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Du möchtest auch ein exotisches Reptil oder tropische Amphibien
pflegen? Ich gratuliere dir, das ist ein wunderbares Hobby. Bevor du nun aber Hals
über Kopf in die nächste Zoohandlung rennst und dir dein Wunschtier aussuchst,
solltest du diese Zeilen lesen und dir ein paar Gedanken machen. |
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Reptilien und
Amphibien sind Wildtiere, keine domestizierten Haustiere wie Hunde, Katzen,
Meerschweinchen usw. Sie eignen sich überhaupt nicht zum Rumschleppen, spielen und
Kuscheln.
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Reptilien und Amphibien gehören in ein artgerecht eingerichtetes Terrarium und
nicht auf den Küchenboden oder auf die Polstergruppe im Wohnzimmer. Das
Krankheits- oder Unfallrisiko ist dort viel zu gross.
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Reptilien und
Amphibien sind poikilotherme Tiere (wechselwarm) und brauchen daher ziemlich
genaue klimatische Bedingungen. Um diese zu gewährleisten ist einiger
technischer Aufwand erforderlich, was auch ganz schön ins Geld gehen kann.
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Viele Reptilien
und Amphibien können ein beachtliches Alter erreichen. Bist du gewillt, die
Tiere auch über Jahre und Jahrzehnte zu pflegen?
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Terraristik ist
ein teures Hobby. Die Anschaffungskosten der Tiere ist noch das Mindeste.
Schwerer fällt da schon ein artgerecht eingerichtetes Terrarium ins Gewicht.
Aber auch damit ist’s noch nicht getan. Die laufenden Kosten (Strom, Futter,
Ersatzeinrichtung, Tierarzt usw.) übersteigen die Anschaffungskosten schnell
um ein Mehrfaches.
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Reptilien und
Amphibien sind nicht jedermanns Sache. Sind die Leute in deinem Umfeld damit
einverstanden? Haben auch deine Nachbarn kein Problem damit? Schon mancher
Haussegen kam aufgrund der Tierchen ins wanken.
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Wenn dir diese Punkte alle bewusst sind und du auch gewillt bist,
diese zu respektieren, kannst du dir Gedanken zu deinem Wunschtier machen. Was
soll es denn sein? Schlange, Echse, Frosch oder vielleicht doch etwas mit 6 oder
8 Beinen? Diese Entscheidung musst du selber treffen. Folgende Punkte können dir
aber vielleicht helfen. |
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Es gibt tag- und
nachtaktive Tiere. Wenn du tagsüber immer abwesend bist, eignen sich
nachtaktive vielleicht besser.
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Die Beleuchtung
spielt bei nachaktiven Tieren eine kleinere Rolle als bei tagaktiven.
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Trockenterrarien
sind für Anfänger einfacher zu realisieren und zu pflegen, als Feucht- oder
Regenwaldterrarien.
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Der technische
Aufwand für Feucht- und Regenwaldterrarien ist bedeutend grösser als bei
Trockenterrarien (Befeuchtung, Beregnung).
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Trockenterrarien
haben im Gegenzug einen beträchtlich höheren Energiebedarf.
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Bei Feucht- und
Regenwaldterrarien gibt es dafür eher hygienische Probleme (Schimmelbildung).
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Grundsätzlich gilt jedoch: |
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Hast du einen
geeigneten Terrariumstandort in deinem Zimmer / deiner Wohnung, ohne direkte
Sonneneinstrahlung, ohne Fernseher, ohne laute Musik usw.?
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Grosse Tiere
brauchen viel Platz. Bringst du ein grosses Terrarium in deinem Zimmer /
deiner Wohnung unter?
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An die Beleuchtung
werden hohe Anforderungen gestellt (Helligkeit, Tageslicht-Spektrum,
UV-Strahlung, Wärme). Da wirst du dich eingehender damit beschäftigen müssen.
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Grosse Terrarien
haben auch einen grossen Energiebedarf. Da kommen schnell 5 - 10 kWh pro Tag
zusammen.
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In kleinen
Terrarien ist es schwieriger, die klimatischen Bedingungen stabil zu halten.
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Wenn diese Punkte geklärt
sind, geht es an die Auswahl der Tierart. |
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Grundsätzlich
solltest du mit einer gängigen Tierart beginnen. Diese sind problemlos als
Nachzuchten verfügbar und es gibt viel Literatur über deren Haltung.
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Wildfänge sollte
man nach Möglichkeit meiden, als Anfänger sowieso. Es bedarf i.d.R. viel
Wissen und Fingerspitzengefühl um sie erfolgreich einzugewöhnen und sie
einigermassen parasitenfrei zu bekommen.
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Von schwierig zu
haltenden Arten solltest du dich am Anfang distanzieren.
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Bist du in der
Lage, lebende Futtertiere zuhause zu halten und auch zu verfüttern. Es ist
nicht jedermanns Sache, so niedliche kleine Mäuschen einer Schlange zum Frass
vorzuwerfen.
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Empfehlenswerte
Tiere sind z.B. Bartagamen (Pogona vitticeps oder Pogona henrylawsoni),
Leoparggeckos (Eublepharis macularius) Griechische Landschildkröten (Testudo
hermanni, Achtung: diese Tiere werden sehr alt! ), Kornnattern (Pantherophis guttatus), Chinesische Rotbauchunken (Bombina
orientalis) u.v.a.m.
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Hast du dein Wunschtier
gefunden? Ja? Dann geht’s jetzt an die Informationsbeschaffung. |
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Kauf dir ein gutes
Buch über die entsprechende Tierart. Es dürfen auch zwei oder drei sein.
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Such dir im
Internet gute Seiten zu dieser Tierart. Pass aber auf, im Internet kann jeder
schreiben was er will, da ist noch längst nicht alles korrekt. Dein Buch wird
dir helfen, die gefundene Information zu verifizieren.
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Suche genaue
Klimadaten zu deinem Tier, Fotos von dessen natürlichem Lebensraum, Foren mit
erfahrenen Haltern.
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Stelle konkrete Fragen,
wenn dir etwas noch nicht klar ist und bleibe cool, wenn du nicht die Antwort
bekommst, die du gerne hören würdest.
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Wo krieg ich
geeignetes Futter, wo wohnt der nächste spezialisierte Tierarzt?
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Wie viele
Individuen will ich halten? Wie muss die Geschlechterzusammensetzung sein?
Manche Arten kann man nur einzeln halten, andere nur pärchenweise. Zwei
Männchen funktionieren bei den meisten Arten nicht, bei gewissen auch zwei
Weibchen nicht.
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Alles
klar? Dann geht’s jetzt ans Eingemachte. Wo kauf ich ein Terrarium? Oder bau ich
mir lieber selber eins? Wie mach ich das? Wie gross muss es sein? Was brauch ich
an Technik? Wo krieg ich eine gute Beleuchtung? Fragen über Fragen, die du
letztendlich selber beantworten musst. Ich kann dir hier auch nur ein paar Tipps
geben.
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Renn nicht in den
nächst besten Zooladen und kauf alles zusammen, was dir der Verkäufer andrehen
will. Du wirst es mit grösster Wahrscheinlichkeit bereuen.
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Lass dir Zeit, Rom
ist auch nicht an einem Tag erbaut worden.
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Frag Mister Google,
durchforste Fachforen, besuche einen Reptilien-Stammtisch in der Nähe oder
eine Börse. Suche Kontakt zu privaten Züchtern.
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Wenn du alles
zusammen hast (Terrarium, Beleuchtung, UV-Versorgung,
Einrichtungsgegenstände), bestellst du die Ware, baust dein Terrarium zusammen
und richtest es artgerecht ein.
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Wenn alles fertig
ist, machst du einen Probelauf, mindestens eine Woche. Überwache /
kontrolliere dabei die Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, Licht an verschiedenen
Stellen. Erst wenn alles passt und stabil läuft, solltest du an die Tiere
denken.
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Denke daran, das
viele kleine Reptilien und Amphibien Ausbruchskünstler sind, also mach dein
Terrarium ausbruchsicher (Terrariumschloss oder andere Verriegelung, Spalt
zwischen Schiebescheiben abdichten).
Die
Beleuchtung ist erfahrungsgemäss das schwierigste Thema. Leider kennen sich
viele Zoofachgeschäfte damit auch nicht aus. Folgende
Fachgeschäfte/Internetshops liefern m.E. eine kompetente
Beleuchtungsberatung:
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Und wo
kriegst du die Tiere? Worauf musst du achten? |
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Am besten kaufst
du dir deine Tiere direkt bei einem Züchter. Er kann dir sicher auch noch
Tipps zu deren Haltung usw. geben.
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Auch auf Börsen
hast du eine grosse Auswahl an Nachzucht-Tieren, die häufig direkt vom Züchter
angeboten werden.
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Ferner sind
spezialisierte Zoofachgeschäfte immer noch besser als Zoohandelsketten oder
der "Meerschweinchenhändler“ im Dorf. Vorsicht ist aber auch dort geboten.
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Nimm nach
Möglichkeit einen erfahrenen Terrarianer mit, der dir beim Kauf mit Rat und
Tat beiseite stehen kann.
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Bereite anhand
deines Buches ein paar Fragen vor, deren Antwort du kennst. Indem du diese
Fragen dem Verkäufer stellst, kannst du seine Fachkompetenz überprüfen.
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Schau dir die
Terrarien, die Haltung, die hygienischen Verhältnisse an. Tote oder fast tote
Tiere im Terrarium hinterlassen nicht gerade den besten Eindruck.
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Kaufe nie ein Tier
aus Mitleid.
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Kaufe keine
Wildfänge.
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Kaufe nie ein Tier
unvorbereitet, auch wenn’s noch so niedlich aussieht.
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Kaufe nur Tiere,
die einen gesunden Eindruck machen.
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Gesunde Tiere sind
aktiv und aufmerksam, haben keine Hautveränderungen, Häutungsprobleme oder
Verletzungen, wehren sich oder flüchten, wenn man sein anfassen will und haben
keine Deformationen am Schädel, an der Wirbelsäule und am Schwanz. Eine
gesunde Schlange liegt nicht ausgestreckt im Terrarium.
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Lass dir nach
Möglichkeit eine Fütterung vorführen, dann siehst du ob die Tiere problemlos
ans Futter gehen.
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Lass dir
zutrauliche Tiere auch mal in die Hand geben. Zum Beispiel sind Bartagamen,
die sich wehrlos auf den Rücken drehen lassen oder Schlangen die beim
Rausnehmen nicht züngeln mit Sicherheit nicht fit.
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Nimm eine
geeignete Transportbox zum Kauf mit (z.B. Faunabox oder Styroporbox mit
Luftlöchern), im Winter mit geeigneten Heatpacks.
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Schlangen verpackt
man am besten in einen verschnürten Leinenbeutel (Kissenüberzug) und dann in
die Box.
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Dein Wunschtier ist eingezogen. |
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Lass deinem Tier
Zeit, um sich einzugewöhnen. Unter Umständen frisst es nicht vom ersten
Tag an. Das ist normal und sollte dich nicht gleich stressen. Nach einer
Woche sollte sich das aber spätestens langsam legen.
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Beobachte dein Tier
immer aufmerksam. So lernst du schnell sein Verhalten kennen und bist in
der Lage, auf Veränderungen schnell zu reagieren.
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Reptilien und
Amphibien sind immer noch Wildtiere, also schleppe dein Tier nicht mit dir
rum. Auch freilaufend in der Wohnung haben diese Tiere nichts zu suchen.
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Suche immer weiter
neue Informationen über dein Tier. Es ist unglaublich, was man auch nach
Jahren noch über seine Tiere in Erfahrung bringen kann.
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So, ich
hoffe, ich konnte dir ein paar Tipps geben. Fehlkäufe (Tiere, Terrarium,
Technik) sind immer für alle Beteiligten schlecht (ausser für den
verantwortungslosen Verkäufer), am meisten leiden aber die Tiere darunter. Als
verantwortungsbewusste Terrarianer müssen wir dies um jeden Preis verhindern.
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