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Terrariumbeleuchtung ist ein sehr komplexes Thema und der Markt bietet heute
eine fast unüberschaubare Vielfalt an verschiedenen Lampen, Spots, Röhren,
Strahlern und Energiesparlampen. Auf dieser Seite werde ich mal versuchen,
etwas Licht ins Dunkel der Terrariumbeleuchtung zu bringen. Als erstes sei
mal darauf hingewiesen, dass es immer drei Komponenten braucht, um eine
effiziente, naturnahe Beleuchtung zu erzielen: Licht (möglichst nahe am
Sonnenlicht), Wärme und UV-Strahlung (UVA und UVB). UVC sollte dabei möglichst tief
gehalten werden, da dieses schädlich ist. Je nach gehaltener Tierart,
braucht es vom einen mehr und vom anderen weniger oder eine Komponente kann
ganz weggelassen werden.
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Wichtig: Starkstrom ab einer Spannung von 48 V ist gefährlich.
Installationen dürfen daher nur von fachkundigen Personen ausgeführt
werden. Fehlerhafte Installationen können zu Kurzschlüssen, Bränden,
Verletzungen oder sogar zum Tod von Mensch oder Tier führen. |
Licht:
HQI, T5/T4, T8,
Energiesparlampen, HQL,
LED /
UV: Röhren, D3,
Mischlicht, Vitalux,
Metalldampf,
UV-LED
Wärme: Halogen,
Basking, IR,
Elstein, andere Heizelemente |
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1. Licht
Beim Licht geht es einerseits darum, mit möglichst wenig Energie,
möglichst viel Licht (Lichtstrom) zu produzieren. Die Einheit des
Lichtstromes ist Lumen und gibt an, wie viel Licht ein Leuchtkörper abgibt.
Zudem sollte das abgegebene Licht möglichst dem Sonnelicht entsprechen. Dazu
gibt es ebenfalls Messeinheiten. Einerseits die so genannte
Farbtemperatur
(Kelvin) und andererseits die Ra-Zahl. Tageslicht in der Mittagsonne hat
etwa 5500 - 6000 Kelvin (K). Die Ra-Zahl steht für die Qualität der
Farbwiedergabe des Lichtes
in Prozent zu einer Referenzlichtquelle (DIN6169). Gute Beleuchtungskörper erreichen heute eine
Ra-Zahl von deutlich über 90. |

Sonnenlicht
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Es
sind derzeit 2 verschiedene Technologien auf dem Markt erhältlich, die den
modernen Terraristikansprüchen genügen. Es dies HQI/HCI-Strahler und
T5-Leuchtstoffröhren.Für Tierarten, die keinen grossen Lichtbedarf haben
(z.B. nachtaktive Reptilien oder Arthropoden) können natürlich auch
herkömmliche T8-Röhren oder Energiesparlampen mit einer entsprechenden
Farbtemperatur eingesetzt werden. Die immer wieder erwähnten HQL-Lampen sind aufgrund
ihres schlechten Farbspektrums nicht wirklich geeignet. HQL wird aber nach
wie vor in den meisten UV-Strahlern verwendet. Ausserdem scheinen
einige Reptilien HQL-Licht trotzdem zu lieben, gibt es doch verschiedene
Meldungen, vor allem von Chamäleonhaltern, dass die Tiere gezielt die Nähe
von HQL-Lichtquellen aufsuchen. Dies könnte daran liegen, dass auch normale
HQL-Lampen relativ viel UV-A-Strahlung abgeben.
Auch die Art des Terrariums spielt für die Beleuchtung natürlich eine
entscheidende Rolle. So haben sich Terrarien mit einer ausreichend grossen
oberen Belüftungsfläche aus Drahtgaze am besten bewährt. Bei
Lochblechabdeckungen wird es grundsätzlich schwierig, die Lampen ausserhalb
des Beckens zu positionieren, ohne massive Einbussen bei der
Beleuchtungsstärke in Kauf nehmen zu müssen.
Weitere Informationen gibt es unter:
Die Sache mit der Helligkeit |
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1.1. HQI / HCI
Bei
HQI/HCI handelt es sich um
Halogen-Metalldampflampen, die ein sehr helles Licht
abgeben. Es sind verschiedene Brennertypen im Handel erhältlich, wobei sich
in der Terraristik nur die Typen "D" (Daylight) und "NDL" (Neutralweiss
Deluxe) eignen. HQI/HCI-Brenner müssen mit einem, der Leistung angepassten
Vorschaltgerät betrieben werden (vorzugsweise mit einem EVG, einem
elektronischen Vorschaltgerät). Gängige Leistungen sind 35, 70
und 150 Watt.
HQI/HCI sind übrigens die Bezeichnungen, die Osram verwendet. Bei Philips
heissen die Dinger CDM/MHN, bei Radium HRI und bei Sylvania HSI. Bei HCI
handelt es sich um den aus HQI weiterentwickelten Keramikbrennern. Die
beiden Brennertypen sind kompatibel, wobei der neuere HCI-Brenner eine noch bessere
Lichtausbeute besitzt als der HQI.
HQI/HCI-Brenner geben eine gewisse Menge UV-Strahlung ab, was ja an sich für
unseren Bedarf sehr wünschenswert ist. Die Hersteller der Strahler
unterdrücken diese UV-Strahlung nun aber wieder, indem sie die Strahler mit
einem UV-Schutzglas versehen. Es ist aber nicht zu empfehlen, dieses
Schutzglas zu entfernen, da sonst auch der relativ hohe Anteil an
schädlichen UV-C-Strahlen ungebrochen zu den Tieren gelangt. Zudem stellt das
Schutzglas natürlich auch einen Schutz vor mechanischer Beschädigung des
Brenners vor Wasserspritzern dar und schützt Tier und Mensch, falls ein
Brenner doch einmal bersten sollte.
Der Markt bietet heute auch HQI-Leuchtmittel, die speziell für die
Terraristik ausgelegt sind und entsprechende UV-Strahlung abgeben. Details
gibt es hier.

HQI-Brenner
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HCI-Brenner
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Farbwiedergabe
HQI - D |

Farbwiedergabe
HQI - NDL |
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HQI-Strahler
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1.2. T5-Röhren
T5-Leuchtstoffröhren verdrängen immer mehr die alten T8-Röhren. Im Gegensatz
zu diesen, haben T5-Röhren einen geringeren Durchmesser von nur 16 mm (T8:
26 mm). Dies entspricht 5/8 Zoll darum heissen sie auch T5. Auch T5-Röhren können nur über ein Vorschaltgerät betrieben werden.
Die Röhren sind mit einer dreistelligen Kennzahl gekennzeichnet, wobei die
erste Ziffer für die Ra-Zahl, die anderen beiden für die
Farbtemperatur
stehen. Somit bedeutet, dass eine Röhre mit der Kennzahl 960 zwischen 90 und
99% der Qualität des Tageslichts erreicht und eine Farbtemperatur von 6000
Kelvin hat, eine sehr gute Röhre also. Andere brauchbare Typen sind 860 und
865. Die besten Röhren die zurzeit erhältlich sind, sind die so genannten
Vollspektrum- oder BioVital-Röhren. Sie haben zwischen 5700 und 5900 Kelvin und erreichen Ra
= 96%.
Diese Röhren haben, nebst dem für die Tiere optimalen Licht, den Vorteil,
dass sie natürlich auch für das menschliche Auge sehr gute Voraussetzungen
schaffen und damit auch das Terrarium und deren Bewohner ins beste Licht
rücken. Ausserdem sind T5-Röhren deutlich effizienter als T8, erreichen T5 doch eine Lichtausbeute von bis zu
90 Lumen/W.
T5-Röhren gibt es in den zwei Leistungsklassen HO (High Output) und HE (High
Efficiency) mit folgenden Leistungen:
HO: 24
Watt, 55 cm / 39 Watt, 85 cm / 54 Watt, 115 cm / 80 Watt, 145 cm
HE: 14W, 55 cm / 21 Watt, 85 cm / 28 Watt, 115 cm / 35 Watt, 145 cm
Eine gute HO-T5-Röhre mit 54W (115 cm) liefert
einen Lichtstrom von etwa 3000 - 5000 Lumen. Eine von der Länge her
vergleichbare T8 (36W / 120 cm) gerade mal 1000 - 2500 Lumen. Selbst die
T5-HE-Variante mit 28W bringt es auf einen höheren Lichtstrom von 2000 -
3000 Lumen.
Zu beachten gilt dabei, dass sich die Einheit "Lumen" an der Sehfähigkeit
des menschlichen Auges, welches sein Optimum bei etwa 550 nm (grün) hat,
orientiert und deshalb Wellenlängen in diesem Bereich überdurchschnittlich
berücksichtigt werden. Da Vollspektrum-Röhren ihr Licht aber auf ein
breiteres Spektrum verteilen (weniger grün, mehr blau und rot) als Daylight-
oder Coolwhite-Röhren, haben sie auch einen tieferen Lichtstrom als diese.
So erreicht z.B. eine 54W-Biolight-Röhre (960) 63 lm/W, während eine gleich
starke Daylight (860) 75 lm/W und die Coolwhite (840) sogar über 80 lm/W
erreicht. Trotzdem ist als Terrariumbeleuchtung die Vollspektrum-Röhre
aufgrund des breiteren Spektrums und der besseren Lichtqualität vorzuziehen
(vergleiche dazu auch untenstehende Spektrogramme), da viele Tiere,
insbesondere Reptilien, eine andere Augenempfindlichkeit besitzen als der
Mensch.
Für sonnenhungrige Tiere wie Bartagamen und
andere Halbwüsten- und Steppenbewohner muss es schon die HO-Variante sein.
Auch für Sonnenanbeter die in den Bäumen leben, wie zum Beispiel Phelsumen,
Anolis oder Chamäleons ist diese Variante vorzuziehen. Für die
Tagesbeleuchtung bei nachtaktiven Tieren oder bei Amphibien kann durchaus
auch die HE-Version in Betracht gezogen werden. Diese ist sicher eine gute
Alternative zu den herkömmlichen T8-Röhren.
Aber immer daran denken: Vollspektrumröhren, egal ob T5 oder T8 (oder
auch Energiesparlampen) liefern keinen nennenswerten UV-Anteil, auch die
sogenannten BioVital-Röhren von Narva, die zwar einen sehr geringen UV-A-Anteil haben
(siehe Spektrogramm), reichen bei Weitem nicht, für eine genügende
UV-Versorgung tagaktiver Echsen, insbesondere, da sie keine UV-B-Strahlung
abgeben.
Trotzdem bieten Narvas BioVital-958-Röhren eine echte Alternative für
viele Terrarien, liefert die 24W-Version im Abstand von 30 cm mit immerhin
über 20 µW/cm2 UV-A und 0.6 µW/cm2 UV-B Werte, die sich mit einer
20W-Arcadia 5.0 vergleichen lassen.
Für kleinere Terrarien eignen sich z.B. auch die
KLD-L-BioVital 958 von Narva. Diese Röhren haben eine Leistung von 18W bis zu 80W
und passen aufgrund ihrer kurzen Bauform ausgezeichnet auf hochformatige
Terrarien. Mit einer Beleuchtungsstärke von ca. 10'000 Lux (bei 30 cm)
spielen sie auch bezüglich Helligkeit in einer eigenen Liga unter den
Leuchtstofflampen. Folgende Leistungen sind erhältlich:
18 Watt, 22 cm / 24 Watt, 32 cm / 36 Watt, 42 cm
/ 40 Watt, 54 cm/ 55 Watt, 54 cm / 80 Watt, 57 cm
Vergleich zwischen speziellen
Terrariumröhren und T5-Vollspektrum-Röhren.
Und wo kann man die tollen T5-Biolicht- und
BioVital-Röhren
kaufen? Frag mal hier
oder hier.
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Biolight-T5 von Narva

T5-Doppelbalken

Vorschaltgerät (EVG)

Narva KLD-L-BioVital 958
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1.2.1 T4-Röhren
Der Vollständigkeit halber sollen hier noch die T4-Röhren (4/8")
erwähnt werden. Da es von diesem Typ meines Wissens zurzeit keine
Vollspektrumröhren gibt, sind T4 für die Terrariumbeleuchtung nicht sehr
interessant.
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1.3. T8-Röhren
Als T8 werden die herkömmlichen 26mm-Leuchtstoffröhren bezeichnet
(8/8 Zoll). Für lichthungrige Tiere wie Bartagamen usw. sind diese Röhren
aufgrund ihres geringen Lichtstromes (36W = 1000 - 2500 Lumen) nicht geeignet.
Dazu kommt, dass T8-Röhren aufgrund ihres grösseren Durchmessers bei der
Verwendung eines Reflektors (was sowieso Pflicht sein sollte), eine deutlich
grössere Selbstabdeckung haben, als die schlanken T5. Aber für nachtaktive Reptilien und
Amphibien können sie problemlos eingesetzte werden. Dabei gelten natürlich
dieselben Grundsätze wie bei T5-Röhren. Auch von T8 gibt es Biolicht mit
5500 - 6000 Kelvin.
T8-Röhren gibt es mit folgenden Leistungen:
15 Watt, 44 cm / 18 Watt, 59 cm / 30 Watt, 90 cm
/ 36 Watt, 120 cm / 58 Watt, 150 cm
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1.4 Energiesparlampen
(ESL)
Energiesparlampen funktionieren nach demselben Prinzip wie Röhren.
Vor allem für kleine Terrarien sind diese Lampen sehr willkommen,
insbesondere für Arthropoden, Amphibien und kleine Reptilien (z.B.
Jungtiere). Einerseits geben sie genügend Licht ab ( bis 1000 Lumen bei 20W ) und
andererseits erhöhen sie die Terrariumtemperatur um einige Grade. Auch von
diesen Lampen bietet der Handel vollspektrale Versionen mit der Kennzahl 960
oder 965 an (z.B.
diese hier oder
diese).
Die Vollspektrum-Energiesparlampen von Narva (NT BioVital 958) haben z.B. einen Ra-Wert
von 98% bei 5800 Kelvin.
Ausserdem haben Energiesparlampen eine lange Lebensdauer
von durchschnittlich etwa 12'000 Stunden.
Leistungen: 9, 11, 15, 20, 23 Watt
Bemerkung: Bei
Mantiden hört man immer wieder, dass sie vom Licht von LSR und
Energiesparlampen erblinden können. Ich kann dieses Gerücht nicht
bestätigen, setze aber dies Lampentypen vorsichtshalber bei Mantiden nicht
ein.
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Energiesparlampen
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1.5. HQL
Quecksilberdampflampen eignen sich weniger, um ein Terrarium zu
beleuchten. Sie haben eine relativ tiefe Farbtemperatur und die
Lichtqualität lässt ziemlich zu wünschen übrig. Es gibt zwar einige HQL-Lampen, die
eine Farbtemperatur von über 5000 K haben, allerdings nur gerade eine
Ra-Zahl von 32 erreichen. Dies zeigt auch das Diagramm des Farbspektrums
einer HQL-Deluxe-Lampe. HQL muss ebenfalls über ein Vorschaltgerät
betrieben werden.
Komischerweise liest man immer wieder, dass HQL-Lampen von vielen Reptilien
bevorzugt werden. Ich kann diese Beobachtungen bei meinen Tieren nicht
bestätigen, kann mir aber vorstellen, dass dem wirklich so ist. Als Grund
kann ich mir nur den relativ hohen UV-A-Wert vorstellen, den auch normale
HQL-Lampen abgeben. Ich stelle mich daher vorerst mal auf den Standpunkt, dass HQL-Licht sehr weit vom normalen Tageslicht entfernt ist und daher mit den
natürlichen Bedingungen, die die Tiere in der Natur vorfinden relativ wenig
zu tun hat. Vielleicht ein etwas hinkender Vergleich, aber wir essen auch
sehr gerne Schokolade, obschon ein Apfel bedeutend gesünder wäre.
Auch HQL-Leuchtmittel (meistens als Mischlicht), die UV-Strahlung
produzieren bietet der Markt heute an. Details gibt es
hier.
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Farbwiedergabe HQL - Deluxe
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HQL-Lampen
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1.6. LED (Light Emitting Diode)
Die Entwicklung der LED-Technologie schreitet rasant voran und wird
auch für den Terrarianer immer interessanter. Nebst dem Einsatz blauer LED's
als Moonlights zur Beobachtung nachtaktiver Pfleglinge, wird die
LED-Beleuchtung langsam auch für die Tagesbeleuchtung zu einem Thema. Es
dürfte klar sein, dass diese Technologie bei sonnenhungrigen Echsen nichts
zu suchen hat, aber bei Arthropoden, Amphibien oder als Tagesbeleuchtung bei
nachtaktiven Reptilien ohne grossen Wärmebedarf sind LED's sicher eine
Überlegung wert.
Die neuste Generation weisser LED's (Lumineszenzkonversions-LED) ereicht
heute eine Lichtausbeute von bis zu 80 Lumen/W, erste Muster der nächsten
Generation sogar bis zu 100 Lumen/W (im Vergleich: gute LSR schaffen heute
bis etwa 90 Lumen/W, ein guter Metalldampfstrahler bis 110 Lumen/W). Auch die Farbwiedergabe
(CRI) ist bei Lumineszenzkonversions-LED's nicht mehr so schlecht, wie bei ursprünglichen
monochromatischen Leuchtdioden, allerdings bleibt sie mit einem CRI um 70
immer noch weit hinter einer guten LSR oder einem HQI zurück.
Es gibt heute zwei verschiedene Arten von
weissen LED's. Einerseits die Multi-, Mehrchip- oder RGB-LED und
andererseits die Lumineszenzkonversions-LED's. RGB-LED's bestehen aus drei
einzelnen LED-Chips (rot, grün, blau), deren Licht durch die additive
Farbmischung weiss wird. Da die Diode eigentlich aus drei monochromatischen
LED's besteht, hat sie eine schlechte Farbwiedergabe. Im Gegensatz dazu
funktioniert die Lumineszenzkonversions-LED mit nur einem Chip (blau), der
mit Lumineszenzfarbstoffen kombiniert wird. Dadurch entsteht zusätzlich ein
gelbes Licht, das in Kombination mit dem blauen Licht der Diode selber durch
die additive Mischung zu weissem Licht mit einer guten spektralen Verteilung
wird. |

RGB-LED

Lumineszenz-
konversions-LED |
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Den Einsatz einer LED-Beleuchtung sehe ich, wie bereits erwähnt, in
folgenden Bereichen:
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Als so genannte Moonlight-Beleuchtung
(Nachtbeleuchtung) bei nachtaktiven Tieren. Dabei werden blaue LED's
eingesetzt, die ein kaltes, bläuliches Licht, ähnlich dem Mondlicht,
abgeben. Diese Beleuchtung stellt eine wunderbare Möglichkeit dar, um
nachtaktive Tiere im Terrarium beobachten zu können, ohne dass diese über
Gebühr gestört werden. Gemäss meinen eigenen Erfahrungen werden
Regenwaldtiere aber auch durch diese Beleuchtung etwas beeinträchtigt (im
Regewald scheint der Mond nicht). Von daher empfehle ich, die
Moonlight-Beleuchtung nur zu Beobachtungszeiten und nicht dauerhaft
einzusetzen.
-
Die zweite Möglichkeit ist die
Tagesbeleuchtung bei nicht lichthungrigen Tieren, die auch keine
Strahlungswärme brauchen. Gerade Diplopoden sind hier sicher
prädestiniert, aber auch viele andere Tiere, die ein eher kühles Klima
benötigen. Dabei ist auf jeden Fall darauf zu achten, dass
Lumineszenzkonversions-LED's und nicht RGB-LED's zum Einsatz kommen.
Bezüglich Wirtschaftlichkeit gibt zurzeit doch
noch einige Einschränkungen, kommt doch ein guter, mit einem HQI-Strahler
vergleichbarer LED-Strahler schnell auf CHF 600.- zu stehen und ist damit
rund 3x so teuer wie ein guter HQI mitsamt EVG. Auch beim Stromverbrauch
können diese LED-Strahler mit 80 - 100W durchaus mit einem
Metalldampfstahler mithalten. Bleibt die zumindest sehr hohe Lebenserwartung
der LED's, wobei diese High-end-LED's diesen Theoretischen Wert in der
Praxis zuerst noch unter Beweis stellen müssen.
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Weisslicht-LED

Power-LED

LED-Strahler (80W)
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2. UV-Strahlung
Wüsten-, halbwüsten- und steppenbewohnende Reptilien brauchen viel
UV-Strahlung. Als UV wird der Strahlungsanteil im Sonnenlicht bezeichnet,
der eine Wellenlänge von 200 – 400 nm (1 Nanometer = 1 Milliardstel Meter) hat. Die sehr kurzwellige UV-C-Strahlung
dringt normalerweise nicht bis zur Erdoberfläche vor, und hat für unsere
Pfleglinge keine gesundheitsfördernde Relevanz, ganz im Gegenteil, UV-C ist
sehr
schädlich und wird daher vielerorts zu Sterilisation von Gegenständen und
Wasser verwendet. Als Terraristiker interessiert uns vor allem UV-A (320 –
400 nm)
und UV-B (280 – 320 nm). UV-A/-B wird von tagaktiven Reptilien benötigt, um
Vitamin D3 (Cholecalciferol) zu produzieren. Dieses wiederum ist
verantwortlich dafür, aufgenommenes Kalzium auch in die Knochen eingelagert
werden kann (Stichwort: Rachitis).
Der Handel bietet heute eine ganze Menge Produkte an, UV-Strahlung auch im
Terrarium verfügbar zu machen, wobei nicht verschwiegen werden darf, dass
das beste Licht und die gesündeste UV-Strahlung immer noch von der Sonne
kommen. Es ist sicher auch falsch, zu denken, dass eine möglichst starke
UV-Strahlung das Optimum darstellt, denn auch hier gilt "allzu viel ist
ungesund". Daher sollte die eingesetzte Lampe anhand von Terrariumgrösse und
Tierart evaluiert werden. Es ist auch zu bedenken, dass für das Tier
bestimmte Wellenlängen eine entscheidende Rolle (z.B. für die
Vitamin-D3-Synthese) spielen. Allerdings ist bis heute zuwenig erforscht,
welche Bereiche dies sind. Von daher ist zu empfehlen, Lampen zu wählen, die
ein möglichst breites Spektrum an UV-Strahlung abgeben (analog der
Vollspektrum-Lampen im sichtbaren Frequenzbereich). |
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2.1 UV-Röhren
Es handelt sich dabei um T8-Leuchtstoffröhren die einen bestimmten
Anteil UV-Strahlung abgeben. Die Nachteile dieser Röhren liegen in der
kurzen Abstrahlungsdistanz (ca. 40 cm), der kurzen Lebensdauer (spätestens
nach einem Jahr, besser nach 6 Monaten ersetzen) und dem hohen Preis. Sie eignen sich in erster
Linie für Tiere mit einem geringen UV-Bedürfnis und bei kletternden Arten
wie z.B. Phelsumen. In grösseren Terrarien und bei Steppenbewohnern sind
UV-Röhren absolut ungeeignet und unzureichend. Ebenfalls unbrauchbar sind
diese Röhren als Terrariumbeleuchtung, denn wenn eine Röhre 30% UV-A und 8%
UV-B abgibt, fehlt ihr ja dieser Leistungsanteil im Bereich des sichtbaren
Lichtes, d.h. sie gibt nur noch 62% des sichtbaren Lichtes ab, was eine
gleich starke Vollspektrum-Röhre abgibt.
Inzwischen sind auch die ersten UV-T5-Röhren (Lucky Reptile, Solar Raptor)
auf den Markt gekommen. Grundsätzlich haben diese die gleichen Probleme wie
die T8, allerdings geniessen sie natürlich dieselben Vorteile, die auch den
normalen T5-Röheren eigen sind (geringere Selbstabdeckung, höherer
Lichtstrom). Detaillierte Messungen habe ich bei de UV-T5-Röhren noch nicht
vorgenommen.
Noch ein Wort zu
den %-Angaben auf den Röhren. Die Aussagekraft dieser Kennzahlen ist etwas
fragwürdig, da ja für die Tiere die eigentliche UV-Leistung (in W)
massgebend ist und nicht irgendwelche Prozentzahlen, die ohne Kenntnis der
gesamten abgegebenen Lichtleistung überhaupt keine Aussagekraft haben. Wieso die Hersteller
nicht die abgestrahlte UV-Leistung in µW/cm2 angeben, ist mir
nicht ganz klar. Vermutlich handelt es sich um einen Marketing-Trick
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oben: T8 unten: T5 |
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2.2. UV-Kompaktlampen, D3-Energiesparlampen
UV-Kompaktlampen funktionieren nach demselben Prinzip wie die Röhren und
haben daher auch die gleichen Nachteile (hoher Preis bei kurzer Lebensdauer). Dank ihrer kompakten Form eignen
sie sich speziell für kleine Terrarien sowie für Aufzucht- und
Quarantänebecken. Kompaktlampen haben eine im Verhältnis zur Grösse sehr
gute UV-Leistung und den grossen Vorteil, dass sie in kleinen Becken nicht
zu einem unkontrollierten Anstieg der Temperatur führen.
Inzwischen sind auch UV-Kompakt-Lampen auf dem Markt, die vor allem im
Nahbereich (< 10 - 15 cm) sehr hohe UV-B-Werte aufweisen, die zu Schäden
(z.B. Konjunktivitis) bei den Tieren führen können. Diesbezügliche Meldungen
haben sich in letzter Zeit gehäuft, also ist etwas Vorsicht sicher nicht
fehl am Platz.
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D3-Energiesparlampe von Lucky Reptile
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2.3. Mischlicht-UV-Spots
Verschiedene Hersteller bieten auch Mischlicht-UV-Spots auf
HQL-basis, die für
den Ganztageseinsatz ausgelegt sind, an. Allerdings verlieren diese Lampen
seit dem Einzug von Metalldampflampen (HQI) mit UV-Anteil zusehends an
Boden. Typische Vertreter sind die MegaRay, die PowerSun von ZooMed, die TerraSun UV Plus von EuroZoo, die Sun Lux oder
Ultra Lux von Hobby, die UV-Lampe von Arcadia oder
die UV-Heat von T-Rex. Während die Vitalux, die MegaRay, die TerraSun,
die Sun Lux, die Arcadia-Lampe
und der Strahler von T-Rex
akzeptable UV-Werte liefern, ist die UV-Leistung der PowerSun gemäss
Messungen mehr als bescheiden. Gemäss Testbericht von J. Hoch haben die
Lampen von EuroZoo aber ein krummes Leuchtelement, was dazu führt, dass die
höchste UV-Strahlung nicht im Zentrum des Lichtkegels befindet.
Empfehlenswert sind von den UV-Werten her nur die MegaRay, die Lampen von Hobby und von T-Rex.
Wobei noch zu erwähnen ist, dass die ausgemessene Hobby Ultra Lux 80W
ebenfalls ein schräg eingebautes Leuchtelement besass und daher einen heterogenen
Lichtkegel entwickelte. Dies führte dazu, dass die Lampe partiell eine
gefährlich hohe UV-B-Strahlung entwickelte (genügend Abstand einhalten).
Zudem begann die Lampe nach wenigen Wochen Einsatzdauer zu flimmern, was ihr
das Prädikat "weniger empfehlenswert" einbrachte.
Mischlichtlampen können in eine normale
E27-Fassung eingesetzt werden und brauchen i.d.R. kein Vorschaltgerät (Hobby
Ultra Lux ist die Ausnahme). Aufgrund der grossen Wärmeentwicklung muss
die Fassung allerdings aus Keramik bestehen. Aus demselben Grund sind diese Spots
natürlich auch nicht für kleine Terrarien geeignet, das diese schnell
überhitzen würden. Diese Mischlichtlampen sollten ebenfalls nach einem Jahr
ausgetauscht werden. Zudem ist zu beachten, dass diese Spotstrahler im
Gegensatz zu Flood-Strahlern wie die Vitalux nur
einen sehr beschränkten Wirkungskreis haben.
Unter dem Strich ist der Einsatz dieser Lampen recht teuer. Insbesondere bei
Lampen wie der MegaRay, die ein eingebautes Vorschaltgerät besitzen, ist zu
bedenken, dass dieses bei jedem Lampenwechsel mitgewechselt werden muss. Neben den hohen
jährlichen Anschaffungskosten, ist der Stromverbrauch nicht zu unterschätzen
(365 Tage x 12 Std. x 160W ergibt rund 700 kW/h pro Jahr).
Ein weiterer Nachteil von Mischlicht-Lampen ist die häufig sehr heterogene
Lichtverteilung im Lichtkegel, was zu grossen lokalen Schwankungen bezüglich
UV-Leistung führt. Das heisst, an einem Punkt werden sehr hohe UV-B-Werte
erreicht und ein paar Zentimeter daneben herrscht "tote Hose". Dasselbe gilt
natürlich auch für das sichtbare Spektrum.
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UV-Mischlichtlampe

MegaRay 160W |
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2.4. Ultra Vitalux
Auch die
Ultra Vitalux von Osram (bzw. Sanolux von Radium) ist ein
HQL-Mischlicht-Strahler. Im Gegensatz zu TerraSun u. ä. ist die Vitalux aber ein
Floodstrahler mit einem grossen Wirkungsbereich. Zudem ist die Vitalux für
den Einsatz im Humanbereich zugelassen, was m. E. als gewisses
Qualitätsmerkmal angeschaut werden kann. Mit 300 W hat die Vitalux
eine Leistung, die einen Ganztageseinsatz normalerweise nicht zulässt. Diese Lampe sollte
nie länger als eine Stunde pro Tag eingesetzt werden (für dasselbe Tier
natürlich). Bewährt hat sich ein täglicher Einsatz von 30 Minuten, sofern
nicht noch eine andere UV-Quelle als Grundversorgung zur Verfügung steht.
Dabei muss auch ein gewisser Abstand zu den Tieren eingehalten werden (mind.
60 - 80 cm). Dies birgt das Problem, dass ein Einsatz in niedrigen
Terrarien nicht möglich ist. Hier besteht die Möglichkeit, die Tiere von
ausserhalb des Terrariums zu bestrahlen. Dabei ist zu beachten, dass
normales Fensterglas zwar UV-A zu einem grossen Teil durchlässt, das wichtige
UV-B aber fast vollständig ausgefiltert wird. Dies bedeutet, dass die
Schiebescheiben des Terrariums während der Bestrahlung geöffnet oder durch
eine Drahtgazekonstruktion ersetz werden muss. Ich habe meine Vitalux auch
mobil auf einem Ständer installiert und geniesse daher den Vorteil, ein und
dieselbe Lampe für mehrere Terrarien einsetzen zu können. |

Osram Ultra-Vitalux |
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2.5 Metalldampflampen
Seit einiger Zeit bietet der Markt auch Metalldampflampen (HQI), die
UV-Strahlung abgeben. Diese Lampen haben den Vorteil, dass sie die drei
notwendigen Komponenten Licht, Wärme und UV-Strahlung kombinieren, wobei
natürlich gerade bei der Wärme keine Wunder erwartet werden dürfen. Pionier
in diesem Bereich ist wohl die Firma Lucky Reptile mit der Bright Sun.
Andere Vertreter aus der HQI-Klasse sind die MegaRay HQI und SolarRaptor
UV-HQI. Alle HQI-Lampen benötigen ein Vorschaltgerät (VG). Obschon das
konventionelle VG (KVG) deutlich günstiger ist, sollte die elektronische
Version (EVG) bevorzugt werden. Sie verheizt deutlich weniger Strom und wird
deshalb auch nicht so heiss. Zudem erhöht sich gemäss Hersteller die
Lebensdauer der Lampen.
Während Lucky Reptile die Bright Sun in verschiedenen Versionen anbietet (Desert,
Jungle, Spot, Flood), gibt es derzeit von der MegaRay HQI und der Solar
Raptor UV-HQI jeweils nur eine Version. Lucky Reptile ist inzwischen sogar
dazu übergegangen, die Bright Sun aufgrund ihrer jeweiligen UV-B-Leistung zu
klassifizieren. So gibt es zum Beispiel von der Bright Sun Desert 70W
derzeit eine Version für einen Abstand von 20-40cm und eine solche für
40-70cm. Das macht das Ganze für den Laien zwar nicht gerade einfacher,
bringt aber doch den Vorteil, dass man sich spezifisch für sein Terrarium
und seine Tiere eine geeignetes Leuchtmittel auswählen kann. Die MegaRay HQI
kann man von der UV-B-Leistung her in etwa mit der Bright Sun Desert 20-40cm
vergleichen, die SolarRaptor mit der Desert 40-70cm.
Lucky Reptile scheint das Qualitätsproblem langsam in den Griff zu bekommen
und die neue individuelle Deklaration ist nur zu begrüssen. Man muss aber
aufpassen, dass man nicht noch eine Lampe aus früheren Chargen bekommt, denn
diese lassen bezüglich UV-Leistung doch oft zu wünschen übrig. Man ist also
nach wie vor gut beraten, neue Lampen beim ersten Einsatz kurz auszumessen.
Ein weiterer Vorteil der HQI-Lampen ist, dass sie auch sehr gute Werte
bezüglich Beleuchtungsstärke erzielen. So erreichen sie im Abstand von 30cm
Lux-Werte im Bereich von 50'000 (50W Jungle) bis 80'000 Lux (70W Desert),
was etwa dem Doppelten einer Vitalux entspricht und das mit einem Bruchteil
des Strombedarfs. Das ausgemessene Exemplar der SolarRaptor brachte es sogar
auf fast unglaubliche 180'000 Lux (hellster Punkt bei 30cm Abstand).
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Eine interessante Beobachtung machte ich bei meinen Bartagamen, nachdem ich
ihr Terrarium während der Winterruhe mit einer Bright Sun Desert 70W
ausgerüstet habe. Als die Tiere ihre Winterruhe beendet hatten und wieder in
ihr Terrarium gesetzt wurden, versammelten sie sich alle drei unter der
Bright Sun und verblieben den ganzen Tag dort. Auch an den
folgenden Tagen lagen die Tiere häufig alle drei auf einem Haufen direkt
unter der Bright Sun. Solches Verhalten konnte ich während all den Jahren,
in denen ich nun Bartagamen pflege, nie beobachten, weder bei der Vitalux
noch bei anderen UV-Lampen. Scheinbar passt es den Tieren im hellen
Lichtkegel der Bright Sun so gut, dass sie sogar auf die höhere Temperatur
unter dem daneben hängenden Halogenspot verzichten.
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2.6 UV-LED (Light Emitting Diode)
Der Vollständigkeit halber seien hier noch die LED's erwähnt, die
UV-Licht abgeben. Diese Leuchtdioden sind für die UV-Versorgung von
Terrarientieren gänzlich ungeeignet, da sie einerseits nur ein sehr schmales
Wellenlängenband zur Verfügung stellen und andererseits dieses je nach LED
im Bereich von etwa 360 - 390 nm liegt, was dem oberen Ende des
UV-A-Bereiches liegt. Bisher habe ich keine Dioden gefunden, die einen
breiten Wellenlängenbereich abdecken, bzw. die im UV-B-Bereich (280 - 315
nm) liegen. Gerade UV-B ist aber zur Vitamin D3-Synthese existenziell. Kommt
noch dazu, dass engfokussierte UV-LED's zu Augenschäden führen können. Also
mein Rat: Hände weg von UV-LED's.
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3. Wärme
Wärme ist im Terrarium vor allem für die "Sonnenplätze" wichtig.
Auch hier bietet der Handel verschiedene Produkte an. Die einen erzeugen
nebst der Wärme auch noch Licht, andere produzieren nur Strahlungswärme. Für
tagaktive,
heliotherme Tiere sind immer Wärmequellen vorzuziehen, die nebst
der Wärme noch möglichst viel Licht abgeben. "Dunkle" Wärmequellen dienen
vor allem der Einhaltung der Temperaturen während der Nacht.
Hier geht es zu den
detaillierten Wärmemessungen. |
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3.1. Halogenspots
Halogenspots stellen wohl die günstigste Möglichkeit dar, um im
Terrarium angemessene Aufwärmplätze zur Verfügung zu stellen. Dabei braucht
es nicht irgendwelche teuren Spezialspots, sondern es reichen in der Regel
günstige Spots aus dem Baumarkt. Hier haben sich die Brillant Spots von
Philips besonders bewährt, welche es leider noch immer nicht in einer
100W-Version gibt. Es ist aber sowieso ratsam, im Terrarium mehrere Spots
mit geringer Leistung zu installieren, als ein einziges Megading. Dadurch
kann die Temperatur viel besser den äusseren Temperatureinflüssen angepasst
werden.
Für höhere Terrarien haben sich zum Beispiel auch
PAR38-Pressglasreflektorlampen (z.B.
von
Radium) mit 10 oder
12° Abstrahlwinkel bewährt, da diese, auch an der Decke angebracht, am Boden
noch für ansehnliche Temperaturen sorgen.
Für mittlere Terrarien eignen sich sicher auch Pressglasreflektorlampen der
Typen PAR20 oder PAR30 mit Abstrahlwinkeln von ca. 30 °. Speziell die Philips
PAR30S Pro 75W hat mich so überzeugt, aber auch die meisten
Sylvania-Produkte können sich sehen lassen, dass ich sie inzwischen in diversen
grösseren Terrarien einsetze (siehe auch Wärmemessungen).
Für kleinere Terrarien sind auch
Niedervolt-Halogenspots (auch diese gibt es
mit verschiedenen Abstrahlwinkeln) sehr geeignet und haben den grossen
Vorteil, dass keine 220/240V-Leitung ins Terrarium geführt werden muss. Es
dürfte selbstverständlich sein, dass Wärmestrahler im Terrarium so
installiert werden müssen, dass sie von den Tieren nicht erreicht werden
können. Bei kletternden Arten hilft hier nur ein Schutzkäfig oder das
Anbringen der Lampe ausserhalb des Beckens. |

PAR38-Spot (240V)

Niedervolt-Halogenspot (12V) |
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3.2.
Baskingspots
Auch der Zoofachhandel bietet eine ganze Menge verschiedener Spots
an. Dabei handelt es sich in der Regel nicht um Halogenspots. Die
Reflektoren dieser Lampen sind so konzipiert, dass die abgegebene Wärme
optimal gebündelt wird. Eigene Messungen haben ergeben, dass diese Spots
unter gleichen Voraussetzungen und mit derselben Leistung im Lichtkegel
tatsächlich ein paar Grad mehr Wärme entwickeln. Allerdings ist es schon
fraglich, ob diese 2-3 °C einen Preis gerechtfertigt, der das Mehrfache
eines guten Halogenspots aus dem Baumarkts beträgt. Dazu kommt noch, dass
diese Spots eine relativ tiefe Lebenserwartung haben. Noch was zum UV: Diese
Spots geben kein signifikantes UV ab, auch wenn dies von gewissen Verkäufern immer
wieder gerne behauptet wird. Und wenn, dann sicher nur langwelliges UV-A und
kein UV-B. |

Baskingspot (240V) |
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3.3. IR-Spot, Rotlichtlampen
IR-Strahler machen bei tagaktiven Terrariumbewohnern nicht wirklich
Sinn, da sollte alles was Wärme macht, auch Licht erzeugen. Zudem haben
meine Messungen gezeigt, dass diese Lampen im Vergleich zu ihrer Leistung
nur sehr wenig Wärme erzeugen. Bei nachtaktiven
Tieren, insbesondere Schlangen, kann man ja noch darüber diskutieren,
allerdings bevorzuge ich dort den Einsatz eines Elsteinstrahlers. Wenn man
einen IR-Spot im Terrarium einsetzt, ist ein Schutzkorb, der die Tiere vor
Verbrennungen schützt, unabdingbar. |

IR-Spot (240V) |
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3.4. Elsteinstrahler
Als bessere Alternative zum IR-Spot sehe ich den Elsteinstrahler. Dieser
Keramikstrahler produziert nur Wärme, kein Licht und ist damit
prädestiniert, um im Terrarium nachtaktiver Tiere die Nachttemperatur etwas
zu erhöhen. Im Terrarium von tagaktiven Reptilien hat ein Elsteinstrahler
nichts zu suchen. Ich setze einen 60W-Elstein in meinem Boaterrarium ein, um im
Winter die Nachttemperatur auf etwa 23-24 °C zu halten. Elsteinstrahler
werden extrem heiss (mehrere hundert Grad), also ist ein stabiler,
grosszügig bemessener Schutzkäfig absolute Pflicht. Auch sollte sich in
unmittelbarer Nähe des Strahlers kein brennbares Material befinden.
Elsteinstrahler gibt es in verschiedenen Leistungsklassen von 60 - 250 W.
Sie passen in jede E27-Fassung. Aufgrund der hohen Hitzeentwicklung sollte
diese aber schon aus Porzellan sein. |

Elstein-Strahler (240V) |
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3.5. Wärmematten, Heizsteine
Wärmematten und -Platten, Heizsteine und -Kabel haben zwar wie der Elstein
mit der Beleuchtung nichts zu tun, sind aber hier der Vollständigkeit halber
trotzdem erwähnt. Diese Heizelemente sind für tagaktive Tiere ungeeignet, da
diese die Wärme immer mit Licht in Verbindung bringen. Das heisst, bei
diesen Tieren sollten immer lichterzeugende Heizelemente (Spots) verwendet
werden. Wie der Elstein dienen Heizkabel und Wärmematten durchaus, um die
Nachttemperatur von Terrarien zu erhöhen, bei mir ist dies zum Beispiel bei
den Dendrobaten der Fall. Dabei muss natürlich immer beachtet, dass für die
Tiere niemals eine Verbrennungsgefahr besteht. Gerade Heizkabel sind schon
mancher Schlange zum Verhängnis geworden. Nach Möglichkeit sollten Matten
und Kabel ausserhalb des erreichbaren Bereiches der Tiere installiert
werden. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass diese Heizelemente
wahre Glasterrariumkiller sein können. |
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Hinweis: Alle hier
gemachten Angaben sind nach bestem Wissen zusammengestellt. Ich übernehme
aber weder eine Garantie für die Richtigkeit, noch eine Verantwortung für
Schäden, die allenfalls aufgrund meiner Ausführungen entstanden sind. Ich
habe aber alle hier vorgestellten Beleuchtungs- und Heizelemente bei mir im
Einsatz, ohne dass bisher irgendwelche Probleme entstanden sind.
Ergänzungen, Erweiterungen und konstruktive Kritik ist natürlich jederzeit
willkommen, am besten per
Mail. |
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überarbeitet am 17.11.2010 |