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Warnung: UV-Strahlung ist gefährlich.
Unsachgemässer Umgang mit höher dosierter UV-B-Strahlung und mit
UV-C-Strahlen kann zu massiven Gesundheitsschäden bei Mensch und Tier
führen. Bei Messungen, vor allem bei starken UV-Spots, nie direkt in die
Lampe schauen und wenn möglich eine gute Sonnenbrille tragen. Bei längeren
Arbeiten mit UV-Spots ist auch das Tragen von Handschuhen oder eine
Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor zu empfehlen. |
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Vorwort
Dies ist keine wissenschaftliche Abhandlung der UV-Versorgungsfrage von
Terrarientieren. Einerseits fehlt mir dazu der wissenschaftliche Hintergrund
und andererseits das notwendige Messequipment. Nur mit einem Spektrometer
kann das gesamte Lichtspektrum so ausgemessen werden, dass eine qualitativ
brauchbare Aussage bezüglich UV-Strahlung einzelner Lampentypen gemacht
werden könnte. Mit einem
Breitband-UV-Meter kann nur die Gesamtheit der
UV-Strahlung in einem bestimmten Bereich gemessen werden, nicht aber die
genaue Verteilung innerhalb dieses Bereiches. Als weiteres Problem kommt
dazu, dass meines Wissens nach wie vor nicht restlos geklärt ist, wie das
für die Vitamin 3D-Sythese physiologisch wirksame Spektrum genau aussieht.
So kann es sein, dass ein UV-Strahler zwar gute UV-B-Werte liefert, die
Strahlung aber in einem falschen Bereich liegt. Von daher ist die
Vergleichbarkeit von verschiedenen UV-Lampen durch Messungen mit einem
Breitband-UV-Meter nur beschränkt gegeben. Auch kann nicht mit Sicherheit
bestimmt werden, wie weit die ausgemessene Lampe tatsächlich zur Vitamin
D3-Sythese beiträgt. Für die Bestimmung von Qualität (klafft bei allen
Lampen z.T. weit auseinander), Alterung, Abständen und
Abdeckung bei ein und derselben Lampe sind diese Geräte aber sehr wohl
hilfreich.
Lohnt sich die Beschaffung eines Breitband-UV-Meters?
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1. Spektrale Intensität verschiedener
Leuchtmittel
im Vergleich zu natürlichem Sonnenlicht |
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UV-Strahlung im Terrarium
UV-Strahlung ist für Reptilien und Amphibien
lebensnotwendig. Sie wird für die Vitamin D3-Synthese (Umwandlung des
körpereigenen Provitamins 7-Dehydrocholesterol zu Vitamin D3) benötigt. Vitamin D3 (Cholecalciferol)
wiederum ist dafür zuständig, dass Kalzium in den Knochen eingelagert werden
kann, um Krankheiten wie
Rachitis und
Osteomalazie zu verhindern.
UV-Strahlung hat eine Wellenlänge von 200 - 400 nm (1 Nanometer = 1
Milliardstel Meter) und wird in drei Bereiche eingeteilt: UV-A (320-400 nm),
UV-B (280-320 nm) und UV-C (200-280 nm). Während UV-A und UV-B lebenswichtig
ist (in beschränkter Dosierung natürlich), ist UV-C zellzerstörend und damit
sehr gefährlich. UV-C dringt nicht in die Atmosphäre der Erde ein, in der
Natur bekommen die Tiere also kein UV-C ab. Für die Vitamin-D3-Sythese sind
nach dem aktuellen Wissensstand vor allem UV-B-Strahlen im Bereich von
285 bis 308 nm wichtig.
Immer mehr Hersteller bieten heute eine Flut spezieller UV-Lampen für die Verwendung
in Terrarien an. Da sind einerseits die so genannten HQI- und HQL-Mischlichtstrahler und
andererseits die Leuchtstoffröhren (LSR) mit UV-Anteil im Angebot. Eine
Spezialvariante der LSR stellen die D3-Energiespar- oder -Kompaktlampen (ESL
= Energiesparlampe) dar.
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2. Schematische Darstellung der Vitamin D3-Systhese |
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Vitamin D3-Produktion
Berücksichtigt man den Bereich, in dem das körpereigene Provitamin
zu Vitamin D3 synthetisiert wird, sieht man, wie wenig des gesamten
UV-B-Spektrums für das Tier wirklich von Nutzen ist. Grafik 3 zeigt
einerseits den für die D3-Synthese relevanten Bereich und andererseits das
in diesem Bereich liegende Spektrum von verschiedenen Lichtquellen (Sonne,
Vitalux, ReptiGlo 10.0).
Wird diese relevante UV-B-Strahlung in ein Verhältnis zur Vitamin
D3-Synthese im Körper des Tieres gesetzt (Grafik 4), erkennt man die
tatsächliche Vitamin D3-Produktion des Körpers. Dabei stellt man fest, dass
unter der Vitalux ein Mehrfaches an Vitamin D3 produziert wird, als unter
natürlichem Sonnenlicht. Dies liegt nicht primär an der effektiven
UV-B-Strahlung der Lichtquelle, sondern vor allem am Umstand, dass die
Vitalux, aber auch die ReptiGlo, ihr UV-B in einem kurzwelligeren Bereich
produziert als die Sonne (bzw. von dem was auf der Erdoberfläche ankommt).
Diese ganze Situation zeigt auch auf, wie problematisch die Messung der
UV-B-Strahlung in Bezug auf die D3-Produktion ist und dass sich präzise
Aussagen nur mittels Messungen mit einem Spektrometer machen lassen (wie im
gegebenen Fall). |

3. D3-relevante UV-B-Strahlung

4. Gewichtete Vitamin D3-Produktion
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Da die Angaben und Meinungen zu den verschiedenen Lampen doch deutlich
auseinander gehen und es sehr schwierig ist, die "Spreu vom Weizen" zu
trennen, habe ich die mir zur Verfügung stehenden Lampen mal ausführlich
ausgemessen. Zur Verfügung standen LSR von Exo-Terra, Arcadia und ZooMed,
Kompaktlampen von Lucky Reptile, EuroZoo, Exo-Terra und Arcadia und HQL bzw.
HQI-Lampen wie Osram Ultra
Vitalux und Radium Sanolux, MegaRay 160W (Zoologist), Hobby Ultra Lux 80W,
Hobby UV Sun Lux 160W, Arcadia 160W, Lucky Reptile Bright Sun Desert 50/70W und Bright Sun Jungle 50/70W, Bright Sun Desert Flood
70W, MegaRay UV-HQI 70W sowie SolarRaptor UV-HQI 35/50/70W.
Beim Einsatz von UV-Lampen im Terrarium ist immer zu berücksichtigen, dass
normales Fensterglas UV-Strahlung zu fast 100% filtert. Die Lampen müssen
also im Terrarium (mit passendem Schutz für die Tiere) oder über dem
Terrarium (mit Drahtgazedeckel) angebracht sein, wobei zu sagen ist, dass
auch Drahtgaze, je nach Maschenweite, die UV-Strahlung beträchtlich
reduzieren kann.
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Einige Schlüsse lassen sich gleich zu Beginn schon ziehen:
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Die Devise "je mehr, desto besser" kann man
heute nicht mehr gelten lassen. Einige Lampen geben beim Nichteinhalten
von Mindestabständen gefährlich hohe UV-Strahlung (insbesondere UV-B) ab. Dem Abstand zur UV-Quelle kommt
also eine absolut
zentrale Bedeutung zu. Bitte Gebrauchsanleitungen konsultieren.
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Bei neuen Lampen ergeben sich von Exemplar zu
Exemplar zum Teil
erhebliche Unterschiede (bis zu mehreren 100%) bezüglich UV-Leistung. Dies ist bei allen
Lampentypen der Fall und hängt in erster Linie mit der Glasqualität
zusammen.
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Die Herstellerangaben (Prozentangaben) sagen
über die effektiv abgegebene UV-Leistung nichts aus und können
durch eine Messungen in keiner Weise bestätigt werden. Es fehlt eine klare
Referenz.
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Die Alterung von UV-LSR (aber auch von
Strahlern) ist nicht zu
unterschätzen, kann aber nur bei Messungen mit einem gewissen Abstand zur
Röhre wirklich nachgewiesen werden, da mit zunehmenden Alter
offensichtlich nicht nur die UV-Strahlung abnimmt, sondern auch die
Reichweite derselben. D.h. dass der UV-Strahlungsverlust z.B. in 30 cm
Abstand verhältnismässig stärker abnimmt als am Glas. Dieses Phänomen ist
zwar wissenschaftlich nicht zu erklären, wurde aber bei mehreren Messungen
festgestellt.
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Nebst der effektiven UV-Leistung spielt vor
allem die Streuung und die gleichmässige Verteilung eine wesentliche
Rolle. Gerade bei Strahlern gibt es hier doch deutliche Unterschiede.
Einige Strahler tun sich sehr schwer, ihre UV-Strahlung gleichmässig zu
verteilen. Bei einem heterogenen Strahlungsfeld kommt es zum Teil partiell
zu gefährlich hohen UV-B-Werten (z.B. Hobby UV Ultra Lux oder Sun Lux).
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Grundsätzlich sind Metalldampflampen (HQI) den
Quecksilberdampflampen (HQL) vorzuziehen (heller, homogene
Lichtverteilung).
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Strahler mit einem klaren Glaskolben liefern
i.d.R. eine heterogenere Lichtverteilung als solche mit trübem oder
geripptem Glaskolben.
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Bei Basking-Spots lässt sich weder eine UV-A-
noch eine UV-B-Strahlung messen, auch wenn eine solche auf der Verpackung
versprochen wird (z.B. NeoPlus von EuroZoo).
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Lichtverteilung bei UV-Spots |
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Die Bilder der Lichtverteilung zeigen
eindrücklich den Unterschied veralteter Mischlicht-HQL-Spots gegenüber
moderner UV-HQI-Lampen. Auffallend ist die heterogene Verteilung des
Lichtes, aber auch der UV-Strahlung, beim Mischlichtstrahler. Dass dies aber
auch anders geht, zeigt die Ultra Vitalux, die diese ungleichmässige
Verteilung nicht kennt.
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3.
HQL-Mischlicht-Spot (Sun Lux 160W) |

4. Ultra Vitalux |

5.
HQI-UV-Spot (Bright Sun Desert 70W) |
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UV-Durchlässigkeit verschiedener Materialien |
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Dass Fensterglas UV-B-Strahlung filtert ist
hinlänglich bekannt, aber wie sieht es mit anderen Materialien aus? Ich habe
zu diesem Zweck die UV-Strahlung der Vitalux gemessen, einmal ohne etwas
dazwischen und einmal mit verschiedenen Materialien. Ausgewiesen wird der
prozentuale Anteil der zweiten Messung. Auffallend ist, dass auch
Fensterglas bei dieser Messung noch 18% der UV-B-Strahlung passieren liess.
Ein Blick auf das Spektrogramm zeigt aber, dass aber nur die langwellige
UV-B-Strahlung das Glas passiert und die für die Vitamin D3-Sythese
relevante Strahlung vollständig gefiltert wird. Überraschend ist auch, dass
Plexiglas die gesamte UV-Strahlung durchlässt, während Acrylglas praktisch
100% der Strahlung filtert. |
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6. UV-Durchlässigkeit von Materialien |

7. Spektrogramm Fensterglas |
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Noch ein paar Worte zum Messequipment:
Ein Teil der UV-Messungen erfolgten mit der Loggersoftware Logger Pro
3.0 von Vernier International und den zugehörigen UV-A- und UV-B-Sensoren.
Die Sensoren messen in einem Wellenlängenbereich von 320 - 390 nm (UV-A),
Peak bei 340 nm,
bzw. 290 - 320 nm (UV-B), Peak bei 315 nm. Als Aufzeichnungsgerät diente ein Apple Macintosh
G4. Die Grafikaufbereitung erfolgte separat über MS Excel.
Weitere UV-B-Messungen erfolgten mit dem
Solartech Solarmeter 6.2 (mit SiC-Sensor). Dieses hat seinen Messbereich von 280 - 320 nm mit
dem Peak bei etwa 300 nm.
Wichtiger Hinweis:
Zwischen verschiedenen Messgeräten bzw.
-sensoren gibt es grosse Unterschiede bezüglich Messergebnis.
Mein Solarmeter 6.2 zeigt etwa 3-4 mal höhere UV-B-Werte an als das Messequipment von Vernier International. Dies liegt daran, dass das Solarmeter
6.2 einen
grösseren UV-B-Range hat als der Vernier-Sensor. Ausserdem spielt die Gewichtung
einzelner Frequenzbereiche (Peak) eine entscheidende Rolle. Dies
bedeutet, dass die absoluten Messwerte , die mit verschiedenen
Messgerät-Typen ermittelt wurden, nicht miteinander vergleichbar sind.
Für die Messung der Beleuchtungsstärken wurde
ein normales handelsübliches Lux-Messgerät verwendet, für
Temperaturmessungen ein entsprechendes elektronisches Thermometer. |


Sensoren von Vernier International
 
Solartech Solarmeter 6.2 und 6.5 |
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überarbeitet am 17.11.2010 |
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