|
Phelsuma klemmeri ist mit einer Gesamtlänge
von 85 -95 mm eine der kleinsten Arten der Gattung Phelsuma.
Charakteristisch für die Tiere ist ihre sehr kontrastreiche Färbung. Im
Gegensatz zu den meisten anderen Phelsumenarten fällt der Blaue Bambus-Taggecko
durch seine relativ gute intraspezifische Verträglichkeit auf, so dass in der
Regel ein Männchen auch mit mehreren Weibchen zusammen gehalten werden kann.
Auch Jungtieren im selben Terrarium wird normalerweise nicht nachgestellt.
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Phelsuma klemmeri liegt im
Nordwesten Madagaskars, im Sambarino-Gebiet. Die Art wurde erst 1991 von SEIPP
beschrieben und zu Ehren von Dr. Konrad Klemmer vom Museum Senckenberg benannt.
► Wieso kann ein Gecko über
Glasscheiben laufen ?
Ernährung:
Auch der Blaue Bambus-Taggecko ernährt sich
omnivor. Nebst kleinen Insekten
frisst er auch sehr gerne süsse Früchte und Nektar. Im Terrarium sollte
demzufolge nebst Drosophilas, kleinen Grillen und anderen Insekten auch
wöchentlich Früchtebrei gereicht werden. Die Zugabe eines Vitaminpräparates wie
Korvimin ZVT oder Herpetal Complete T dürfte selbstverständlich sein. Bei mir gibt es, wie
für die anderen Phelsumen auch, einen Bananenbrei mit etwas Honig, geriebene
Sepia und Korvimin/Herpetal. Gelegentlich mische ich etwas Karottensaft (Vitamin
A) dazu.
Terrarium:
Wie alle Phelsumen liebt auch der Bambus-Taggecko glatte Flächen zum
Klettern. Entsprechend sollte das Terrarium mit Bambusröhren und anderen
glatten Klettermöglichkeiten ausgestattet sein. Auch glattblättrige Pflanzen eignen sich
natürlich gut und helfen gleichzeitig, die Luftfeuchtigkeit konstant zu halten. Bromelien oder Neoregelien dienen bei mir gleichzeitig als Wassergefäss.
Selbstverständlich muss das Terrarium über eine gute Tageslicht-Beleuchtung
(z.B. Vollspektrum-T5 oder HQI) und eine ausreichende UV-Versorgung verfügen.
Fortpflanzung:
Die Tiere werden mit 10 - 12 Monaten geschlechtsreif. Das Weibchen legt
während der Legeperiode von Februar bis September etwa alle 4-6 Wochen ein Doppelei. Bei einer Inkubationstemperatur von ca. 28°C schlüpfen die Jungtiere
nach etwa 32 - 40 Tagen. Wird den Eiern eine Nachtabsenkung gegönnt, was der
Gesundheit der Jungtiere zuträglich ist, dauert die Zeitigung etwa 8 - 10 Tage
länger.

Männchen |

Weibchen |
Aufzucht:
Die Jungtiere können entweder im Terrarium der Elterntiere oder in
kleinen Aufzuchtbecken aufgezogen werden. Bei mir erfolgt die Aufzucht in
der Regel im Terrarium der Elterntiere und ausnahmsweise in Plastikdosen, die oben und unten mit einer Belüftung aus Drahtgaze versehen
sind. Die Beleuchtung und die UV-Versorgung ist über D3-Kompakt-Lampen (TerraSun
CL) gewährleistet. Die Ernährung erfolgt mit Drosophilas,
Mikroheimchen usw., sowie gelegentlich Früchtebrei.
Achtung: Geckofalle
Vorsicht ist mit Bambusröhren, die Risse aufweisen, angebracht.
Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen können dazu führen, dass sich diese
Risse durch Spannungen öffnen und schliessen, so dass ein kleiner Gecko mal
durchschlüpfen kann und mal nicht. Ich habe es mittlerweile schon zweimal
erlebt, dass junge Phelsuma klemmeri durch einen solchen Riss, bei dem
normalerweise nie ein Gecko durchpassen würde, in eine Röhre schlüpften und
anschliessend zwischen zwei Stegen in der Röhre gefangen waren. Nur weil ich die
Tiere vermisst und deshalb intensiv gesucht habe, konnte ich sie in der Röhre
entdecken (Röhre mit einem Schraubenzieher aufgehebelt) und aus ihrer misslichen
Lage befreien. Es ist also anzuraten, Bambusröhren so vorzubereiten, dass dies
nicht geschehen kann (Löcher bohren, spalten oder allfällige Risse wirklich
geckodicht verschlossen werden).
|