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Symptome
Erblindung eines oder beider Augen, was
dazu führt, dass das Tier keine Nahrung mehr aufnehmen kann, da das Jagen
verunmöglicht wird. Bei meinem erkrankten Tier konnte ich beobachten, dass der
Frosch zwar jagte, das Futtertier aber nicht erwischte. Ich erkläre das so, dass
er zwar auf einem Auge noch was sehen konnte, durch die eingeschränkte
Sehfähigkeit des anderen Auges aber die Distanz nicht mehr einschätzen konnte
und daher dauernd daneben griff. Dadurch magerte das Tier massiv ab. Mit der
Zeit trübte sich das erkrankte Auge auch stark ein. Letztendlich führte das
Ganze zum Tod des Tieres.
Behandlung
Das erkrankte Tier sollte schnellstens
separiert werden und das Auge mit geeigneten Augentropfen behandelt werden.
Nähere Angaben kann der amphibienkundige Tierarzt machen. Zusätzlich sollte
versucht werden, das Tierchen zum Fressen zu bringen (z.B. ab Pinzette). Dies
hat sich in meinem Fall aber als unmöglich erwiesen. Eine erfolgreiche
Behandlung hängt vor allem von einem frühzeitigen Erkennen der Krankheit ab. |

Bindehautentzündung bei D. auratus
man beachte auch die starke
Abmagerung des Tieres. |
Red Leg Disease,
Aeromonas
Red-Leg-Disease ist eine
Amphibienkrankheit, die hauptsächlich durch Aeromonas hydrophilia in Kombination
mit Stress ausgelöst wird und hauptsächlich bei Anuren auftritt. Sie führt in
der Regel letztendlich zum Tod des befallenen Tieres.
Ursache
Die Ursache ist normalerweise in
Haltungsfehlern zu suchen. Zu hoher Besatz, schlechte Wasserqualität oder falsch
gewählte Temperatur im Terrarium, können in Kombination mit Aeromonas
hydrophilia oder anderen Erregern zur Auslösung der Krankheit führen.
Symptome
Körperseiten und Schenkelinnenseiten
werden rötlich verfärbt (Red Leg !). Es handelt sich dabei um Blutungen und
Ödeme in der Haut. Diese können auch in der Muskulatur und im Verdauungstrakt
auftreten. Weitere Symptome sind Apathie, auffallend blasse Farben und
Nahrungsverweigerung. Einzelne Tiere können auch Hautrisse bekommen oder
aufgebläht wirken.
Vorsorge
Die Vorsorge liegt in erster Linie in der
korrekten, artgerechten Haltung. Ferner ist natürlich auf eine gute Hygiene zu
achten. Häufiger Wasserwechsel hilft, die Keimzahl in grenzen zu halten und
vermindert dadurch das Infektionsrisiko. Dies sollte eh gegeben sein, da Erreger
wie Aeromonas, Pseudomonas und andere auch zu anderen Krankheiten bei den
Fröschen führen können. So kann Aeromonas hydrophilia zum Beispiel Massensterben
bei Kaulquappen auslösen.
Behandlung
Kranke Tiere müssen umgehend aus dem
Bestand entfernt werden und die anderen Individuen müssen sofort mit Antibiotika
behandelt werden. Auf jeden Fall ist ein amphibienkundiger Tierarzt beizuziehen.
Zudem sollten die Tiere nach Möglichkeit auf mehrere Quarantänebecken verteilt
werden und das Wasser ist häufig zu wechseln, um die Keimzahl zu reduzieren.
Ausserdem ist es zu empfehlen, die Tiere vorübergehend etwas kühler zu halten.
Das Terrarium selber und alle Gerätschaften müssen gründlich gereinigt und
desinfiziert werden. |
Chytridiomykose
Diese Krankheit wird durch einen
primitiven Pilz der Familie Chytridiomycota, Batrachochytrium dendrobatidis
(LONGCORE et. al., 1999),
ausgelöst und stellt fast weltweit eins der grössten Probleme, vor allem für
freilebende Amphibien dar. Im Terrarium wurde die Krankheit vor allem bei Dendrobaten nachgewiesen, die aus Zentralamerika importiert wurden oder bei
Nachzuchttieren, die zu importierten Wildfängen Kontakt hatten. Chytridiomykose
kann innerhalb kurzer Zeit einen ganzen Amphibienbestand dahinraffen. Die
Infektionskrankheit betrifft sowohl Anuren (Froschlurche) wie auch Urodelen
(Schwanzlurche). Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass vor allem Arten aus
kühleren Lebensräumen wie z.B. Bergregenwäldern betroffen sind. Dort steigen
durch die globale Erwärmung die Minimaltemperaturen zwar an, durch die daraus
resultierende Wolkenbildung sinken die Maximaltemperaturen aber ab. Dieses
Temperaturgefüge kommt dem Pilz sehr entgegen (POUNDS et. al., 2006). Man geht
heute davon aus, dass z.B. bei 67% der in den letzten 17 Jahren ausgestorbenen,
über 100 Harlekinkrötenarten Chytridiomykose schuld ist.
Ursache
Ursache für die Krankheit ist ein
Tröpfchenpilz, der erst 1997 als Auslöser der Krankheit identifiziert werden
konnte. Nach neusten Vermutungen stammt der Pilz ursprünglich aus dem südlichen
Afrika und wurde durch den Menschen über Krallenfrösche (Xenopus laevis),
die von 1930 bis 1960 für Schwangerschaftstests verwendet wurden, verschleppt
(WELDON et. al., 2004). Nachgewiesen wurde er zuerst in Australien und Amerika.
Dort bedroht
er viele, eh schon unter Druck stehende Amphibienarten. Inzwischen ist er aber
auch in Europa, vor allem auf der iberischen Halbinsel,
aber auch in Deutschland und Italien, aufgetreten. Auch in der Schweiz ist der
Pilz inzwischen weit verbreitet und wurde unter anderem in den Kantonen
BL, BE, LU, SG, ZH mehrfach nachgewiesen. Es wurden auch
schon vermehrt tote Amphibien gefunden, die mit dem Pilz infiziert waren.
Massensterben wurden bis heute aber noch keine beobachtet.
Symptome
Batrachochytrium dendrobatidis dringt in
die oberste Hautschicht postmetamorpher Amphibien ein und ernährt sich vom dort
vorhandenen Keratin. Als Symptome werden Apathie,
Nahrungsverweigerung, lange Aufenthalte im Wasser sowie Rötungen und Ablösungen
der Haut, sowie
plötzliche Todesfälle beschrieben. Erkrankte Tiere können sich nicht mehr
umdrehen, wenn sie auf den Rücken gelegt werden (OEVERMANN, 2004). Kaulquappen
und Larven sind von der Infektion nur am Maul betroffen, da nur dort das für den
Pilz notwendige Keratin vorhanden ist. In der Haut fehlt ihnen diese Hornschicht.
Neuste Erkenntnisse gehen davon aus, dass ein grosser Teil der Dendrobaten in
der Terraristik unbemerkt befallen sind, die Krankheit aber nicht zum Ausbruch
kommt. Allerdings können Veränderungen in der Haltung oder andere
gesundheitliche Probleme zur explosionsartigen Vermehrung des Pilzes und zum
Ausbruch der Krankheit führen.
Häufige Auslöser eines Chytridiomykose-Ausbruchs sind:
-
Neuzugänge im Terrarium, insbesondere Wildfänge und Tiere aus zweifelhaften
Quellen
-
Andere
Infektionen (z.B. Nematoden, Aeromonas- oder Pseudomonas-Erreger)
-
Plötzliche Veränderung des Klimas (Trocken- / Regenzeit) oder des Terrariums
(--> Stress)
Vorsorge
Es gelten die üblichen
Hygienemassnahmen im Terrarium. Ausserdem sollten Neuzugänge immer eine
Quarantänephase durchlaufen (sollte sowieso immer gemacht werden). Auf
Wildfangtiere sollte grundsätzlich verzichtet werden. Allerdings ist das
Auftreten des Pilzes nicht ausschliesslich auf schlechte Haltungsbedingungen
zurückzuführen.
Um Stress bei den Tieren soweit möglich zu verhindern, ist eine möglichst
artgerechte Haltung anzustreben. Dazu gehören nebst einem sinnvoll
eingerichteten Terrarium auch das Terrariumklima, die Beleuchtung und eine
ausgewogene Ernährung der Tiere. Des Weiteren ist anzuraten, mehrere
Amphibienterrarien nicht durch ein gemeinsames Abwassersystem miteinander zu
verbinden. Dieses würde es dem Pilz problemlos ermöglichen, von einem Terrarium
ins nächste zu gelangen.
Behandlung
Es gibt nach wie vor keine garantiert erfolgsversprechenden Behandlungsmethoden. Da der Pilz bei tieferen
Temperaturen (17 - 25°C) besser gedeiht als bei Temperaturen über 25°C,
erscheint es als sinnvoll, erkrankte Tiere bei etwas erhöhter Temperatur zu
halten. Das einzige erfolgsversprechende Medikament ist Itrakonazol, meistens
kommt aber eine Behandlung zu spät, da es nach wie vor keine Möglichkeit gibt,
Chytridiomykose am lebenden Tier einwandfrei zu diagnostizieren. Eine fachgerechte Quarantäne ist natürlich
bei einem Befall absolut unerlässlich (Quaratäne-Anleitung).
Wichtig:
Es ist aber auf jeden Fall auch darauf zu achten, dass keine toten Tiere und
kein
infiziertes Material aus dem Terrarium in die Umwelt gelangt und dort die
einheimischen Amphibien bedrohen kann. Am besten wird Kontakt mit einem Tierarzt
oder einer zuständigen Stelle aufgenommen.
Chytridiomykose im Freiland
Die Krankheit dürfte nebst der Zerstörung
des Lebensraumes zu einem grossen Teil dafür mitverantwortlich sein, dass wir
derzeit am Anfang der vermutlich grössten Aussterbewelle bei einer
Wirbeltierklasse seit dem Untergang der Dinosaurier stehen. Rund ein Drittel der
etwa 6000 bekannten Amphibienarten sind unmittelbar vom Aussterben bedroht, über
130 Arten sind in den letzten Jahren bereits unwiederbringlich verloren
gegangen. Das Stoppen dieser Entwicklung wird wohl die bisher grösste
Herausforderung im Artenschutz.
Das grösste Risiko, dass der Pilz verschleppt wird, geht wohl von Herpetologen
und Amphibienfreunden aus, die innerhalb kurzer Zeit verschiedene Biotope
aufsuchen. Es ist wichtig, dass sich diese Leute des Risikos bewusst sind und
sich entsprechend verhalten. So ist die gründliche Reinigung und
Desinfektion des Equipments und der Schuhe beim Wechsel des besuchten Biotops
absolut zwingend. Zur Desinfektion haben sich unverdünntes Javelwasser und
70%iger Alkohol bewährt. Beides sollte aber nicht in unmittelbarer Gewässernähe
verwendet werden, da es sich um giftige Substanzen handelt. Auch Virkon hat sich
als feldtauglich erwiesen. Bei grösseren Pausen zwischen den einzelnen
Biotop-Besuchen kann man die Ausrüstung auch vollständig austrocknen lassen oder
kurz auskochen (mind. 5 Min. bei > 60°C). Weitere Informationen zur aktuellen
Chytridsituation in der Schweiz findet man bei
KARCH.
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