Behandlung der betroffenen Tiere mit Metronidazol ist sicher in Betracht zu ziehen.
Der wohl bekannteste Vertreter der Ciliaten ist übrigens das Pantoffeltierchen (Paramecium sp.), das in heimischen Gewässern ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems darstellt.
 

3.6 Hexamita (Hexamiten)
Hexamiten führen vor allem bei Land- und Wasserschildkröten zu ernsthaften Erkrankungen. Die Parasiten befallen über den Darm andere Organe wie Leber und Nieren, wo sie pathologische Veränderungen verursachen. Diese Schädigungen enden häufig mit dem Tod des Wirtstieres. Schwache Tiere sind natürlich speziell anfällig. Symptome eines Hexamitenbefalls sind nur schwer erkennbar. Meistens ist aber eine gewisse Apathie der Tiere feststellbar. Zur Behandlung von Reptilien wird der Wirkstoff Metronidazol oder Dimetridazol eingesetzt.
 

 

 

zurück zum Anfang