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4 Mal Namibia / 1 Mal Botswana
© by Dieter M. Humbel


Im Herbst 2007 hatten wir Gelegenheit Namibia zu bereisen. Mit einer Fläche, die rund 2.5 mal derer Deutschlands entspricht und etwa 1.8 Millionen Einwohnern, ist Namibia sehr dünn besiedelt. Zu fünft und ausgerüstet mit zwei geländegängigen Fahrzeugen und der notwendigen Campingausrüstung machten wir uns von Windhoek aus auf den Weg Richtung Norden. Nach einer Übernachtung an der Spitzkoppe und einer Weiteren auf einer Farm gelangten wir in die Etoshapfanne, wo wir gleich von einer grossen Elefantenherde empfangen wurden. Im Laufe der folgenden Tage begegneten uns viele der dort heimischen Tiere. Speziell an den Wasserlöcher herrschte zu jeder Tages- und Nachtzeit reges Treiben. Anschliessend ging es weiter Richtung Namibwüste. Die Durchquerung des Messum Craters stellte ein spezielles Erlebnis dar. Da diese Gegend weder kartographiert ist noch Strassen besitzt, war das GPS gefragt. Drei Tage brauchten wir, um zum Teil mit Schrittempo die fantastische Landschaft zu erkunden. Während dieser Zeit begegnete uns kein anderer Mensch und weit und breit war kein anderes Auto auszumachen, Wüste pur.Nach drei Tagen erreichten wir bei Cape Cross das Meer. Die Seebärenkolonie und Swakopmund, die zweitgrösste Stadt Namibias waren für uns etwas zu touristisch, so dass es uns schnell wieder in die Wüste raus zog. Mit Übernachtungen bei der Bloedkoppe und bei Mirabib ging es weiter Richtung Sesriem, wo die grossen Sanddünen auf dem Programm standen, natürlich nicht ohne den obligaten Zwischenhalt im Pub von Solitaire.


Dead Vlei bei Seriem

Die erste Nacht in Sesriem war geprägt von einem Sandsturm, so dass an schlafen nicht zu denken war. Am Morgen war alles von einer Sandschicht überzogen, selbst in das geschlossene Auto hat der feine Sand den Weg gefunden. Zum Glück legte sich der Wind im Laufe des Vormittags, so dass wir unseren Ausflug ins Dead Vlei doch noch starten konnten. Nach einer weiteren, diesmal ruhigen Nacht in Sesriem fuhren wir weiter in Richtung Windhoek. Eine weitere Übernachtung auf einer Farm stand ganz im Zeichen von Felsenagamen (Agama planiceps) und Klippschliefern. Auf der Rückfahrt nach Windhoek trafen wir noch mehrmals auf stattliche Paviansippen, die aber immer sofort Reissaus nahmen, sobald wir die Fahrzeuge stoppten. Zurück in Windhoek holte uns die Zivilisation wieder ein und nach einer warmen Dusche und einem vorzüglichen Abendessen bei Gathemann ging's anderntags leider bereits wieder Richtung Heimat.


Eine zweite Reise nach Namibia führte uns im September/Oktober 2008 in den Süden und Osten Namibias. Entlang der Namibwüste führen wir mit unserem gemieteten Offroader durch die Naukluft- und die Triasberge nach Lüderitz, dem sehr windigen "deutschen" Städtchen am Atlantik. Von dort ging's weiter südwärts durch das Zinkabbaugebiet von Rosh Pina  und über die Grenze nach Südafrika, in den Richtersfield N.P. Die unterwegs auf der Strasse angetroffene Kap-Kobra suchte leider das Weite, bevor ich sie ablichten konnte. Eine besondere Herausforderung an Fahrzeug und Fahrer war der Akkedis-Pass, dessen Strasse bei uns wohl eher in die Kategorie "Geröllhalden" eingestuft würde. Die Mühen wurden aber durch eine fantastische Landschaft mit blühenden Blumen, Bergen und Flüssen (z.T. sogar mit Wasser) belohnt. Nach zwei Übernachtungen im Park ging mit der improvisierten Fähre von Sendlingsdrift zurück nach Namibia. Durch das Flussbett des Gamkap River erreichten wir am Abend Hobas am Fish River Canyon, einer eindrücklichen Szenerie, die dem Grand Canyon kaum nachsteht. Als eines der grossen Highlights Namibias wird die Gegend aber auch von Bustouren angefahren, weshalb es für uns doch etwas sehr touristisch wurde. Also besuchten wir den Canyon bei Sonnenaufgang um 6 Uhr morgens, … und waren wie gewünscht alleine da. Anschliessend fuhren wir weiter Richtung Keetmanshoop und genossen einige Stunden an einem wunderschönen Stausee unterwegs. Nach dem Grosseinkauf (es musste ja für weitere 1 ½ Wochen reichen, fuhren wir zur Mesosaurus-Farm, wo wir die Nacht mutterseelenallein in Namibias "Pampa" verbrachten. Die Köcherbäume auf der Farm stehen dem bekannten, touristisch genutzten Quivertree-Forrest in nichts nach und die vielen Agamen liessen mein Herz deutlich höher schlagen.


Oranje-River

Nach einer weiteren Übernachtung, bei der wir auch noch zwei Freunde aus der Schweiz trafen, machten wir uns ein weiteres Mal Richtung Südafrika, genauer in den Kgalagadi N.P. auf. Nach der üblichen Grenz-Bürokratie, die in der Regel etwa eine Stunde in Anspruch nehmen, und knapp 200 km südafrikanischer Landstrasse erreichten wir am Nachmittag den Parkeingang. Die Reservation der Campsites gestaltete sich etwas langwierig, da laut Computer alles ausgebucht war. Mit einigen Tricks und mehrmaligem Hin-und-herfahren zwischen der südafrikanischen und der botswanischen Rezeption (sinnvollerweise wurden sie etwa 500 m voneinander entfernt gebaut), wurden wir dann aber doch in den Park gelassen und machten uns auf zum Roiputs-Campground in Botswana. Entgegen der Information an der Rezeption war der Campground praktisch leer, so dass wir gleich zwei Nächte dort verbrachten. Ein spezielles Gefühl vermittelten am Morgen die frischen Löwenspuren, die gerade mal 1 m vor unseren Zelt vorbeiführten (in Botswana sind die Campgrounds nicht eingezäunt). Nach wunderbaren Tagen mit vielen Tieren nahmen wir das letzte Mal das Grenzprozedere auf uns und nach rekordverdächtigen 30 Minuten konnten wir weiterfahren.
Als ob wir in den letzten Tagen noch nicht genug Sand gesehen hätten, wählten wir als Route nicht die grosse C-Strasse, sondern machten einen Umweg über eine malerische Sandstrasse durch die roten Dünen der Kalahari.
Leider war der sich auf der Strasse sonnende Felsenwaran schneller als ich, so dass auch er, wie die Kap-Kobra, nicht bildnerisch dokumentiert werden konnte.
Nach einer weiteren Nacht in den roten Dünen beschlossen wir, nicht wie vorgesehen im Osten nach Windhoek zurückzufahren, sondern traversierten nochmals bis ganz in den Westen und kehrten nach zwei Übernachtungen am Tsauchab River und am Spreedshogde-Pass zur Hauptstadt zurück. Auch diesmal liessen wir unseren Urlaub bei einem vorzüglichen Abendessen bei Gathemann ausklingen.


Eine dritte Reise führte uns im Herbst 2009 ganz in den Norden des Landes, über den Etosha-Nationalpark bis ganz hinauf an die angolanische Grenze und via Kaokoveld zurück nach Windhoek. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit unserem Mietfahrzeug im Waterberg-Reservat, klappte es dann doch ganz gut und wir konnten unsere "Marschtabelle" wieder aufholen, so dass wir den Etosha-NP und seine Tiere voll geniessen konnten. Obschon es wegen des regnerischen Wetters (ja, auch im Oktober kann es in Namibia regnen, wenn auch eher selten) für die Tiere nicht notwendig war, Wasserlöcher aufzusuchen, trafen wir sehr viele Tiere an. Selbst Leopard, Gepard und Breitmaulnashorn liefen uns über den Weg. Anschliessend ging es dann über das Nordgate (Mpingana Gate) und durch das Ovamboland Richtung Ruacana und dann weiter entlang des Kunene-Rivers nach Swaartboisdrift und Epupa, wobei uns von der direkten Strecke nach Epupa abgeraten wurde (ca. 10 Stunden für 100 km) und wir uns dann für die normale Strasse (Gravel) entschieden. Die Epupafälle sind sehr eindrucksvoll, auch wenn sich die Wassermassen zu dieser Jahreszeit natürlich in Grenzen halten. Aber man kann sich vorstellen, welches Getöse da während der Regenzeit herrschen muss. Obschon das Wetter und die Temperaturen durchaus zu einem Bade laden würden, ist das hier nicht zu empfehlen, so holte sich gerade während unseres Besuches ein 5-Meter-Nilkrokodil eine Ziege, die von seinem Besitzer zur Tränke an den Fluss geführt wurde. Auch sonst ist die Gegend herpetologisch gesehen recht interessant, tummeln sich doch hier nebst den Krokodilen auch noch Nilwarane, Agamen, Geckos, Eidechsen und Skinke.


Spitzkoppe

Weiter fuhren wir dann via Opuwo und Sesfontain nach Puros. Die Strecke Sesfontain - Puros sollte man nicht unterschätzen. Die Strasse ist zum Teil recht ruppig und wir brauchten für die 100 km rund vier Stunden. Der Aufwand lohnt sich aber auf jeden Fall, denn man wird von einem oasenartigen Flusstal mit erstaunlich viel Vegetation erwartet. Mit etwas Glück kann man hier auch den Wüstenelefanten begegnen. Aber auch Landschaftlich hat Puros einiges zu bieten und wenn man frühmorgens von dem Zelt von einer Giraffe begrüsst wird, ist der Tag ja ohnehin schon gerettet.
Die Weiterfahrt führte uns dann zurück nach Sesfontain und weiter in Richtung Twyfelfontain und Spitzkoppe. Über den Bosua-Pass und das Khomas-Hochland gelangten wir nach zwei Wochen wieder zurück nach Windhoek. Selbstverständlich ging's auch diesmal noch zu Gathemann.


Im Herbst 2011 ging es wieder ins südliche Afrika, zum vierten Mal. Unsere diesjährige Reise führte uns von Windhoek Richtung Osten, über die Grenze nach Botswana. Via Maun fuhren wir in den Moremi Nationalpark und dann weiter durch den Chobe Nationalpark zurück nach Namibia. Im Caprivi standen der Zambezi, der Mudumu Nationalpark und der Mamali Nationalpark auf dem Programm. Leider sind die beiden Parks nur sehr schwer befahrbar, so dass wir nicht das volle Programm durchziehen konnten.
Anschliessend ging es via Popa Fall, Rundu, Grootfontein, Tsumeb einmal mehr in den Etosha NP. Nach Übernachtungen in Halali und Okaukuejo machten wir noch einen Abstecher nach Kamanjab, bevor es dann zum Waterberg weiter ging. Den Abschluss fand unsere Reise in einem mehrtägigen Besuch eines Schutzprojektes für Geparde in der Gegend zwischen Gobabis und Windhoek.

 

 

 

 

Tierwelt Namibias   Tierwelt Namibias 2007 (Mitte)
Tierwelt Namibias 2008 (Süden)
Tierwelt Namibias 2009 (Norden)
Landschaft Namibias   Landschaft Namibias 2007 (Mitte)
Landschaft Namibias 2008 (Süden)
Landschaft Namibias 2009 (Norden)
Namibia / Botswana   Namibia / Botswana 2011

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