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Nebst mehreren Exemplaren der Vitalux/Sanolux
konnte ich inzwischen auch einige Lampen von Hobby (Dohse), MegaRay,
SolarRaptor (Econlux) und Arcadia ausmessen. Grundsätzlich muss man sich
bewusst sein, dass HQL-Lampen einen sehr schlechten CRI (Colour Rendering
Index, = Ra-Zahl)) haben.
Der
Dinosaurier unter den Mischlichtstrahlern ist die Osram Ultra Vitalux, bzw.
die baugleiche Radium Sanolux. Diese Lampe wurde ursprünglich für
Laborzwecke und die
Humanmedizin entwickelt und hat sich heute in der Terraristik gut etabliert.
Da sie u. a. für den Einsatz beim Menschen vorgesehen ist, darf man davon
ausgehen, dass sich der Anteil schädlicher UV-C-Strahlung sehr in Grenzen
hält. Leider stand mir kein UV-C-Sensor zur Verfügung. Die Vitalux bietet
sehr gute UV-A- und UV-B-Werte, wobei die UV-Strahlung auch relativ gut
gestreut wird. Der grosse Nachteil der Vitalux ist ihre sehr grosse
Leistungsaufnahme von 300W und die damit verbundene grosse Hitzeentwicklung.
Trotzdem kann die Vitalux für grössere Terrarien nach wie vor empfohlen
werden.
Bei den Hobby- Lampen fällt schon bei
der ersten Betrachtung der schräg eingebaute Brenner auf. Dieser führt dazu,
dass die maximale UV-Strahlung nicht im Zentrum des Lichtkegels liegt. Dies
erachte ich nicht als besonders tragisch. Bedenklicher finde ich den
Umstand, dass die Lampe ihre UV-Strahlung sehr stark fokussiert. Dabei
entsteht in einer kleinen Zone des Lichtkegels eine UV-Strahlung, die ein
Mehrfaches über den Werten der Vitalux und natürlich auch der Sonne liegt, während sich die Werte im
übrigen Lichtkegel in Grenzen halten. Kommt dazu, dass die Lampen schon nach
ein paar Wochen zu flimmern anfangen. Aufgrund dieser Eigenschaften kann ich
die Ultra Lux und die Sun Lux nicht empfehlen.
Bei den HQL-Lampen von Solar Raptor gilt
Ähnliches, wie für die Hobby-Lampen, aber wenigsten ist ihr Brenner
einigermassen gerade eingebaut. Trotzdem erachte ich sie als nicht
empfehlenswert.
Die MegaRay (HQL) habe ich bisher erst in der
160W-Zooversion im Einsatz. Drei Exemplare habe ich ausgemessen. Die Lampe hat sehr hohe UV-B-Werte (zum
Teil ein Mehrfaches der Vitalux) und sollte daher nur in wirklich grossen Terrarien mit
entsprechendem Abstand zum Einsatz kommen. Der Streuwinkel dürfte m.E. etwas
grösser sein, dann würde die hohe UV-Leistung im Becken besser verteilt
werden. Die Normalversionen der MegaRay konnte ich bisher noch nicht genauer
anschauen, hoffe aber, dass ich dies in den nächsten Monaten nachholen kann.
Die Zooversion kann mit obigen Einschränkungen für sehr grosse Becken
durchaus empfohlen werden. Allerdings muss man sich der Gefahren von UV-B
bewusst sein und entsprechende Vorsicht walten lassen. Im Abstand von 30 cm
erreicht die UV-B-Strahlung bis zum 5-fachen Wert der Strahlung der
Mittagssonne in einem äquatornahen Wüstengebiet.
Einen recht guten Eindruck hinterlässt die
Arcadia 160W. Nebst einer sehr homogenen Lichtverteilung bietet sie den
mit Abstand grössten Abstrahlwinkel, den ich je gemesssen habe. In einem
30°-Winkel stehen immer noch etwa 70% der UVB-Strahlung zur Verfügung.
Dieser breite Lichtkegel führt natürlich dazu, dass die gemessenen UVB- und
Lux-Werte eher etwas bescheiden ausfallen. Für tagaktive Tiere ist die Lampe
daher auf jeden Fall mit einer grosszügigen Grundbeleuchtung zu kombinieren.
Den Einsatz dieser Lampe sehe ich vor allem in relativ flachen,
grossflächigen Becken.
Während die Vitalux, die Sun Lux, die Solar
Raptor HQL, die Arcadia und die MegaRay (gilt nicht
für die HQI) direkt am Netz betrieben
werden kann, braucht die Ultra Lux ein geeignetes
Vorschaltgerät, idealerweise ein elektronisches (EVG).
Hinweis zum Alter: Die
gemessenen Vitalux standen während der genannten Einsatzdauer wöchentlich
etwa 2-4 Stunden im Einsatz.
Welche Lampe ist nun die Beste? Leider lässt
sich diese Frage nicht so einfach beantworten, zu viele Faktoren spielen
dabei eine wesentliche Rolle und eine Aussage wie "je mehr UV, desto besser"
ist sicher nicht haltbar, denn allzu viel ist auch hier ungesund. Kommt dazu, dass auch viele Grundlagen bezüglich
der Bedürfnisse der Tiere schlicht noch nicht genügend erforscht sind. So
weiss man heute z.B. noch nicht genau, welche Wellenlängen aus dem UV-B-Bereich
nun wirklich für die Vitamin-D3-Synthese verantwortlich sind (derzeit geht
man von 285 - 308 nm aus). Trotzdem
versuche ich hier mal eine Empfehlung abzugeben. Entscheidend für die
Auswahl sind aber sicher Faktoren wie Tierart, Terrarium, übrige
Beleuchtung, Klima usw. Diese Faktoren entscheiden auch, ob nun eine Spot-
oder eine Flood-Version die bessere Wahl darstellt. Grundsätzlich kann man
aber sagen, dass HQL-Lampen langsam als veraltet bezeichnet werden können
und mit Ausnahme der MegaRay "Zooversion" (aufgrund ihrer sehr
hohen UV-B-Leistung) für sehr grosse Becken und der Arcadia für eine
gleichmässige UVB-Bestrahlung grosser Bodenflächen,
eigentlich kaum mehr eine Daseinsberechtigung haben. Die deutlich bessere
Alternative heisst heute HQI.
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Lampe |
Vorteile |
Nachteile |
VG |
Preis/Lebensd. |
Prädikat |
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Vitalux/Sanolux 300W |
- bewährt
- gleichmässige UV-Leistung
- homogene Lichtverteilung
- kein EVG |
- Stromverbrauch
- Hitzeentwicklung
- Mischlicht |
nein |
günstig |
sehr empfehlenswert
für grössere Becken
externe Bestrahlung |
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Arcadia 160W |
- sehr breiter Abstrahlwinkel
- gleichmässige UV-Leistung
- homogene Lichtverteilung
- kein EVG |
- mässige UVB-Leistung
- schwache Beleuchtungsst.
- Mischlicht |
nein |
mässig |
sehr empfehlenswert
für grossflächige Becken
nicht für heliophile Tiere |
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Hobby Ultra Lux 80/125W |
- UV-Leistung |
- Fokussierung
- schräger Brenner
- Flimmern/Lebensdauer
- heterogene Lichtverteilung
- HQL-Mischlicht |
ja |
mässig
(VG extra) |
nicht empfehlenswert |
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Hobby UV Sun Lux 160W |
- Preis
- UV-Leistung
- kein EVG |
- starke Fokussierung
- partiell extreme
UV-Werte
- Flimmern/Lebensdauer
- schräger Brenner
- heterogene Lichtverteilung
- HQL-Mischlicht |
nein |
mässig |
nicht empfehlenswert |
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Solar Raptor HQL
100W/160W |
- UV-Leistung
- kein EVG |
- starke Fokussierung
- partiell extreme
UV-Werte (160W)
- heterogene Lichtverteilung
- HQL-Mischlicht |
nein |
mässig |
nicht empfehlenswert |
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MegaRay 100/160W |
- UV-Leistung
- homogene Lichtverteilung
- kein EVG |
- Preis
- HQL-Mischlicht |
nein |
hoch |
empfehlenswert
für mittlere/grosse Becken |
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MegaRay Zoologist 160W |
- sehr hohe UV-Leistung
- homogene Lichtverteilung
- kein EVG |
- Fokussierung
- schräge Abstrahlung
- Preis
- HQL |
nein |
hoch |
empfehlenswert
für sehr grosse Becken |
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ZooMed Powersun 100/160W 1) |
- gute UV-Leistung
- extrem breiter Abstrahlwinkel
- kein EVG
- homogene Lichtverteilung |
- sehr schwache Beleuchtungsst.
- HQL-Mischlicht |
nein |
mässig |
sehr empfehlenswert
für grossflächige Becken
nicht für heliophile Tiere |
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EuroZoo TerraSun 100/160W 1) |
- UV-Leistung
- kein EVG |
- heterogene Lichtverteilung
- partiell extreme
UV-Werte
- schräger Brenner
- HQL-Mischlicht |
nein |
mässig - hoch |
nicht empfehlenswert |
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T-Rex UV Heat 100/160W 1)
(Flood / Spot) |
- UV-Leistung
- kein EVG |
- Preis
- HQL-Mischlicht |
nein |
hoch |
bedingt
empfehlenswert
für mittlere/grosse Becken |
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1) Vorsicht: Die Powersun wurde völlig neu
entwickelt. Alte Chargen vor 2010 erfüllen die Anforderungen nicht und sind
nicht zu empfehlen.
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Details zu den einzelnen Lampentypen
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Obschon die Osram Ultra Vitalux 300W
und die Radium Sanolux 300W baugleich sind, ergaben sich bei meinen Exemplaren deutliche
Unterschiede zugunsten der Vitalux, und dies, obwohl diese schon seit
Monaten im Einsatz sind. So erzeugte selbst die Vitalux, die während 36
Monaten im Einsatz stand, mehr UV-Strahlung, als die neue Sanolux. Aber auch zwischen den einzelnen Exemplaren der
Vitalux ergaben sich deutliche Unterschiede, die nicht nur auf das Alter der
Lampen zurückgeführt werden können. So gab die älteste Vitalux immer noch
gleich viel UV-A ab, wie die Lampe mit 12 Monaten Einsatzdauer.
Bei der Sanolux handelte es sich um eine neues Exemplar. Wahrscheinlich
liegen die UV-Werte dieser Lampe im üblichen Toleranzbereich, den ich bei
allen Lampentypen ausmachen konnte und der z.T. Abweichungen von weit mehr
als 100% auswies.
Grafik 2 zeigt das gemessene Spektrum der Vitalux/Sanolux im Vergleich zum
natürlichen Sonnenlicht. Deutlich erkennbar sind die allen HQL-Lampen
eigenen Quecksilberlinien, die letztendlich zum schlechten CRI (Colour
Rendering Index) von HQL-Lampen beitragen. |

1. Vergleich Sanolux/Vitalux

2. Spektrum der Sanolux/Vitalux
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Das
Einschaltverhalten der Vitalux/Sanolux (Grafik 3) bestätigt die Angaben in der
Gebrauchsanleitung der Lampen. Ziemlich ziemlich genau nach 2 Minuten wird die
maximale UV-Leistung erreicht. Auch hier ist der grosse Unterschied
zwischen meiner Sanolux und der Vitalux klar sichtbar.
Im Gegensatz dazu erreicht die Bright Sun 70W Desert ihre maximale
UV-B-Leistung bereits nach etwa 50 - 60 Sekunden, bricht aber nach etwa 90
Sekunden wieder deutlich ein, dies ist laut Hersteller normal und begründet
sich nach seiner Aussage, dass das Glas einige Zeit braucht, bis es
"kristallisiert".
Die Ultra Lux lässt sich hingegen 10 Minuten
Zeit, bis sie ihre volle UV-Strahlung abgibt, was allerdings bei Lampen, die
für den Ganztageseinsatz vorgesehen sind, von untergeordneter Bedeutung ist.
Die MegaRay wurde diesbezüglich noch nicht ausgemessen.
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3. Einschaltverhalten
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Der Abstand zur Lampe ist auch bei der Vitalux absolut entscheidend
(Grafik 4),
wobei natürlich der hohen Leistung der Lampe (300W) und der dabei
entstehenden Wärmeabgabe Rechnung zu tragen ist. Der ideale Abstand zu den
Tieren liegt m.E. zwischen etwa 60 und 80 cm. Dank der hohen UV-Leistung ist
auch der UV-Bedarf wüsten- und steppenbewohnender Echsen bei einer täglichen
Bestrahlung von etwa 30 bis 60 Minuten gedeckt.
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4. Vitalux im Abstand von 30 - 120 cm
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Die
Alterung der Vitalux 300W ist in Grafik 5 und 6 deutlich erkennbar, wobei meine neue
Sanolux auch hier natürlich deutlich abfällt. Interessant ist der Umstand,
dass die 36 Monate alte Vitalux noch die dieselbe UV-A-Leistung bringt, wie
das 12 Monate alte Exemplar. Auch beim UV-B bringt die 36 Monate alte Lampe
noch beachtliche Werte, die sich auf dem Niveau der gemessenen Sanolux
befinden. Wie bereits erwähnt, muss hier die Ausmessung einer zweiten
Sanolux noch für Klarheit sorgen.
Auffallend ist bei diesen Grafiken auch, dass der UV-B-Wert etwa 2 Minuten
nach dem Einschalten den Höhepunkt erreicht und anschliessend wieder
beträchtlich abfällt. Der UV-A-Wert bleibt hingegen fast stabil. Dieses
Phänomen habe ich bei allen gemessenen Exemplaren und auch bei anderen
Mischlicht- und Metalldampf-Lampen festgestellt.
Sonstige Erfahrungen:
Die Vitalux ist die Grossmutter aller UV-Lampen, aber trotzdem noch
nicht in die Jahre gekommen. Trotz ihres hohen Stromverbrauches stellt wohl
die günstigste Variante dar, seinen Tieren eine ausreichende UV-Versorgung
zu gewährleisten. Da sie aber in der Regel nur während kurzer Zeit am Tag
zum Einsatz kommt, kommt man nicht umhin, die Versorgung mit ausreichend
Licht über andere Lampen (HQI, T5) zu sichern. Ich setze die Vitalux heute
vor allem noch zur gelegentlichen Bestrahlung nachtaktiver Reptilien oder
von Jungtieren ein, da die Lampe sehr gut mobil eingesetzt werden kann. Ein
weiterer Vorteil ist der Umstand, dass sie wie die meisten
HQL-Mischlicht-Lampen ohne Vorschaltgerät auskommt.
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5. Alterung Vitalux UV-A

6. Alterung Vitalux UV-B

7. UVA- und UVB-Abdeckung Vitalux 300W
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Vergleicht man die UV-Strahlung aller gemessenen Lampen miteinander, fällt
auf, dass einige Mischlicht-Spots enorme Strahlungswerte aufweist, die die Werte der Vitalux
zum Teil um das Mehrfache übersteigen. Dies liegt daran, dass diese Lampen
ihre Strahlung sehr stark bündeln. Dabei liegen die Maximalwerte häufig noch
deutlich höher. Durch häufig
schräg eingebaute Brenner liegen die Maximalwerte oft nicht im Zentrum des Lichtkegels,
wo gemessen wurde.
Auffallend ist auch, dass viele andere Mischlichtstrahler, im Gegensatz zur
Vitalux, nach ein paar Wochen im Einsatz zu
flimmern anfangen. Dieses Flimmern scheint systembedingt zu sein, da mir
andere Besitzer dieser Lampen dasselbe Phämomen berichteten. Dieses Flimmern
wurde vor allen bei den Lampen von Hobby schnell schlimmer und gipfelte darin, dass die Lampe
nach ein paar Monaten Einsatzdauer den Geist vollständig aufgaben.
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8. UV-B-Leistung Mischlichtstrahler bei 30 cm
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Bei der MegaRay 160W (Zoologist) fällt auf, dass sie im Nahbereich
sehr hohe UV-B-Werte erreicht, die aber bei zunehmendem Abstand schnell
abfallen. Durch das allgemein hohe Niveau hat sie aber auch bei grösseren
Abständen noch sehr gute Werte. Der Hersteller schreibt deshalb einen
Mindestabstand von 75 cm zum Tier vor, was meines Erachtens zuwenig ist.
Ein zweites Exemplar der MegaRay Zoologist erreichte gar so hohe UV-B-Werte,
dass sie bei 30 cm Abstand mit dem Solartech UV-Meter nicht mehr messbar
waren (Overflow).
Einen Abstand unter einem Meter ist bei dieser Lampe m.E. nicht zu verantworten sind. Ich setze
diese Lampe mit einem Abstand von gut 120 cm ein.
Die MegaRay 160W Zoologist ist also genau dafür ideal, wofür sie auch
konzipiert ist, für Grossterrarien mit sonnenhungrigen Tieren. Zu kleine
Abstände können aber schnell zur Katastrophe für die Tiere führen. Zudem ist
zu beachten, dass beim Hantieren mit dieser Lampe eine gute
UV-Schutz-Sonnenbrille getragen wird, was ich ohnehin bei jeder UV-Lampe
rate.
Achtung: Die UV-B-Strahlung der MegaRay 160W
Zoo ist so hoch, dass ein zu kleiner Abstand zu ernsthaften Gesundheitsschäden bei
Mensch und
Tier führen kann.
Wie bei der Vitalux ist auch bei den anderen Mischlichtlampen
der Abstand zum Tier von grosser Bedeutung. Gerade Lampen mit einer starken Lichtbündelung
ist ein grösserer Abstand von mindestens 60 - 80 cm, bei der MegaRay Zoologist
mindestens einem Meter, angebracht (Grafik 10).
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9. UV-B-Leistung Mischlichtstrahler 30 - 80 cm

10. UVA in Abhängigkeit des Abstandes
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Mindestens so wichtig wie der maximale UV-Wert, den eine
Lampe abgibt, ist die gleichmässige Streuung der UV-Strahlung. Zu diesem Zweck habe ich
den Winkelbereich von -30° bis +30° ausgemessen (Grafiken 11 und 12). Bei den Prozentangaben
wurde der höchste gemessene Wert als Referenz genommen (100%). Die Messungen
wurden alle im Abstand von 30 cm vorgenommen.
Die Grafiken 11 und 15 zeigen den deutlichen Unterschied zwischen den einzelnen
Lampentypen bezüglich Streuung der UV-Strahlung und der damit verbundenen
Abdeckung im Terrarium. Selbstverständlich spielt für die effektiv
bestrahlte Fläche auch der Abstand der Lampe eine entscheidende Rolle.
Grafik 11 zeigt deutlich die
asymmetrische Abstrahlung der UV Sun Lux 160W von Hobby. Bei dieser
Lampe liegt der höchste UV-B-Wert deutlich ausserhalb des Zentrums, was
durch einen schräg eingebauten Brenner verursacht wird.
Auch bei einem Teil der gemessenen MegaRay's liegt der Punkt mit den höchsten
Strahlungswert etwa 5 - 10° vom Zentrum der Lampe weg. In einem normalen Terrarium
spielt dieser Fehler eigentlich keine grosse Rolle, bei mir hängt die MegaRay aber über einem mittig unterteilten Terrarium und hier führt er
dazu, dass das eine Abteil sehr gut bestrahlt wird, während das andere kaum
etwas abbekommt. Ausserdem ist es wichtig, dass man dies bei eine Messung
zur Bestimmung des Idealabstandes berücksichtigt.
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11. UVA-Abdeckung

12. UVB-Abdeckung
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Die Osram Ultra Vitalux 300W liefert einen recht homogenen
Lichtkegel bei dem auch die UV-Strahlung ziemlich gleichmässig verteilt
wird. Während in einem Bereich von etwa -15 bis +15° noch gute UV-B-Werte
von > 40% und UV-A-Werte von gut 50% erreicht werden, fallen sie bei +-30°
auf bis zu fast 10% bzw. 20% ab (Grafiken 7 und 13).
Sonstige Erfahrungen:
Die Vitalux ist die Grossmutter aller UV-Lampen, aber trotzdem noch
nicht in die Jahre gekommen. Trotz ihres hohen Stromverbrauches stellt sie wohl
die günstigste Variante dar, seinen Tieren eine ausreichende UV-Versorgung
zu gewährleisten. Da sie aber in der Regel nur während kurzer Zeit am Tag
zum Einsatz kommt, kommt man nicht umhin, die Versorgung mit ausreichend
Licht über andere Lampen (HQI, T5) zu sichern. Ich setze die Vitalux heute
vor allem noch zur gelegentlichen Bestrahlung nachtaktiver Reptilien oder
von Jungtieren ein, da die Lampe sehr gut mobil eingesetzt werden kann. Ein
weiterer Vorteil ist der Umstand, dass sie ohne Vorschaltgerät auskommt.
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13. UVA- und UVB-Abdeckung Vitalux 300W
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Deutliche Kritik müssen sich die Hobby-Lampen
Ultra Lux 80W und UV Sun Lux 160W gefallen lassen. Nebst dem
schräg eingebauten Brenner und der starken Fokussierung, liefern sie eine sehr heterogene
Ausleuchtung (Grafiken 14 und 15). Die Maximalwerte liegen vom Zentrum aus in einem schmalen Band
nur in eine Richtung bis zu einem Winkel von etwa 10 -15°. Ausserhalb dieses
Bandes nimmt die UV-Strahlung sehr schnell ab. Die Winkelmessung erfolgte
bei der Lampe quer zu diesem Band, was dazu führte, dass sich der schräg
eingebaute Brenner bei dieser Messung nicht allzu stark auswirkte.
Dass der Lichtkegel stark gebündelt ist, zeigt die nebenstehende
Grafik deutlich. Bei +-15° werden nur noch gerade etwa 20% UV-A und 30 - 40%
UV-B erreicht.
Dazu kommt das starke Flimmern, das bei den meisten Hobby-Lampen nach
einigen Tagen Brenndauer begann. Auch die Lebensdauer dieser Lampen fällt
gegenüber der Konkurrenz deutlich ab.
Sonstige Erfahrungen:
Nach anfänglicher Begeisterung liess die Freude an den Hobby-Lampen
schnell merklich
nach. Einerseits stört der schmale Abstrahlwinkel und andererseits das
starke Flimmern, was mir und mit
grösster Wahrscheinlichkeit auch den Tieren nicht wirklich gut bekommt. Nach
einigen Monaten ist die UV-Leistung zwar immer noch gut, aber die Lampe
flimmern dann meistens so stark, dass sie ersetzt werden müssen. Auch von anderen
Besitzern habe ich schon öfter vom frühzeitigen Ableben dieser Lampen Klagen
gehört. Entsprechend kann ich die Hobby-Lampen nicht empfehlen.
Ähnlich wie die Hobby-Lampen sind auch die Mischlicht-Strahler von Solar
Raptor (nicht zu verwechseln mit den HQI-Spots von Econlux), die es in einer 100W- und einer 160W-Version gibt.
Auch sie haben eine sehr heterogene Lichtverteilung, was zu grossen
Unterschieden der UV-Werte innerhalb des Lichtkegels führt. Zudem ist bei
diesen Lampen anhand des Lichtbildes klar ersichtlich, dass es sich genau
genommen um zwei Leuchtmittel in einem Glaskolben handelt. Während das
normale Licht vor allem den äusseren Bereich des Lichtkegels bedient, wird
die UV-B-Strahlung des HQL-Brenner stark im Zentrum fokussiert. Da ich diese
Lampen nur ausgemessen und nicht über einen längeren Zeitraum eingesetzt
habe, kann ich zum Langzeitverhalten nichts sagen. Bei der 100W-Version
stellte ich aber von Beginn weg ein Flimmern fest, wie ich dies schon von
den Hobby-Lampen her kannte. Grundsätzlich kann ich die Solar Raptor
HQL-Mischlicht-Lampen ebenfalls nicht empfehlen.
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14. UVA- und UVB-Abdeckung Ultra Lux 80W

15. UVA- und UVB-Abdeckung Ultra Lux 80W
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Die MegaRay 160W Zoologist liefert
einerseits sehr gute UV-B-Werten, andererseits muss der Lampe, wie bereits
oben erwähnt, die m.E. zu starke Fokussierung und die schräge Abstrahlung
angelastet werden. Die Grafik 16 zeigt die deutlich schlechtere UV-B-Abdeckung
der MegaRay gegenüber von HQI-UV-Lampen, aber auch gegenüber der
Vitalux. Allerdings macht der grosse Abstand der Lampe (100-120 cm) dieses Manko
bezüglich der bestrahlten Fläche wieder etwas wett.
Die schräge Abstrahlung stört vor allem dann, wenn die Lampe,
wie bei mir, über zwei offenen Terrarien hängt und eigentlich beide
gleichmässig mit UV versorgen sollte. In einem normalen Terrarium fällt er
natürlich nicht ins Gewicht.
Sonstige Erfahrungen:
Die Anfangsbegeisterung wird durch die genannten Mängel etwas geschmälert. Von einer UV-Lampe mit
Prädikat "Zooversion" erwarte ich einfach mehr als nur hohe
UV-B-Werte in einem schmalen Lichtkegel, der dazu noch etwas in die "Pampa"
leuchtet. Das zweite gemessene Exemplar liess meine Begeisterung allerdings
wieder etwas ansteigen, denn durch nochmals deutlich höheren UV-B-Werte kann
der Abstand nochmals vergrössert werden, was wiederum zu einer Vergrösserung
der bestrahlten Fläche führt.
Grundsätzlich kann man der MegaRay 160W Zoologist
sicher das Prädikat "empfehlenswert" ausstellen. Die Lampe sollte aber
aufgrund der hohen UV-Leistung nur in wirklich grossen Terrarien und unter
Einhaltung des vorgeschriebenen Abstandes eingesetzt werden.
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16. Streuwinkel prozentual
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In die andere Richtung als die MegaRay Zoologist gehen die Arcadia 160W
und die ZooMed Powersun 100W.
Sie eignen sich meines Erachtens vor allem für grossflächige, niedere
Becken. Durch ihren sehr grossen Abstrahlwinkel wird die UVB-Strahlung auch
bei kleinem Abstand breit gestreut (Grafik 16). Aufgrund der eher mässigen UV-Leistung
(v.a. Arcadia)
läuft man trotz kleinem Abstand (z.B. 30 cm) nicht die Gefahr zu hoher
UVB-Belastung. Auch die Arcadia-Lampe und die Powersun zeigen (wie die Vitalux), dass trübe
Glaskolben zu einer homogeneren Lichtverteilung führen, als klare.
Die neue ZooMed Powersun 100W (wurde völlig neu entwickelt) hat mich
echt überrascht. Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin (vor 2010) überzeugt sie
auf der ganzen Linie, auch wenn sie als Mischlicht-Lampe natürlich nicht an
die Leistung guter Metalldampf-Lampen herankommt. Hier müssen, wie bei
Mischlicht-Lampen üblich, vor allem bei der Beleuchtungsstärke massive
Abstriche gemacht werden. Am meisten überrascht hat mich aber die Tatsache,
dass die Lampe im gesamten Messwinkel von -30° bis +30° eine durchgehende,
sehr gute UV-B-Leistung angibt. Das habe ich bis heute noch bei keiner Lampe
gesehen. In Kombination mit einer guten Grundbeleuchtung (HQI / T5) ist die
Powersun damit für grossflächige, niedere Terrarien prädestiniert.
Sonstige Erfahrungen:
Da ich diese Lampen bisher nicht in einem Langzeiteinsatz betrieben habe,
kann zur Lebensdauer usw. im Moment noch keine Aussage machen.
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Als Lichtquelle (Grundbeleuchtung) eignen sich Mischlichtstrahler nicht. Sie
erreichen zwar zum Teil beachtliche Lux-Werte (Grafik 17), aber
grundsätzlich erreichen Mischlicht- und HQL-Strahler nur eine sehr
bescheidene Lichtqualität (CRI < 50). Dazu kommt bei den meisten Lampen das
sehr heterogene Lichtfeld, sowie die ausgeprägte Neigung zu flimmern.
Ausserdem sind die meisten Mischlicht-Lampen (ausser der Vitalux, Arcadia
und Powersun) stark
fokussiert, was dazu führt, dass es ausserhalb des Lichtkegels ziemlich
düster bleibt.
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17. Licht-Vergleich Mischlichtstrahler
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Auf
untenstehenden Bildern erkennt man sehr gut die heterogene Lichtverteilung
der Solar Raptor- und der Hobby-Lampen. Die MegaRay ist in dieser Disziplin
deutlich besser, kommt aber auch nicht an einen HQI-Spot heran. Dass aber
auch mit der Mischlicht-Technologie eine homogene Lichtverteilung möglich
ist, zeigt einmal mehr die gute alte Ultra Vitalux, die in dieser Hinsicht
auch moderne HQI-UV-Strahler um Längen schlägt. Auch die Arcadia 160W und
die Powersun 100W sind löbliche Ausnahmen, die nebst der guten Lichtverteilung (scheinbar lohnt
sich diesbezüglich ein trüber Glaskolben) auch einen sehr breiten
Abstrahlwinkel besitzt. Dies geht natürlich zulasten der Beleuchtungsstärke
(kann anhand der Bilder nicht beurteilt werden).
Interessant bei den beiden Solar Raptor-Lampen ist der im Zentrum des
Lichtkegels ersichtliche grünliche Bereich des HQL-Brenners, während das
normale Licht der anderen Lichtquelle vor allem den ausseren Bereich des
Lichtkegels bestrahlt. Dieses Phänomen zeigt sich bei der UV Sun Lux nicht,
dafür hat diese einen gut sichtbaren Bereich zwischen 5 und 10° auf der
rechten Seite. Genau in diesem Bereich wurden auch die mit Abstand höchsten
UV-B-Werte gemessen. |
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| Solar Raptor
100W |
Solar Raptor
160W |
UV Sun Lux
160W |
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| MegaRay 160W
Zoologist |
Ultra Vitalux
300W |
Arcadia 160W |
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| ZooMed
Powersun 100W |
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Zum Abschluss meiner Berichterstattung über HQL-Mischlichtlampen möchte ich
es nicht verpassen, noch auf die Gebrauchsanleitung hinzuweisen, die jeder
Hobby-Lampe beiliegt. Offenbar steht die Firma Dohse mit der UV-Strahlung
noch etwas auf Kriegsfuss, denn durchgehend wird in der Anleitung von mW/cm2
(Miliwatt) gesprochen, statt von µW/cm2 (Mikrowatt). Würden die
Angaben in der Anleitung stimmen, wäre ein damit bestücktes Terrarium wohl
eher als Mikrowellenofen zu gebrauchen, denn als artgerechte Unterbringung
von Reptilien.
Bedenklicher als die falsche Einheit erachte ich aber die tabellarische
Empfehlung zur Bestrahlungsdauer der Tiere. Erstens wird nicht auf die
Tierart eingegangen und zweitens mögen die Angaben zur Vitamin D3-Sythese
rein rechnerisch zwar zu stimmen, aber es wird verschwiegen, welche
schädlichen Auswirkungen UV-B-Belastungen von 500 µW/cm2 und mehr
auf die Tiere haben könnten (Augen, Haut, usw.). Solche Angaben halte ich
persönlich schon für grobfahrlässig und der einzige Trost ist, dass ich die
gemachten UV-B-Angaben mit dem Solarmeter 6.2 nicht annähernd nachmessen
konnte (auch unter Verwendung der korrekten Einheit).
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Da sind wohl eher µW/cm2 gemeint ! |
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Selbst bei Verwendung der korrekten Einheit
(µW/cm2), wären derart hohe UV-B-Werte nicht zu verantworten. |
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überarbeitet am 18.8.2011 |
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