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Erläuterungen, Grundbegriffe
© by Dieter M. Humbel


 

   

Licht, Strahlung
 

Licht ist eine elektromagnetische Strahlung, die im menschlichen Auge eine Hellempfindung hervorruft, also gesehen werden kann. Die Wellenlänge dieser Strahlung liegt zwischen 360 und 830 nm, was nur einen sehr kleinen Teil des uns bekannten Spektrums elektromagnetischer Strahlung ausmacht. Untenstehend eine Darstellung des elektromagnetischen Spektrums, die veranschaulicht, dass der Bereich des sichtbaren Lichtes lediglich einen ganz kleinen Teil des gesamten Spektrums ausmacht. Die beste Sehkraft des menschlichen Auges liegt tagsüber bei einer Wellenlänge von 555 nm (grün). Beim dunkeladaptierten Auge verschiebt sich dieser Punkt in Richtung blau auf etwas über 500 nm. Insektenaugen haben ihre optimale Leistungsfähigkeit bei noch kürzeren Wellenlängen von etwa 360 nm, weshalb Insekten auch Licht im ultravioletten Bereich wahrnehmen können. Über die Lichtwahrnehmung von Reptilien habe ich bisher keine gesicherten Angaben gefunden.

 

Biolicht, Vollspektrum
 

Als Biolicht- oder Vollspektrumlampen werden i.d.R. Lichtquellen bezeichnet, deren Licht dem normalen Tageslicht sehr nahe kommt, d.h. eine annähernd gleiche spektrale Verteilung hat. Wesentlich ist in diesem Zusammenhang einerseits die Farbtemperatur, welche zwischen 5500 und 6000 Kelvin liegen sollte und andererseits die Lichtqualität bzw. Farbwiedergabe, welche mittels des Farbwiedergabe-Indexes Ra angegeben wird. Dieser sollte mindestens 90 % betragen (Farbwiedergabewert 1A).
 

Lichtstrom
Lumen (lm)

Als Lichtstrom bezeichnet man die gesamte Strahlungsleistung, die von einer Lichtquelle abgegeben und die mit der spektralen Empfindlichkeit des menschlichen Auges, das seine höchste Empfindlichkeit zwischen 500 und 555 nm (grün) hat, bewertet wird. Das heisst, dass ein Tier, dessen höchste Augenempfindlichkeit bei einer anderen Wellenlänge liegt, Licht, das wir als sehr hell empfinden, ganz anders sieht. Deshalb ist es empfehlenswert, nicht den reinen Lichtstrom in den Vordergrund zu setzen, sondern auf ein möglichst breites Spektrum zu achten (--> Vollspektrum). Siehe auch diese Grafik.
 

Lichtausbeute
Lumen (lm) / Watt (W)

Als Lichtausbeute bezeichnet man den Lichtstrom (Lumen), der ein Leuchtkörper pro Watt Leistung zu produzieren vermag.
 

Lichtstärke
Candela (cd)

Eine Lichtquelle strahlt ihren Lichtstrom nicht in alle  Richtungen gleich stark aus. Die Lichtstärke ist die Intensität des in einer bestimmten Richtung abgestrahlten Lichts.
 

Beleuchtungsstärke
Lux (lx)

Die Beleuchtungsstärke gibt den auffallenden Lichtstroms pro beleuchteter Fläche an. 1 Lux entspricht einem Lichtstrom von 1 Lumen, der auf eine Fläche von 1 m2 gleichmäßig auftrifft. Auch bei der Beleuchtungsstärke gilt natürlich, dass die Einheit die Wellenlängen von 500 bis 555 nm übermässig gewichtet, da sie sich ja direkt vom Lichtstrom ableitet.

Beispiele:
 
Mittagssonne im Sommer ~ 100'000 lx
Gute Terrariumbeleuchtung (unter Strahler, ca. 30 cm) ~ 50'000 lx
Gute Terrariumbeleuchtung (Grundbeleuchtung) ~ 10'000 lx
Bedeckter Himmel im Sommer ~ 10'000 lx
Regenwetter / Gewitter ~ 1'000 lx
Beleuchtung Wohnung ~ 200 lx
Dämmerung nach Sonnenuntergang ~ 1 lx
Vollmondnacht ~ 0.2 lx
Mondlose Nacht ~ 0.0005 lx

 

Farbtemperatur
Kelvin (K)

Die Farbtemperatur ist die angegebene Temperatur eines so genannten schwarzen Strahlers, bei der dieser Licht gleicher Wellenlänge bzw. Farbe aussendet, wie die zu kennzeichnende Lichtquelle. Je weiter das Spektrum einer Lichtquelle nach Blau verschoben ist, desto höher ist ihre Farbtemperatur.
Eine Glühlampe mit warmweißem Licht hat z.B. eine Farbtemperatur von 2700 K, eine tageslichtähnliche Leuchtstofflampe 6000 K. Lampen mit 8000 K und mehr, sind für die Aquaristik bestimmt und dienen dort dazu, die übermässige Filterung von langwelligem Licht (Rottöne) in Wasser zu simulieren. Diese Lampen sind nicht für Terrarien geeignet.
 

Lichtfarbe

Die Lichtfarbe wird von der Farbtemperatur abgeleitet. Hierbei lassen sich drei Hauptgruppen unterscheiden:
Warmweiss < 3300 K / Neutralweiss oder Coolwhite 3300-5000 K / Tageslichtweiss > 5000 K.
Trotz gleicher Lichtfarbe können Lampen aufgrund der spektralen Zusammensetzung ihres Lichts sehr unterschiedliche Farbwiedergabe-Eigenschaften haben.
 

Lichtqualität, Farbwiedergabe
Ra (%), CRI

Der Farbwiedergabe-Index Ra bzw. CRI (Colour Rendering Index) bezeichnet die Übereinstimmung der Farbe mit ihrem Aussehen unter der jeweiligen Referenzlichtquelle. Zur Bestimmung des Ra-Wertes werden die Farbverschiebungen von 14 in DIN 6169 genormten Testfarben bestimmt, die sich ergeben, wenn die Testfarben mit der zu prüfenden Lichtquelle bzw. mit der Referenzquelle beleuchtet werden. Je geringer die Abweichung ist, desto besser ist die Farbwiedergabe-Eigenschaft der geprüften Lampe.
Eine Lichtquelle mit Ra100 zeigt alle Farben zu 100% wie unter der Referenzlichtquelle. Je niedriger der Ra-Wert ist, um so schlechter werden die Farben wiedergegeben, d.h umso weiter ist ist das abgegebene Licht von Tageslicht entfernt.
Immer öfter wird der Farbwiedergabe-Index nicht in %, sondern als Farbwiedergabewert (Code) angegeben.
 
Farbwiedergabe-Index Farbwiedergabewert Kennzahl * Qualität
90 - 100 1A 9 ausgezeichnet
80 - 89 1B 8 sehr gut
70 - 79 2A 7 gut
60 - 69 2B 6 mässig
40 - 59 3 5 schlecht
20 - 39 4 4 sehr schlecht

 * Erste Stelle der 3-stelligen Kennzahl

Zum Beispiel: 958 = Farbwiedergabewert 1A (90 - 100%) , 5800 Kelvin


Testfarben nach DIN 6169:
 
 

# 1 altrosa

 

# 8 fliederviolett

 

# 2 senfgelb

 

# 9 rot (gesättigt)

 

# 3 gelbgrün

 

# 10 gelb (gesättigt)

 

# 4 hellgrün

 

# 11 grün (gesättigt)

 

# 5 türkisblau

 

# 12 blau (gesättigt)

 

# 6 himmelblau

 

# 13 rosa (hautfarben)

 

# 7 asterviolett

 

# 14 blattgrün


 

 

 

 

 

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