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Luftfeuchtigkeit
© by Dieter M. Humbel


 

Viele tropische Tiere brauchen in ihrem Terrarium eine hohe bis sehr hohe Luftfeuchtigkeit, die gerade in grösseren Becken ohne technische Einrichtungen nicht zu erreichen ist. Nebst einer sinnvollen Einrichtung des Terrariums (Wasserteil, Wasserfall, Bachlauf, üppige Bepflanzung) gibt es hauptsächlich zwei technische Möglichkeiten, die Luftfeuchtigkeit im Becken auf das gewünschte Niveau zu bringen. Einerseits können so genannte Vernebler (Wasser wird mit Ultraschall vernebelt) eingesetzt werden und andererseits bietet der Fachhandel verschiedene Beregnungssysteme an. Ich habe seit längerem beide Systeme im Einsatz und habe mit beiden positive und negative Erfahrungen gemacht.
Selbstverständlich kann man seine Terrarien auch von Hand sprühen, was durchaus auch gewisse Vorteile hat (Dosierung, Verteilung), übersteigt die Anzahl der Becken aber langsam das runde Duzend und/oder möchte man sich gelegentlich auch mal einen Tag Auszeit gönnen, bieten technische Lösungen doch einen nicht zu unterschätzenden Komfort.

Vernebler

Vorteile:
Wirksame Befeuchtung
keine Flutungsgefahr
einfacher Einbau
leise

Nachteile:
häufige Reinigung notwendig
grosse Feuchtigkeitsschwankungen
keine Versorgung der Tiere mit Wasser

Beregnungsanlage

Vorteile:
nachhaltige Befeuchtung
relativ keimfrei
Tiere und Pflanzen werden mit Wasser versorgt


Nachteile:
verstopfte, verkalkte Düsen
Drainage oder Ablauf notwendig, oder zumindest empfehlenswert
ziemlich laut

 

 

 

Beregnungsanlage
Aktuell habe ich 2 Anlagen von T.W. im Einsatz, eine Einzel- und eine Doppelanlage. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten bei der Doppelanlage (undicht) laufen nun beide Anlagen zufriedenstellend. Allerdings würde ich heute nur noch Einzelanlagen beschaffen, auch wenn dies unter dem Strich teurer kommen würde. Die höhere Flexibilität würde für mich den Mehrpreis aber wett machen.
Die T.W.-Anlagen haben für mich den Vorteil, dass alles schön in einem Gehäuse untergebracht ist und einen sauberen Eindruck hinterlässt. Leider sind die verwendeten Hochdruckpumpen ziemlich laut, so dass man über einen laufenden "Befeuchtungsprozess" auch dann immer informiert wird, wenn man z.B. gerade vor der Glotze hockt.
Technisch sind die Anlagen relativ einfach aufgebaut. Sie habe pro Pumpe einen internen Timer, der die Beregnungsdauer festlegt. Der Zeitpunkt der Beregnung muss aber mittels einer normalen Schaltuhr extern geregelt werden. Bei den Timern für die Dauer ist mir aufgefallen, dass sie eine sehr grosse Abweichung haben (zumindest bei meiner Doppelanlage). Während der eine Regler für 30 Sekunden Beregnungszeit gerade mal eine viertel Umdrehung braucht, ist der andere mit der gleichen Zeit schon fast am Anschlag.
An der Doppelanlage hängen derzeit insgesamt 6 Terrarien (1.Strang 2 Terrarien mit 5 Düsen, 2.Strang 4 Terrarien mit 7 Düsen). Die Einzelanlage bedient aktuell 5 Terrarien mit insgesamt 7 Düsen, wobei zwei der Becken je gut 5 Meter von der Anlage weg stehen (Schlauchlänge je ca. 8m).
Als Düsen verwende ich die Minidüsen von T.W. mit einem Durchfluss von 0.011 l/min. Die Düsen haben zum Teil eine flexible Verlängerung, was sehr praktisch ist und eine sehr zielgenaue Ausrichtung des Sprühnebels zulässt. Allerdings ist es schon dreimal passiert, dass der Düsenkopf von der Verlängerung abgesprengt wurde, da dieser nur aufgesteckt ist. Meistens ist der Düsenkopf im gut strukturierten Terrarium nicht mehr zu finden, so dass die ganze Düse ersetzt werden muss.
Inzwischen habe ich die Flex-Düsen modifiziert, indem ich die Düse zusätzlich mit einer Art Schlauchbride (Deutschland: Kabelschelle) aus Blumendraht gesichert habe. Seither wurde keine Düse mehr abgesprengt.
Probleme gibt es mit der Verkalkung der Düsenköpfe, wobei dies weniger mit den Düsen selber als vor allem mit unserem sehr kalkhaltigen Wasser zu tun hat. Obschon alles Sprühwasser durch einen Kalkfilter (ähnlich Britta, aber fest in die Wasserleitung eingebaut) fliesst, müssen alle Düsen praktisch monatlich entkalkt werden (gelegentlich schon nach einer Woche). Die Verwendung von Regenwasser ist meines Erachtens auch nur suboptimal, da Regenwasser in unserer stark besiedelten Gegend bekannterweise mit diversen Schadstoffen kontaminiert ist.
Trotz der Beregnungsanlagen sprühe ich häufig noch manuell. Einerseits kann keine Anlage so genau dosieren, wie dies von Hand möglich ist und andererseits sprüht die Anlage nicht in jede Ecke, was dazu führt, dass auch in einem Regenwaldterrarium Pflanzen verdorren können. Die Anlagen sind aber unbestritten eine Erleichterung und eine Komfortsteigerung für Tier und Halter, auf die ich nicht mehr verzichten möchte.
Für den Wasservorrat liess ich von einem Aquariumbauer einen Glastank mit etwa 20 Litern Inhalt bauen. Dieser passt schön zwischen die Terrarien, ist einfach zu reinigen, und der Inhalt reicht gut für eine Woche. Natürlich kann man auch einen Kunststoffkanister nehmen, aber je nach Platzverhältnissen lässt sich dieser aufgrund der ungünstigen Form vielleicht nur schlecht unterbringen.

Hinweis: Aufgrund diverser Vorkommnisse (Lieferschwierigkeiten, unbeantwortete Anfragen usw.) kann ich T.W derzeit nicht empfehlen, obschon ich von den Anlagen nach wie vor überzeugt bin. Ich rate dringend, bei Bestellungen auf jeden Fall auf eine Rechnung oder auf Nachnahme zu bestehen und keine Vorauszahlungen zu leisten.

Als Alternative zu T.W. bietet sich http://www.btd24.de an.





T.W.-Regenanlage BA-05T


T.W.-Regenanlage BA-12-DUO



Minidüse 0.011 l/min.


Flex-Düse 0.011 l/min.

 

 

 

 

Vernebler
Ich setze seit vielen Jahren einen leicht modifizierten Fakir LB10 ein. Das Gerät wird über einen externen Hygrostaten im Terrarium gesteuert und läuft seit Beginn absolut störungsfrei. Bei mir ist der Nebler als "Backup"-Lösung neben der Beregnungsanlage gedacht, d.h. dass er immer dann zum Zuge kommt, wenn die notwendige Luftfeuchtigkeit aus irgend einem Grunde durch die Beregnungsanlage nicht mehr gehalten werden kann (z.B. bei extrem trockener Raumluft im Winter oder bei leerem Wasserbehälter).
Vernebler haben einige Nachteile, die man als Terrarianer kennen sollte. So neigen sie schnell zu Verschmutzung durch Algen und Bakterien und müssen deshalb häufig gereinigt werden. Auffallend ist dabei, dass diese Verschmutzung stark von der effektiven Laufzeit abhängt. Läuft das Gerät häufig, bildet sich bereits nach 2-3 Tagen ein schmieriger Film, während das Wasser bei seltenem Betrieb des Neblers auch nach einer Woche zumindest optisch noch OK ist.
Der "Nebel" wird über einen Schlauch, der idealerweise so verlegt ist, dass er immer leicht ansteigt, zum Terrarium geführt. Natürlich können über Verzweigungen auch mehrere Terrarien bedient werden. Den Anschluss des Schlauches an den Nebler habe mittels eines normalen Haushalttrichters und einem Stück Kunststoff-Kanalisationsrohr realisiert.
Der Fakir-Nebler hat übrigens den grossen Vorteil, dass er durch seine rechteckige Form relativ wenig Stellfläche benötigt und trotzdem einen recht grossen Wassertank besitzt (ca. 5l).


 

 

 

 

Filtersystem
Als Alternative zu den bekannten Umkehr-Osmose-Anlagen verwende ich ein Filtersystem zur Aufbereitung von Leitungswasser, das bei uns extrem kalkhaltig ist (> 30 °fH bzw. > 17 °dH). Das System wird direkt in die Wasserleitung integriert (zweiter Wasserhahn in der Küche) und bietet verschiedene Filterkartuschen. Gegenüber der Osmose-Anlage bietet das System einige Vorteile wie ungleich grössere Durchflussmenge, kein Restwasser und das aufbereitete Wasser ist auch für den menschlichen Genuss geeignet (z.B. Kaffeemaschine u.ä.). Der Nachteil für die Beregnungsanlage ist, dass das Filtersystem nicht destillatgleiches Wasser produziert, was im Klartext heisst, dass sich vor allem gegen Ende der Lebensdauer der Filterkartusche wieder Kalk im aufbereiteten Wasser befindet und die Regendüsen wieder verstopft werden. Der Hersteller gibt für die Kartuschen eine Lebensdauer von 8'000 Litern an, was aber bei unserer Wasserhärte definitiv zu hoch gegriffen ist.
Bisher verwendete ich auf Empfehlung des Lieferanten Filterkartuschen für Giesswasser (grün). Neu habe ich jetzt Kalk-Radikal-Filter bestellt (Karbonat Plus). Längerfristig brachte aber leider auch die Karbonat.Plus-Kartusche nicht den erwünschten Erfolg. Es dauerte zwar deutlich länger, bis die Düsen wieder verkalkt waren, aber nach 2-3 Wochen war dann doch jeweils wieder eine Generalreinigung notwendig.

Weitere Informationen unter: www.fewatec.com


Wasserfilter mit zugehörigen Kartuschen
   

Mineralwasser
Den nächsten Versuch startete ich Anfang 2010 mit Mineralwasser mit geringem Anteil Mineralien (oligminerale). Mit Fonte Caudana fand ich ein passendes Produkt zu einem günstigen Preis. Nach bald einem Jahr kann ich sagen, dass sich das Wasser sehr günstig auf die Düsen auswirkt, hatte ich doch dieses Jahr nur ganz selten noch verstopfte Düsen. Der Nachteil dieses Wassers ist, dass im Vorratsbehälter viel schneller Algen bilden, als dies bei normalem Hahnenwasser der Fall ist. Wieso dem so ist, weiss ich nicht, aber der Vorratsbehälter muss deutlich häufiger ausgewaschen werden als vorher. Unter dem Strich bedeutet dies aber immer noch viel weniger Aufwand, als alle 2-3 Wochen nahezu alle Düsen zu reinigen.
Auch für kleine Wasserfälle und ähnliches eignet sich dieses Wasser, da dadurch auch die Pumpen deutlich länger leben, weil sie nicht verkalken.
 

 

 

 

 

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